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Gewerbepark im Bayreuther Nordosten soll wachsen – und endlich ein Radweg zum Allersdorfer Kreisel?
Einige Betriebe im Bayreuther Nordosten wollen wachsen. Der Stadtentwicklungsausschuss hat am 6. Oktober über Erweiterungspläne für das Gewerbegebiet an der Carl-Kolb-Straße beraten. Die Stadt will das Gebiet neu ordnen und an den Rändern erweitern. Der Grund: Firmen, die dort bereits sitzen, brauchen mehr Platz.
Das Gewerbegebiet an der Carl-Kolb-Straße soll erweitert und neu geordnet werden. Der Stadtentwicklungsausschuss hat am 6. Oktober 2026 die Einleitung des entsprechenden Bebauungsplanverfahrens ohne Gegenstimme empfohlen.
Hintergrund ist vor allem der Platzbedarf ansässiger Unternehmen. Nach Angaben der Stadt gibt es mehrere Betriebe, die sich am Standort weiterentwickeln wollen. Mit der Teiländerung des Bebauungsplans sollen dafür zusätzliche Flächen geschaffen werden.
Ausschuss legt Wert auf Rad- und Fußweg
Ein wichtiges Thema in der Sitzung war erneut die fehlende sichere Verbindung für Fußgänger und Radfahrer vom Zug in Laineck zum neuen Rewe-Markt am Allersdorfer Kreisel. Die Verwaltung will im weiteren Verfahren verschiedene Varianten prüfen. Auch eine bessere Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr soll geprüft werden. Bislang gibt es keine Bushaltestelle im Gewerbepark.
Der Änderungsvorschlag erntete durchgehend Zustimmung aus den Fraktionen. Mehrere Stadträte machten in der Sitzung deutlich, dass sie insbesondere die Anbindung für Radfahrer und Fußgänger sowie den Bus für wichtig halten. „Es gibt einige Azubis, die in Laineck am Bahnhof aussteigen und dann in den Gewerbepark laufen. Für sie ist der Weg bisher nicht sicher.“ sagte Johanna Schmidtmann (Die Grünen).
Planung soll Gewerbebetriebe am Standort halten
Baureferentin Urte Kelm begründete die notwendige Teiländerung damit, dass die Bedürfnisse der Unternehmen inzwischen teilweise nicht mehr mit dem geltenden Bebauungsplan übereinstimmen.
Der Stadtrat muss die Einleitung des Bebauungsplanverfahrens noch beschließen. Er soll sich am 28. Oktober mit dem Thema befassen.
Artikel vom 2. Oktober: Gewerbegebiet Carl-Kolb-Straße in Bayreuth: Darum geht es
Offiziell heißt das Vorhaben Bebauungsplan Nr. 5/26 „Gewerbegebiet Carl-Kolb-Straße“. Er ersetzt einen Teil des bisherigen Plans für den „Gewerbepark Am Flugplatz“. Den hatte der Stadtrat im November 2006 beschlossen und 2009 schon einmal geändert.
Das Problem: Plan und Wirklichkeit passen nicht mehr zusammen. Laut Kurzbericht des Stadtplanungsamts wurde der alte Bebauungsplan in mehreren Bereichen nicht oder nur teilweise so umgesetzt wie vorgesehen. Das betrifft zum Beispiel, wie dicht und wo genau gebaut wurde, wie Straßen und Wege verlaufen und welche Grün- und Ausgleichsflächen tatsächlich entstanden sind.
Firmen brauchen mehr Fläche
Dazu kommt ein konkreter Bedarf: Betriebe im Gewerbepark wollen wachsen, etwa wegen einer guten Auftragslage oder weil sich ihre Abläufe verändert haben. Mit den neuen Flächen will die Stadt diese Firmen langfristig am Standort halten.
Welche Unternehmen konkret mehr Platz brauchen, nennt der Kurzbericht nicht. Im Gewerbepark sitzen unter anderem ein Holzgroßhändler, ein Kartonagen-Hersteller und seit 2023 ein Standort von DHL.
Der Standort soll nach den Worten der Stadt „maßvoll arrondiert“ werden. Im Klartext: Das Gebiet wird an seinen Rändern behutsam ergänzt, nicht großflächig in die Landschaft hinein ausgedehnt. Wie groß die Erweiterung am Ende ausfällt, steht noch nicht fest.
Neuer Rad- und Fußweg zum Allersdorfer Kreisel
Schon der alte Plan sah Rad- und Fußwege in die Umgebung vor. Gebaut wurden sie nur zum Teil. Vor allem fehlt eine sichere Verbindung zum neuen Nahversorgungsstandort südwestlich des Gewerbeparks am Allersdorfer Kreisel. Woran es hakte, schreibt die Stadt offen: Sie konnte die nötigen Grundstücke in Teilen nicht kaufen.
