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Angriff auf Regenbogenflagge? Kripo ermittelt nach Eierwurf
Ein lauter Knall in der Nacht, am Morgen Eier an der Hauswand. Oben am Fenster hängt eine Regenbogenflagge. Die Kriminalpolizei ermittelt und spricht von gezieltem Handeln.
Fabien Popp sitzt am Samstagabend in ihrem Zimmer in ihrem Elternhaus in einem Ortsteil von Goldkronach. Sie trägt Kopfhörer. Dann zerreißt ein lauter Knall die Ruhe. So laut, dass sie nach eigenen Angaben sogar eine Druckwelle spürt.
„Ich habe zuerst gedacht, es ist vielleicht ein Unfall passiert und wir müssen helfen“, erzählt sie. Was es mit dem Knall auf sich hat, klärt sich am Samstagabend zunächst nicht. Mittlerweile geht die Kriminalpolizei davon aus, dass ein Böller ihn ausgelöst hat.
Eier an der Hauswand entdeckt
Am Morgen nach dem Vorfall bemerkt Fabien Popps Vater dann gelbe Flecken an der Hauswand. Jemand hat Eier gegen die Fassade geworfen. Etwas weiter oben am Fenster seiner Tochter hängt seit einiger Zeit eine Regenbogenflagge.
Fabien Popp engagiert sich im Landesvorstand der Linken Bayern sowie in der Arbeitsgemeinschaft Die Linke queer. Sie ist trans und setzt sich seit Jahren für die Sichtbarkeit und Rechte queerer Menschen ein.
Die Flagge ist inzwischen auch Teil der Ermittlungen. Die Polizei geht nach aktuellem Stand davon aus, dass das Haus gezielt ausgewählt wurde.
Als Fabien Popps Vater den Vorfall am Sonntag der Polizei meldet, ist die Regenbogenfahne zunächst kein Thema. Die Polizei habe empfohlen, die Spuren zu fotografieren und für eine Anzeige auf die Wache zu kommen, erzählt Popp. Den Beamten zufolge kam der Zeuge dieser Abmachung am Sonntag nicht nach.
„Die Flagge bleibt“
Der Vorfall am Samstag hat Fabien Popp zunächst erschreckt. Der Knall sei wirklich gewaltig gewesen. Mittlerweile blickt sie aber vergleichsweise nüchtern auf das Geschehen. „Ich habe – so traurig das ist – fast damit gerechnet, dass wegen der Flagge mal irgendwas passiert“, sagt sie.
Die Flagge jetzt abhängen? Für Popp undenkbar. „Die bleibt hängen!“, sagt sie entschieden.
„Wenn ich die jetzt abhänge, dann haben die Leute, die mit den Eiern geworfen haben, gewonnen – zumindest aus ihrer Sicht“, sagt sie. Sie will sich weiter für die Sichtbarkeit queerer Menschen einsetzen und freut sich auf den CSD in Bayreuth im August.
Polizei geht von gezieltem Handeln aus
Die Kriminalpolizei Bayreuth hat die Ermittlungen inzwischen übernommen. Wie das Polizeipräsidium Oberfranken mitteilt, gehen die Ermittler nach aktuellem Stand davon aus, dass die bislang unbekannten Täter das Haus gezielt auswählten.
Der laute Knall, der die Bewohner in der Nacht aufgeschreckt hatte, stammte nach Einschätzung der Polizei mutmaßlich von einem Böller. Entsprechende Spuren konnten die Beamten bei der späteren Spurensicherung allerdings nicht feststellen.
Wirklich vor Ort war die Polizei aber erst am Dienstag, den 2. Juni. Von der Regenbogenflagge an dem betroffenen Haus erfuhr sie erst an diesem Tag, wie die Polizei mitteilt. Hintergrund scheint eine Medienanfrage gewesen zu sein. Dann nahmen die Beamten den Sachverhalt auf, befragten Anwohner und sicherten Spuren.
Die Ermittlungen werden wegen versuchter Sachbeschädigung geführt. Zuständig ist – Im Falle von sogenannter „Hasskriminalität“ – das Kommissariat für Staatsschutzdelikte der Kriminalpolizeiinspektion Bayreuth.
Polizei sucht Zeugen
Zeugen berichteten von einer Gruppe Jugendlicher, die sich am 30. Mai gegen 23 Uhr in Richtung Depser Straße in Dressendorf entfernte. Die Ermittler bitten weitere Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder Hinweise zu den Tätern oder der Gruppe geben können, sich unter der Tel.-Nr. 0921/506-0 zu melden.












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