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„Mir tut der Kerl eher leid“: 19-Jähriger nach Brand am Kulturkiosk verurteilt
Ein 19-Jähriger ist wegen der Brandstiftung an der Pizzahütte des Kulturkiosks in der Wilhelminenaue zu einem Jahr Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Betreiber Coco Sturm berichtet von der Gerichtsverhandlung und findet versöhnliche Worte für den jungen Mann.
Rund fünf Monate nach dem Brand am Kulturkiosk in der Wilhelminenaue ist der Fall vor dem Jugendschöffengericht Kulmbach verhandelt worden. Kulturkiosk-Geschäftsführer Coco Sturm berichtet als „rasender Gerichtsreporter Rudi Ratzefummel“ in einem Facebook-Beitrag über den Prozess.
19-Jähriger zu Jugendstrafe verurteilt
Schon kurz nach dem Brand hatte die Polizei einen damals 18-Jährigen als Tatverdächtigen festgestellt. Die Ermittler gingen von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Rund fünf Monate später musste sich der inzwischen 19-Jährige deshalb vor dem Jugendschöffengericht Kulmbach verantworten.
„Das nach knapp 3 Stunden gesprochene Urteil lautet: 1 Jahr Jugendstrafe auf Bewährung plus 120 Arbeitsstunden“, schreibt Sturm. Der 19-Jährige wurde demnach wegen vorsätzlicher Brandstiftung und Sachbeschädigung verurteilt.
Wie es zum Brand kam
Die Geschichte begann laut der Schilderung aus dem Prozess nicht direkt am Kulturkiosk. Der damals 18-Jährige hatte sich in der Nacht zum 5. März mit vier weiteren jungen Leuten zum Trinken an einem Lagerfeuer am Grillplatz in der Wilhelminenaue getroffen.
Später ging er laut Sturm zum Pinkeln zum rund 300 Meter entfernten Kulturkiosk. Dort habe er spontan eine Großpackung Handtücher angezündet, die neben der Pizzahütte stand, und sei anschließend zum Lagerfeuer zurückgegangen.
Feuerwehr verhindert Übergreifen auf den Kulturkiosk
Die anderen Mitglieder der Gruppe bemerkten laut Sturm den Feuerschein und riefen die Feuerwehr. Für die Pizzahütte kam die Hilfe allerdings zu spät: Sie brannte samt Inventar ab. Auch eine weitere Hütte und ein Kühlanhänger wurden durch das Feuer beziehungsweise die Hitze beschädigt. Den eigentlichen Kulturkiosk konnte die Feuerwehr jedoch schützen.
Alkohol und Cannabis Thema im Prozess
Vor Gericht habe der junge Mann laut Sturm unter anderem auf seinen Alkohol- und Cannabiskonsum in der Tatnacht verwiesen. Die Vorsitzende Richterin habe dies mit den Worten „Das können Sie Ihrer Oma erzählen“ zurückgewiesen, schreibt Sturm. An der vollen Schuldfähigkeit des Angeklagten habe trotz des erheblichen Alkoholkonsums kein Zweifel bestanden.
Jugendstrafe auf Bewährung
Bei der Entscheidung spielte laut Sturm auch die bisherige Lebensgeschichte des jungen Mannes eine Rolle. Der Bericht der Jugendgerichtshilfe habe von schwierigen familiären Verhältnissen und zahlreichen Umzügen berichtet. Die Mittelschule habe er nach der achten Klasse verlassen, aktuell sei er ausbildungs- und arbeitslos.
Der 19-Jährige sei vor der Brandstiftung strafrechtlich bislang nicht aufgefallen. Das Gericht sah laut Sturm dennoch sogenannte schädliche Neigungen als gegeben an und verhängte deshalb eine Jugendstrafe von einem Jahr. Eine Jugendstrafe ist eine Freiheitsstrafe, die grundsätzlich in einer Jugendstrafanstalt verbüßt wird. In diesem Fall wurde die Strafe jedoch zur Bewährung ausgesetzt. Hält sich der junge Mann an die Auflagen des Gerichts und seines Bewährungshelfers, muss er die Haft nicht antreten. Zusätzlich muss er 120 Arbeitsstunden ableisten.
Schadenshöhe noch nicht abschließend geklärt
Nach dem Brand hatte die Polizei den Schaden zunächst auf rund 10.000 Euro geschätzt. Sturm spricht inzwischen von 10.000 bis 15.000 Euro. Darin enthalten sind unter anderem die zerstörte Pizzahütte und deren Inventar sowie Schäden an der Nebenhütte und am Kühlanhänger.
Mit dem Urteil ist der strafrechtliche Teil des Falls abgeschlossen. Offen ist dagegen noch die Frage des Schadensersatzes. Darüber solle noch verhandelt werden, schreibt Sturm.
„Mir tut der Kerl eher leid“
Sturm selbst zeigt sich zufrieden mit dem Urteil. Er bezeichnet es als „gutes, faires Urteil.“
„Mir tut der Kerl eher leid, denn auch ich war lange Jahre Jahre als Jugendstrafverteidiger aktiv und habe Verständnis für junge Leute, die mal einen „richtigen Scheiss“ bauen, solange sie anschliessend dazu stehen und es so gut sie können wieder in Ordnung bringen!
— Coco Sturm, Geschäftsführer Kulturkiosk
Für ihn ist die Sache damit strafrechtlich zunächst abgehakt. Sein Fazit: „Blick nach vorne!“
FAQ
Wann brannte die Pizzahütte am Kulturkiosk?
Der Brand brach in der Nacht zum 5. März 2026 in der Wilhelminenaue aus. Eine Holzhütte neben dem Kulturkiosk stand in Flammen.
Wer wurde für den Brand verurteilt?
Ein heute 19-jähriger Mann wurde wegen vorsätzlicher Brandstiftung und Sachbeschädigung verurteilt. Laut Coco Sturm hatte er die Tat bereits bei der Polizei gestanden.
Welche Strafe erhielt der 19-Jährige?
Das Jugendschöffengericht verhängte ein Jahr Jugendstrafe auf Bewährung und 120 Arbeitsstunden.












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