Deshalb soll der Weg jetzt möglichst über Flächen führen, die der Stadt bereits gehören. Dafür prüft die Verwaltung mehrere Varianten. Weil der Weg eine Staatsstraße queren muss, braucht es eine Lösung, die das Staatliche Bauamt Bayreuth mitträgt.
Auch der Bus ist Thema: Die Stadt will prüfen, ob sich mit der neuen Planung der Anschluss des Gewerbeparks an den öffentlichen Nahverkehr verbessern lässt.
Mehr Grün am Rand, ein Grünzug in der Mitte
Eine Skizze im Kurzbericht zeigt, wie das Gebiet künftig aussehen soll: Ein Grünstreifen fasst den Gewerbepark nach außen ein. Der grüne Korridor, der das Gelände in der Mitte gliedert, bleibt erhalten. Grünflächen und Rad- und Fußwege sollen miteinander verbunden werden.
Außerdem lässt die Stadt den Lärm im gesamten Gebiet neu begutachten. Auf dieser Grundlage soll ein rechtssicheres Lärmschutzkonzept entstehen.
Auch der Naturschutz kommt erneut auf den Tisch. Einige Ausgleichsmaßnahmen aus dem alten Plan wurden nie oder nicht vollständig umgesetzt. Sie fließen nun zusammen mit den Eingriffen durch die Erweiterung in eine neue Bilanz ein. Daraus ergibt sich, welche Ausgleichsflächen die Stadt künftig schaffen muss.
Klima: Die Stadt sieht Vor- und Nachteile
Im weiteren Verfahren will die Stadt unter anderem prüfen, wie Regenwasser besser im Gebiet bleiben kann, wie sich Grünflächen vernetzen und Flächen beschatten lassen und wie die Straßen möglichst wenig Platz verbrauchen. Auch Vorgaben für erneuerbare Energien sowie für begrünte Dächer und Freiflächen stehen zur Debatte.
Die Ausschusssitzung am 6. Oktober beginnt um 16 Uhr im Großen Sitzungssaal des Neuen Rathauses am Luitpoldplatz 13 und ist öffentlich.
Einordnung: Bayreuth gehen die Gewerbeflächen aus
Das Vorhaben an der Carl-Kolb-Straße folgt einer klaren Linie. Bayreuth hat zu wenig Platz für Betriebe. Von insgesamt 251 Hektar Gewerbe- und Industriegebiet waren bei der letzten Bestandsaufnahme der Stadt nur noch rund 24 Hektar frei, tatsächlich verfügbar waren nach Schätzung der Verwaltung sogar nur etwa sechs Hektar.
Der Stadtrat hat deshalb ein Entwicklungskonzept für gewerbliche Bauflächen beschlossen. Eine Kernidee: bestehende Gewerbestandorte sichern und dort Wachstum ermöglichen, statt Firmen ins Umland ziehen zu lassen. Genau das soll nun im Nordosten passieren.
Häufige Fragen
Wo liegt das Gewerbegebiet Carl-Kolb-Straße in Bayreuth?
Im Nordosten Bayreuths, im Stadtteil Laineck hinter dem Allersdorfer Kreisel. Bekannt ist es auch als „Gewerbepark Am Flugplatz“ oder Gewerbepark Oschenberg. Zur Autobahnausfahrt Bayreuth-Nord der A9 sind es rund 1,5 Kilometer.
Wann entscheidet der Bayreuther Stadtrat über das Gewerbegebiet?
Der Stadtentwicklungsausschuss hat am Dienstag, 6. Oktober 2026 beraten und eine Empfehlung für die Änderung ausgesprochen. Der Stadtrat soll am 28. Oktober 2026 beschließen, das Verfahren zu starten. Beide Sitzungen sind öffentlich.
Wird das Gewerbegebiet an der Carl-Kolb-Straße größer?
Ja, der Gewerbepark soll an seinen Rändern ergänzt werden, weil ansässige Firmen mehr Platz brauchen. Wie groß die Erweiterung wird, steht noch nicht fest. Dafür muss auch der Flächennutzungsplan geändert werden.
Kommt ein Radweg zum Allersdorfer Kreisel?
Das ist eines der Ziele. Die Stadt prüft mehrere Varianten für eine sichere Rad- und Fußverbindung, möglichst über städtische Grundstücke. Weil eine Staatsstraße gequert werden muss, ist die Stadt dabei auf das Staatliche Bauamt Bayreuth angewiesen.
Was kostet die Planung die Stadt Bayreuth?
Der Startbeschluss selbst verursacht laut Stadt keine Kosten. Was Gutachten, Grundstücke, Straßen und Ausgleichsflächen kosten, ist noch offen und wird im Verfahren ermittelt.












Symbolbild von Nebel auf einer Straße, erstellt mit KI.
©bt-Redaktion