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Mann spricht Kinder an Haltestellen an: Was Bayreuther Eltern jetzt wissen müssen
Ein fremder Mann hält mit seinem Auto an einer Bushaltestelle in Bayreuth und fragt zwei Schülerinnen, ob sie alleine sind und ob er sie nach Hause fahren soll. Das ist am Dienstagmittag (29. September) an der Haltestelle Wieland-Wagner-Straße passiert. Die Stadt Bayreuth hat deshalb alle Schulen informiert und warnt Eltern sowie Schülerinnen und Schüler.
Es ist offenbar nicht der erste Vorfall dieser Art in Bayreuth. Die Polizei Bayreuth bestätigt, dass Anzeigen vorliegen und sie ermittelt.
Was ist an der Haltestelle Wieland-Wagner-Straße passiert?
Laut der Mitteilung der städtischen Schulverwaltung warteten die beiden Mädchen gegen 12.10 Uhr auf den Bus. Sie besuchen die sechste Klasse des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums (MWG). Ein Mann hielt mit seinem Wagen an der Haltestelle. Er wollte wissen, ob die beiden alleine seien und auf den Bus warten. Dann bot er an, sie nach Hause zu fahren.
Die Mädchen stiegen nicht ein. Die Mutter einer Schülerin informierte sofort die Schule. Am späten Nachmittag ging die Familie nach einem Anruf bei der Polizei persönlich zur Dienststelle und erstattete Anzeige.
Die Mädchen haben vorbildlich reagiert
Die Schulverwaltung lobt die beiden ausdrücklich. Sie haben sich direkt im Handy Notizen gemacht – zum Aussehen des Mannes und zum Auto. Genau solche Angaben helfen der Polizei bei den Ermittlungen.
Gleicher Mann schon im April in Bayreuth unterwegs?
Die Beschreibung des Mannes passt zu einem Vorfall vom 16. April. Damals soll möglicherweise derselbe Mann einen Schüler der Grundschule St. Johannis an der Haltestelle Seulbitz Alm angesprochen haben – ebenfalls aus einem Auto heraus. Er fragte den Jungen, ob er alleine sei und wo er wohne. Auch damals schalteten die Eltern die Polizei ein.
Laut Schulverwaltung gab die Polizei außerdem den Hinweis, dass die betroffene Familie vom Dienstag nicht die einzige mit einem solchen Erlebnis ist.
Auch ein Fall in Mistelbach bekannt
Wie die Stadt mitteilt, soll es vor etwa drei bis vier Monaten auch in Mistelbach im Landkreis Bayreuth ein ähnliches Ansprechen von Schülerinnen gegeben haben. Das Auto soll dort aber silberfarben gewesen sein. Ob es sich um denselben Mann handelt, ist offen.
So beschreiben die Kinder den Mann und das Auto
Die insgesamt drei betroffenen Kinder aus Bayreuth haben den Mann laut Schulverwaltung so beschrieben:
- älterer Mann, etwa 55 bis 65 Jahre alt
- kurze weiß-graue beziehungsweise braune Haare, leichte Glatze, (lange) Koteletten
- helle Haut, leichter Bauchansatz
- kein Bart, keine Brille
- spricht akzentfreies Deutsch
Zum Auto gibt es diese Angaben:
- Bayreuther Kennzeichen
- im April: schwarzer, höhergelegter Mercedes, eine Art SUV
- am Dienstag: weißer Mercedes
Wichtig: Es handelt sich um Beschreibungen der Kinder. Was der Mann mit seinen Fragen bezweckte, ist nicht bekannt. Die Polizei ermittelt.
Stadt Bayreuth bittet Schulen und Eltern um Aufmerksamkeit
Die Schulverwaltung hat die Bayreuther Schulen – vor allem die Grundschulen – gebeten, Kollegien, Kinder und Eltern zu informieren. In ihrem Schreiben formuliert sie ihr Anliegen so:
„Wir hoffen, dass der Mann ermittelt werden kann und kein Kind zu Schaden kommt.“
— Schulverwaltung der Stadt Bayreuth, Mitteilung an die Schulen
Was Eltern ihren Kindern jetzt sagen können
Die Polizei rät, Kinder ruhig und ohne Panikmache auf solche Situationen vorzubereiten. Die wichtigsten Regeln aus den Empfehlungen der Polizeilichen Kriminalprävention:
- Nie ohne Erlaubnis der Eltern mit jemandem mitgehen oder in ein fremdes Auto steigen.
