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Medizincampus Oberfranken: Leuchtturmprojekt im Kampf gegen den Ärztemangel
Die Gesundheitsversorgung in Oberfranken steht vor großen Herausforderungen, doch der Medizincampus Oberfranken (MCO) in Bayreuth entwickelt sich zum zentralen Hoffnungsträger. Da sind sich Vertreter aus Politik, Universität und Studentenschaft einig. Die Auswirkungen des Projekts auf die Region sind groß.
Was geplant ist: Medizinischer Nachwuchs für den ländlichen Raum
Das klare, zentrale Ziel des Medizincampus Oberfranke ist es, den medizinischen Nachwuchs gezielt für Oberfranken zu gewinnen und langfristig in der Region zu halten. Dieses Vorhaben, das eine der Haupttriebfedern für die Errichtung des MCO war, gewinnt zunehmend an Kontur. Da waren sich Vertreter verschiedener Bereiche bei einer FAchtagung am vergangenen Freitag in Bayreuth einig.
- 150 Ärzte jährlich: Künftig sollen rund 150 Ärztinnen und Ärzte nach erfolgreichem Abschluss ihres Studiums am MCO jährlich zur Verfügung stehen. Diese Absolventenzahl wird als wesentlich für die ärztliche Versorgung der gesamten Region Oberfranken betrachtet.
- Netzwerk in die Fläche: Durch das bereits geschaffene Netzwerk an Lehrkrankenhäusern und aktuell 110 Lehrpraxen wird die allgemeinmedizinische Lehre aktiv in die Fläche Oberfrankens getragen. Bezirkstagspräsident Henry Schramm betonte den unschätzbaren Wert dieser dezentralen Ausbildung. Diese Vernetzung fördert aktiv die Bindung der jungen Mediziner an die ländlichen Versorgungsstrukturen.
- Transformation und Change-Management: Die Tagung selbst fand im Rahmen des Projekts „Demografie-Kompetenzzentrum Oberfranken: TrafO – Zentrum für Transformation und Change-Management Oberfranken“ statt.
Die spürbaren Auswirkungen auf die Region
Der Medizincampus Oberfranken, der seit 2019 den Studiengang „Medizin Erlangen/Bayreuth“ anbietet, wird vor Ort von Staatssekretär Martin Schöffel zu Recht als „Leuchtturmprojekt“ bezeichnet.
- Erstklassige Gesundheitsversorgung: Die erfolgreiche Ausbildung und die damit verbundene Bindung junger Ärzte sollen eine „erstklassige Gesundheitsversorgung – heute und für kommende Generationen in Oberfranken“ sicherstellen. Der Mangel an Ärzten, besonders im ländlichen Raum, soll so aktiv bekämpft werden.
- Regionale Verwurzelung: Die Strategie, junge Mediziner frühzeitig mit der Region vertraut zu machen, scheint aufzugehen. Die Studierenden Pia Häselhoff und Julian Otterbach bestätigten auf der Tagung, dass sie bereits gut in Oberfranken vernetzt sind und die Überlegungen konkreter werden, auch nach dem Studium hier sesshaft zu werden. Diese persönliche Bindung ist ein wichtiger Faktor, um die Abwanderung von Fachkräften zu verhindern.
- Stärkung des Standorts Bayreuth: Die beeindruckenden Zahlen aus der noch jungen Geschichte des MCO, präsentiert von Prof. Schüttler (Beauftragter des MCO seitens der FAU), unterstreichen die schnelle und erfolgreiche Etablierung des Campus als wichtiger akademischer und medizinischer Standort in Oberfranken.
Der MCO ist damit nicht nur eine Antwort auf den Ärztemangel, sondern ein wichtiger Motor für die gesamte regionale Entwicklung und ein Paradebeispiel für lösungsorientiertes Engagement. Ein echtes Konzept für die Versorgung der Region mit Fachärzten.











Symbolbild: Pexels
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