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Mehr Schülerverkehr nach Cottenbach: Kinder kommen mit dem Taxi heim
Wer in Cottenbach wohnt und nachmittags aus Bayreuth nach Hause kommen möchte, steht oft vor einer logistischen Herausforderung. Für Schulkinder ist die aktuelle ÖPNV-Anbindung mehr als dürftig. Doch nun kommt Bewegung in die Debatte: Der Ausschuss für Kreisentwicklung, Tourismus und Wirtschaft berät über eine neue Lösung mittels Anruf-Linien-Taxi (ALT).
Die Lücke im Fahrplan: Wenn mittags Schluss ist
Bisher sieht es für den Heinersreuther Ortsteil Cottenbach mager aus: Morgens bringt die Linie 378 die Pendler und Schüler um 07:09 Uhr nach Bayreuth, mittags führt die Linie 379 um 13:28 Uhr zurück. Wer jedoch Nachmittagsunterricht oder AGs hat, schaut in die Röhre. Eine Ausweitung der regulären Buslinien scheitert laut Verwaltung an der „Anschlusssicherung“ – die Fahrpläne sind zu eng getaktet, um Cottenbach zusätzlich anzusteuern.
Nachdem ein erster Vorstoß im Januar noch mehrheitlich abgelehnt wurde, war das Thema nun erneut auf der Tagesordnung.
Bürgermeisterin Kirschner: „Bedarf ist dauerhaft“
Die Argumente liegen auf dem Tisch. Laut Kirschner handelt es sich nicht um ein kurzfristiges Problem für das kommende Schuljahr. In der Siedlung „Cottenbach“ leben derzeit 25 Kinder über sechs Jahren; weitere 15 Kinder rücken in der Altersgruppe unter sechs Jahren nach. Der Bedarf an einer verlässlichen Heimkehr am Nachmittag wird also in den kommenden Jahren eher wachsen als schwinden.
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Geplante Fahrtzeiten und Route
Der Ausschuss hat zugestimmt, ab dem kommenden Schuljahr einen Bedarfsverkehr einzurichten. Geplant sind zwei Fahrten an Schultagen:
- 14:15 Uhr ab Bayreuth ZOH
- 15:30 Uhr ab Bayreuth ZOH
Route: Über Bayreuth Wendelhöfen direkt nach Cottenbach.
Da das Angebot ein Anruflinientaxi ist, werden nur die Fahrten gemacht, die vorher auch angemeldet worden sind.
Finanzierung: Gemeinde und Nutzer sollen mithelfen
Ein Knackpunkt bleibt die Finanzierung. Die Verwaltung kalkuliert mit Kosten von 23,50 Euro pro Fahrt. Bei einer vollen Auslastung an allen Schultagen ergibt sich eine Summe von rund 8.930 Euro pro Jahr.
Um den Kreishaushalt zu entlasten, setzt man auf ein Mischmodell:
1. Einsparungen: Die Kosten sollen teilweise durch Streichungen bei anderen, weniger genutzten ÖPNV-Angeboten gedeckt werden.
2. Beteiligung der Gemeinde: Heinersreuth hat bereits signalisiert, sich finanziell an den Mehrkosten zu beteiligen.
3. Nutzerbeteiligung: Auch eine direkte Beteiligung der Eltern bzw. Fahrgäste steht im Raum, um das Angebot wirtschaftlich tragfähig zu machen.
Entscheidung im Ausschuss
Der Einsatz von Taxis oder Kleinbussen (je nach Bedarf) gilt als flexibelste Lösung für die kleinteilige Struktur des Ortsteils. Für die Dorfgemeinschaft Cottenbach ist die Einführung ein lang ersehnter Sieg für die ländliche Mobilität.
Hintergrund: Was ist ein Anruf-Linien-Taxi (ALT)?
Ein ALT verkehrt wie ein Linienbus nach einem festen Fahrplan, fährt jedoch nur dann, wenn sich der Fahrgast vorher telefonisch (meist 30 bis 60 Minuten vor Abfahrt) angemeldet hat. So werden Leerfahrten vermieden und Kosten gespart.
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