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Wagner ist jetzt Ampel-Männchen
Nun sind sie da! Die Ampelmännchen an drei Fußgängerüberwegen zwischen Innenstadt und Festspielhaus zeigen Richard Wagner. Ein lang gehegter Wunsch, der auf Initiative von Stadtrat Stephan Müller wieder aufs Tableau gekommen ist, geht damit in Erfüllung.
Einige Bayreuther Ampeln zwischen Innenstadt und Festspielhaus sind nun mit Ampelmännchen mit dem Piktogramm Richard Wagners ausgestattet. Erst vor zwei Monaten ist die Umgestaltung im Stadtrat beschlossen worden. Nun sind die Fußgängerampeln an der Feustelstraße, der Meistersingerstraße und der Nibelungenstraße umgestaltet. Sowohl das grüne als auch das rote Ampelmännchen zeigen den Bayreuther Komponisten in gehender und die stehender Pose.
Bayreuth goes kultig: Wagner-Ampeln beschlossen
Der Stadtentwicklungsausschuss des Bayreuther Stadtrats (9. April 2025) hatte kurzen Prozess mit dem Thema gemacht, das seit Jahren für Gesprächsstoff sorgte: individuelle Ampelmännchen. Künftig sollen Passanten an drei Ampelanlagen in der Nibelungenstraße am Fuße des berühmten Festspielhügels nicht mehr von einem generischen grünen Männchen, sondern von einem stilisierten Richard Wagner begrüßt werden. Das Piktogramm zeigt den Komponisten in seiner typischen Pose und signalisiert unmissverständlich: Gehen – oder eben stehen bleiben.
Beschluss geht über Vorschlag der Verwaltung hinaus
Damit ging der Ausschuss über den ursprünglichen Vorschlag der Verwaltung hinaus. Rechtsreferent Ulrich Pfeifer hatte lediglich einen Test des grünen Wagner-Symbols an der Ampel Hofer Straße/Bürgerreuther Straße vorgeschlagen, während das rote Stoppsignal in seiner Standardausführung bleiben sollte. Ziel war es laut Pfeifer, Missverständnisse und Gefahren im Straßenverkehr auszuschließen. Entgegen dem Verwaltungsvorschlag nur grün zu nehmen –hat sich das Gremium mehrheitlich entschieden, Wagner in grün und rot auf die Ampel zu setzen.
„Er ist rot und er steht – was soll man denn da verwechseln?“
sagte Karsten Schieseck (BG). Einige Stadträte hatten allerdings Bedenken bezüglich der Notwendigkeit. „Eine originelle Idee, aber könnten wir das nicht mit Sponsoring finanzieren?“
Kreativer Kopf schenkt Bayreuth sein Wagner-Gesicht
Verantwortlich für das markante Wagner-Piktogramm ist der Bayreuther Karikaturist Matthias Ose. Er entwarf das Symbol und schenkte es der Stadt.
Ein langer Weg zum grünen Wagner: Antrag aus 2019 endlich erfolgreich
„Ein großer Schritt“, kommentierte Stephan Müller, Fraktionsvorsitzender der BG und Initiator des Antrags. Er wunderte sich über die im Vorschlag der Stadtverwaltung verzeichneten 6.000 Euro, da Matthias Ose keinerlei Lizenzgebühren für seine Zeichnung verlangt.
Artikel vom 7. Februar: Antrag aus dem Jahr 2019 wollte Wagner auf der Ampel sehen
Wer in Bayreuth auf eine Fußgängerampel müsste, war einigen Stadträten schon vor nun fast sechs Jahren klar: Richard Wagner natürlich. Die Stadträte Stephan Müller (BG), Klaus Wührl-Struller (Bündnis 90/die Grünen), Christa Müller-Feuerstein und Halil Tasdelen (SPD) beantragten damals, vier Ampeln in Bayreuth mit einem Motiv von Künstler Matthias Ose zu Wagner-Ampeln zu machen. Die Idee: Die Ampeln sollten Fußgängern entlang der Bahnhofstraße und Bürgerreuther Straße den Weg vom Hauptbahnhof bis zum Festspielhaus weisen. So wüsste man: Wenn ich Wagner auf der Ampel sehe, bin ich auf dem richtigen Weg zum Festspielhaus. Laut dem Antrag aus dem Jahr 2019 sollten die Ampeln an folgenden Straßen „wagnerisiert“ werden: Carl-Schüller-Straße, Feustelstraße, Meistersingerstraße und Nibelungenstraße.
Vorschlag scheiterte an Vorgaben des Freistaats
Gescheitert ist der Vorschlag damals an einer Vorgabe des Freistaats Bayern, auf die sich die Regierung von Oberfranken auch schon berief, als sie eine Sams-Ampel in Bamberg ablehnte (Die Sams-Ampel steht dort nun auf einem Spielplatz). Der Grund: Es sei unklar, ob „der verbindliche Rechtscharakter der verkehrsrechtlichen Anordnung“ unzweifelhaft bestehe, wenn statt dem neutralen Piktogramm ein Symbol aus der Unterhaltung aufleuchte. die Befürchtung ist also, dass Fußgänger so eine Ampel vielleicht weniger ernst nehmen könnten.
Neuer Anlauf zum 150-jährigen Festspiel-Jubiläum
Stadtrat Stephan Müller (BG) hat den Antrag nun, da Pumuckl den Fußgänger-Verkehr in München regelt, wieder eingebracht. „Das 150-jährige Festspiel-Jubiläum nächstes Jahr wäre doch ein schöner Anlass für Wagner-Ampeln in Bayreuth“, sagt Müller.
Die Innenministerien der Länder Rheinland-Pfalz, Hessen und Niedersachsen sehen die Sache übrigens schon lange anders als der Freistaat. In Mainz gibt es zum Beispiel eine Mainzelmännchen-Ampel, in Emden verschiedene Otto-Ampeln und in Friedberg in Hessen eine Elvis-Ampel.
Präzedenzfall Pumuckl?
Jetzt ist ja Pumuckl, Lieblingsbeschäftigung „Schabernack“, nicht der verlässlichste Berater. Ein Autoritätsproblem für die Münchner Fußgängerampeln scheint es aber trotzdem nicht zu geben. Und wenn nun in München Pumuckl als Ampelmännchen erlaubt ist, dann sollte doch Wagner in Bayreuth kein Problem sein.
Fazit: Bayreuth setzt auf kulturelles Stadtbild und Tourismus
Mit der Einführung der Richard-Wagner-Ampelmännchen setzt Bayreuth ein deutliches Zeichen für seine kulturelle Identität und unterstreicht seine Verbindung zum berühmten Komponisten. Die originellen Fußgängersignale dürften nicht nur bei Einheimischen für ein Schmunzeln sorgen, sondern auch bei Touristen für Aufmerksamkeit und Gesprächsstoff. Ein gelungener Schachzug, um das Stadtbild aufzuwerten und Bayreuth als einzigartige Kulturstadt weiter zu profilieren.












Umleitung Presseck Schwarzenbach @Staatliches Bauamt Bayreuth
Ein Kanzfeuer aus dem letzten Jahr. Foto: bt-Redaktion