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Raser geschnappt

Mit 173 km/h über die A9: Raser schiebt Schuld auf Technik

Teurer Sonntagsausflug für einen 36-Jährigen auf der A9 bei Bayreuth: Der Autofahrer wurde von der Verkehrspolizei mit einer massiven Geschwindigkeitsüberschreitung gestoppt. Seine Ausrede, sich blind auf die Technik seines Fahrzeugs verlassen zu haben, ließen die Beamten nicht gelten.

Zivilstreife nimmt Verfolgung auf

Gegen 10:00 Uhr am Sonntagmorgen geriet der Mann in den Fokus einer zivilen Streife der Verkehrspolizei Bayreuth. Bereits am Bindlacher Berg in Richtung Bayreuth war er deutlich zu schnell unterwegs. Während die Beamten dem Wagen folgten, beschleunigte der Fahrer immer weiter.

Kurz vor der Ausfahrt Bayreuth-Nord führten die Polizisten schließlich die entscheidende Messung durch. Das Ergebnis war eindeutig: Bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h war der Pkw mit stolzen 173 km/h unterwegs – ein Plus von 73 km/h nach Abzug der Toleranz.

„Verkehrszeichen-Assistent“ als Ausrede

Bei der anschließenden Kontrolle konfrontierten die Beamten den 36-jährigen Deutschen mit dem Messergebnis. Die Antwort des Fahrers fiel überraschend aus: Er gab an, sein Verkehrszeichen-Assistent habe ihm kein Tempolimit im Display angezeigt.

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Die Polizei entgegnete jedoch trocken, dass der Fahrer auf seiner Strecke gleich mehrere klassische Tempo-100-Schilder sowie eine weithin sichtbare, leuchtende Schilderbrücke passiert hatte. Diese visuellen Hinweise hätte er nach Ansicht der Beamten wahrnehmen müssen, ungeachtet der digitalen Anzeige in seinem Cockpit.

Harte Sanktionen: Fahrverbot und hohes Bußgeld

Das Vertrauen auf die Technik kommt den Mann nun teuer zu stehen. Gemäß dem Bußgeldkatalog droht ihm eine saftige Strafe:

  • Ein Bußgeld im vierstelligen Bereich
  • Zwei Punkte im Fahreignungsregister in Flensburg
  • Ein dreimonatiges Fahrverbot

Die Polizei nimmt diesen Vorfall zum Anlass, darauf hinzuweisen, dass Assistenzsysteme lediglich der Unterstützung dienen und die Aufmerksamkeit des Fahrzeugführers für die tatsächliche Beschilderung niemals ersetzen können.