- Abstand zu Autos halten – auch wenn der Fahrer nur etwas fragen will. Fragen von Autofahrern können Erwachsene beantworten.
- Kinder dürfen Erwachsenen gegenüber laut und deutlich „Nein“ sagen. Das ist nicht unhöflich.
- Den Schulweg möglichst gemeinsam mit anderen Kindern gehen.
Die Polizei empfiehlt außerdem, vorab klar zu vereinbaren, mit wem ein Kind mitfahren darf. Im Zweifel soll das Kind immer erst bei den Eltern nachfragen.
Hilfe finden Kinder in Bayreuth auch an den Notinseln: Mehr als 100 Geschäfte, Banken und Apotheken in der Stadt sind als Anlaufstelle für Kinder in Not gekennzeichnet.
Gerüchte vermeiden, Polizei informieren
Solche Warnungen verbreiten sich schnell in Eltern-Chats – oft verändert oder ohne Ortsangabe. Die Polizei rät, Meldungen nicht ungeprüft weiterzuleiten, sondern sich bei Schule oder Polizei zu erkundigen. Wer selbst etwas beobachtet, sollte direkt die Polizei verständigen. In einer akuten Gefahrensituation gilt der Notruf 110.
Einordnung: Wie oft stecken harmlose Gründe dahinter?
Nicht jedes Ansprechen hat einen kriminellen Hintergrund. Das zeigt auch ein Fall aus Bayreuth: 2021 hatten ein Mann und eine Frau im Stadtteil Meyernberg Kinder an einer Bushaltestelle aus dem Auto heraus angesprochen. Nach der Veröffentlichung klärte die Polizei den Vorfall schnell auf – das Paar wollte alte Spielsachen seiner eigenen Kinder verschenken.
Laut Polizeilicher Kriminalprävention werden Kinder nur selten Opfer von Übergriffen durch Unbekannte. Trotzdem nimmt die Polizei jeden Hinweis ernst. Auch in der Region gab es zuletzt ähnliche Meldungen, etwa im Sommer in Küps im Landkreis Kronach. Dass der Mann in Bayreuth offenbar gezielt nach Kindern fragte, die alleine unterwegs sind, und das an verschiedenen Haltestellen, ist für die Schulverwaltung Grund genug, die Eltern breit zu informieren.
Häufige Fragen
Wo wurden in Bayreuth Schulkinder angesprochen?
Am Dienstag, 29. September, an der Bushaltestelle Wieland-Wagner-Straße, zwei Schülerinnen des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums. Am 16. April traf es wohl einen Grundschüler an der Haltestelle Seulbitz Alm. Ein ähnlicher Fall soll sich vor einigen Monaten in Mistelbach ereignet haben.
Wie sieht der Mann aus, der die Kinder angesprochen hat?
Die Kinder beschreiben einen etwa 55 bis 65 Jahre alten Mann mit kurzen weiß-grauen oder braunen Haaren, leichter Glatze und Koteletten. Er soll keinen Bart und keine Brille tragen und akzentfrei Deutsch sprechen. Er fuhr einen Mercedes mit Bayreuther Kennzeichen, mal schwarz, mal weiß.
Ermittelt die Polizei Bayreuth?
Ja. Die Polizei Bayreuth bestätigt, dass Anzeigen vorliegen und ermittelt wird.
Was sollen Kinder tun, wenn sie von einem Fremden im Auto angesprochen werden?
Abstand zum Auto halten, nicht einsteigen, laut „Nein“ sagen und weggehen. Danach den Eltern, der Schule oder der Polizei Bescheid geben. In Bayreuth helfen auch die Notinseln in Geschäften, Banken und Apotheken.
Wohin können sich Eltern mit Hinweisen wenden?
Beobachtungen sollten direkt an die Polizei gehen, in akuten Situationen über den Notruf 110. Betroffene Schülerinnen und Schüler sollen sich außerdem im Sekretariat ihrer Schule melden.












BRK im Einsatz. © BRK Bayreuth
Symbolbild WfB ©canva