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Mehr Plätze, mehr Hilfe: H-Station am BKH eröffnet
Am Bezirkskrankenhaus Bayreuth ist die neue psychiatrisch-heilpädagogische Station (H-Station) offiziell eingeweiht worden. Ab Mitte Oktober ziehen die ersten Patientinnen und Patienten in den Neubau um – für Bezirkstagspräsident Henry Schramm ein „Meilenstein“ innerhalb des großen Bauprogramms des Bezirks Oberfranken.
Was die neue Station in Bayreuth leistet
Der Neubau bietet 20 vollstationäre Plätze und acht tagesklinische Plätze für Patientinnen und Patienten mit geistiger Behinderung und zusätzlicher psychischer Erkrankung. Damit wächst die Kapazität spürbar: Bislang standen an dieser Stelle nur 16 vollstationäre und fünf tagesklinische Plätze zur Verfügung. Die alte Station, aus der jetzt umgezogen wird, entsprach nach Angaben des Bezirks längst nicht mehr den heutigen Standards.
Im Erdgeschoss liegen der Stützpunkt, Arbeits- und Time-out-Räume, Therapie-, Dienst- und Untersuchungsräume. Die Station gliedert sich in einen beschützten und einen offenen Bereich sowie einen Bereich, der je nach Bedarf flexibel geöffnet oder geschlossen geführt werden kann. Im Untergeschoss ist die Tagesklinik untergebracht. Dazu kommt ein eigener Garten für die Patientinnen und Patienten.
„Einige unserer Patienten sind seit einer langen Zeit bei uns. Andere wiederum ein, zwei Wochen zur Kriseninterventionen. Aber egal wie lange jemand hier ist – es ist wichtig, dass er sich hier wohlfühlen kann und dass er hier Lebensqualität erfährt.“
— Eva Gill, GeBO-Vorständin
Zeit- und Kostenplan eingehalten
Bemerkenswert für ein Bauprojekt in aktuell schwierigen Zeiten: Der Bezirk liegt nach eigenen Angaben zu hundert Prozent im Kostenrahmen und hat sogar den Zeitplan unterboten. Den Spatenstich für den Ersatzneubau feierte der Bezirk im Mai 2024, jetzt folgt die Einweihung – rund einen Monat früher als ursprünglich geplant.
„Mehrere Jahre der Planung und Vorbereitung haben sich gelohnt: Mit dem Ersatzneubau der H-Station machen wir unsere Gesundheitseinrichtungen wieder ein Stück fit für die Zukunft. Das ist eine gute Nachricht für die Gesundheitsversorgung in Oberfranken und insbesondere für die Menschen, die auf die medizinische Unterstützung durch den Bezirk angewiesen sind.“
— Henry Schramm, Bezirkstagspräsident
Warum der Bezirk gerade jetzt in Psychiatrie investiert
Schramm nutzte die Einweihung auch, um auf die wachsende Belastung der psychiatrischen Versorgung in der Region hinzuweisen. Die Kinder- und Jugendpsychiatrie und viele andere Bereiche seien „wirklich voll“, so Schramm – die Infrastruktur müsse mitwachsen, obwohl es dafür keine gesonderten staatlichen Zuschüsse gebe.
Diese Beobachtung deckt sich mit bundesweiten Zahlen: Nach aktuellen Basisdaten der Fachgesellschaft DGPPN ist in Deutschland jedes Jahr knapp ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung von einer psychischen Erkrankung betroffen. Auch die Krankenkassen-Statistiken zeigen seit Jahren einen deutlichen Anstieg der Fehltage durch psychische Leiden.
Der Ersatzneubau der H-Station ist Teil eines größeren Investitionsprogramms des Bezirks am Standort Bayreuth: Parallel läuft laut dem bayerischen Jahreskrankenhausbauprogramm auch der Neubau einer eigenen Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Bezirkskrankenhaus. Das Bezirkskrankenhaus selbst blickt zudem auf eine mehr als 150-jährige Geschichte zurück – 1870 als „Kreisirrenanstalt“ eröffnet, ist daraus die zentrale psychiatrische Versorgungseinrichtung für ganz Oberfranken geworden.
Häufige Fragen
Was ist die H-Station am Bezirkskrankenhaus Bayreuth?
Die H-Station ist eine psychiatrisch-heilpädagogische Station für Menschen, die zusätzlich zu einer Behinderung an einer psychiatrischen Erkrankung leiden. Sie ist die einzige Einrichtung dieser Art in Nordbayern.
Wie viele Plätze bietet der Neubau?
Der Neubau umfasst 20 vollstationäre Plätze sowie acht tagesklinische Plätze.
Was hat der Neubau gekostet?
Die Investitionssumme liegt bei 14,8 Millionen Euro. Davon wurden 10,2 Millionen Euro über das bayerische Jahreskrankenhausbauprogramm gefördert.
Wann war der Spatenstich und wann ziehen die Patientinnen und Patienten um?
Der Spatenstich fand im Mai 2024 statt. Der Umzug von der alten Station in den Neubau ist für Mitte Oktober geplant.
Wer betreibt das Bezirkskrankenhaus Bayreuth?
Träger ist GeBO – die Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken, eine Einrichtung des Bezirks Oberfranken.












Michael Cleff mit zwei seiner Kunstwerke im Postkartenformat. @Katharina Müller-Sanke
Nach dem Zusammenstoß ist das Auto auf dem Dach gelandet. ©News5/Frank Mertel