Zuletzt aktualisiert am

Bayern

Markus Söder für Gendersprache, aber man dürfe „auch nicht übertreiben“

Das Bayerische Kabinett hat sich am Dienstag (21.09.2021) zum Thema Gendersprache beraten. Dabei müsse ein Kernproblem umgangen werden.

Das Bayerische Kabinett hat sich zum Sprachgebrauch in der Genderdebatte beraten. Ministerpräsident Markus Söder ist „gegen Übermaß und für Augenmaß.“

Anzeige
ADS - Abonnieren Sie den bt-Newsletter

Als Kernproblem in der Genderdebatte identifizierte Söder mögliche Sanktionen bei Nichtgebrauch einer Gendersprache.

Markus Söder über Gendersprache

Das Bayerische Regierungskabinett hat sich mit dem Gebrauch der Gendersprache befasst und anschließend seine Sichtweise in einer Pressekonferenz erklärt. Der Bayreuther Stadtrat hat sich bereits im Vorjahr mit einem Antrag zu Gendersternchen befasst.

Ministerpräsident Markus Söder mahnte an, eine „gendersensible Sprache“ zu verwenden. Der Sprachgebrauch müsse gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung tragen. Söder weiter über den gleichberechtigten Sprachgebrauch aller Geschlechter: „Wir sind gegen Übermaß. Wir sind für Augenmaß statt Sanktionen.

Damit zielte Söder auf seine Hauptsorge ab. Bei Nichtverwendung einer Sprache, die nicht alle Geschlechter berücksichtige, dürften keine Sanktionen erfolgen; etwa in Prüfungen an Schulen und Universitäten.

Gendersprache: „Frauen wollen als Frauen wahrgenommen werden“

Die Bayerische Familienministerin Carolina Trautner stellte klar: „Frauen wollen als Frauen angesprochen werden.“ Das müsse sich auch in der geschriebenen Sprache niederschlagen. Gleichwohl: Die bayerische Regierung sei verpflichtet, „auf eine verständliche, bürgernahe Sprache zu achten.“ Trautner merkte an: Sogenannte Gendersternchen und Genderstriche, die aus Gründen der geschlechtlichen Korrektheit verwendet würden, seien „nicht barrierefrei.“

Wissenschaftsminister Bernd Silber sprach sich für eine Abschaffung des generischen Maskulinums aus. Eine ausschließliche Verwendung von Begriffen wie „der Schüler“ oder „der Student“ „entspreche nicht mehr der Zeit. Der Gebrauch neutraler Formulierungen wie „Studierende“ sei da schon deutlich weiter. Er ergänzte Söder Kernanliegen: „Genderspache darf in Tests kein bewertungsrelevantes Kriterium sein.“

Söder versuchte sich an einer Einordnung der Genderschreibweise: Man dürfe „auch nicht übertreiben bei der ganzen Geschichte.“