Verkehr

Nach heftiger Kritik – Bayreuther Winterdienst: „Wir sind immer die Deppen“

Der Bayreuther Winterdienst muss in den vergangenen Tagen wieder einige Kritik einstecken. Viele Menschen beschweren sich über die Leistung des Winterdienstes. Das will man dort nicht auf sich sitzen lassen. 

In Bayreuth liegt seit ein paar Tagen wieder Schnee. Der Winterdienst ist also gefordert. Nur sind so einige Menschen mit der Leistung des Winterdienstes alles andere als zufrieden.

Heftige Kritik an Bayreuther Winterdienst

So schreibt zum Beispiel Thomas S. unter einer Wetterwarnung des bt auf Facebook, dass sich der Winterdienst schämen solle. Auch Elle L. ist nicht glücklich: „Warnen Sie doch bitte mal den Winterdienst in Bayreuth. Bis gerade eben waren einige Straßen weder geräumt noch gestreut.“

„Typisch Stadt Bayreuth, das war schon immer eine Katastrophe! Einfach nur erbärmlich.“

(Facebook-Kommentar von Thomas K.)

Kommentator Manuel M. stellt fest, dass die Straße von Waischenfeld nach Bayreuth gut geräumt und gesalzen sei. Auch von Bayreuth nach Bindlach sei die Lage so. Nur innerhalb des Stadtgebietes seien die Straßen nur manchmal schneefrei. „Da kann Bayreuth noch was vom Land lernen“, resümiert er.

Bayreuther Winterdienst rechtfertigt sich

Dienststellenleiter Bernd Sellheim vom Bayreuther Bauhof kennt die Beschwerden. Das der Winterdienst in Bayreuth nichts oder zu wenig arbeitet, will er sich jedoch nicht gefallen lassen.

Der Winterdienst hat einen genauen Fahrplan. „Wir fangen früh um 3 Uhr an und sind bis 21 Uhr da“, sagt Sellheim. „Jede Fahrt dauert drei bis vier Stunden.“ Wenn es stark geschneit hat, könne eine Fahrt sogar sechs Stunden dauern. Bei dauerhaftem Schneefall sei es daher gut möglich, dass am Ende der Route der Anfang schon wieder mit Schnee bedeckt ist.

Gibt es Eisregen, arbeitet der Winterdienst sogar noch länger, um die Berge zu den Kliniken in Bayreuth frei zu halten. Das komme jedoch nur selten vor. Laut Gesetz ist der städtische Winterdienst eigentlich nur bis 20 Uhr verpflichtet die Straßen freizuhalten.

Trotzdem wird in Bayreuth bis 21 Uhr auf freie Straßen geachtet. „Wir arbeiten im Schichtbetrieb. Für den Winterdienst sind 160 Mann zuständig“, erzählt Sellheim. Jedes Jahr im Winter müsse er sich massive Kritik der Menschen anhören oder in den sozialen Medien lesen. Sämtliche Erklärungsversuche seien jedoch oft umsonst.

„Wir sind immer die Deppen.“

(Bernd Sellheim, Dienststellenleiter des Bayreuther Bauhofs)

Winterdienst Landkreis vs. Winterdienst Stadt

Im Landkreis könnte nämlich anders geräumt werden als in der Stadt. Die Fahrer der großen Lkws mit Schneepflug können nicht einfach in Lichtgeschwindigkeit durch die Stadt heizen und für freie Straßen sorgen. So ein Lkw ist 2,30 Meter breit, der Pflug vorne hat sogar eine Breite von 4,50 Meter.

Oft sind die Straßen in Bayreuth durch geparkte Autos am Fahrbahnrand eng und für die Schneepflugfahrer nur schwer befahrbar. Sie müssen darauf achten, kein Auto zu beschädigen und mit Schnee zuzuräumen.

„Deswegen müssen wir langsam fahren“, erklärt Sellheim. Auch die Gehsteige können durch eine zu schnelle Fahrweise im Schnee versinken. An Landstraßen sind eher selten Gehsteige und geparkte Autos am Fahrbahnrand zu finden. Daher hinkt der Vergleich der Winterdienste von Stadt und Landkreis etwas.

Bayreuther Tagblatt - Katharina Adler

 bt-Redakteurin Online/Multimedia
Katharina Adler