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Uni Bayreuth

50 Jahre Brückenbau: Wie der Internationale Club Bayreuth die Welt in unsere Stadt holt

Sie sind die „guten Geister“ hinter den Kulissen der Universität Bayreuth: Seit fast fünf Jahrzehnten sorgt der Internationale Club (IC) dafür, dass sich Forschern aus aller Welt in der Wagnerstadt nicht nur als Gäste, sondern als Nachbarn fühlen. Wir werfen einen Blick auf eine Erfolgsgeschichte, die 1976 mit einer Kaffeerunde begann und heute wichtiger ist denn je.

Wer heute über den Campus der Universität Bayreuth schlendert, hört ein buntes Sprachengewirr. Dass diese Internationalität so reibungslos funktioniert, ist auch ein Verdienst des Internationalen Clubs für die Universität Bayreuth e.V. (IC). Gegründet im Jahr 1976 – nur ein Jahr nach der Uni selbst – blickt der Club auf eine bewegte Geschichte zurück.

Von der „amerikanischen Tradition“ zum modernen Netzwerk

Die Wurzeln des IC liegen in einer Initiative engagierter Frauen rund um die erste Präsidentin Claudia Hoffmann. Ganz nach amerikanischem Vorbild war das Ziel klar: Integration durch persönliche Begegnung. Damals ging es vor allem darum, den Ehefrauen der internationalen Professoren den Start in Bayreuth zu erleichtern. Man traf sich zum Frühstück, half bei der Kinderbetreuung und schuf einen sozialen Ankerplatz in der neuen Heimat.

Doch die Zeiten haben sich geändert. „Heute sind über 40% der Professor*innen weiblich“, so Vorsitzende Olga Gassan. Die Zahl der Professorinnen und Uni-Mitarbeiterinnen ist massiv gestiegen, und die Partner sind meist selbst berufstätig. Entstanden ist ein hochkarätiges Netzwerk aus fast 200 Mitgliedern – darunter Professorinnen, Unternehmerinnen und engagierte Bürgerinnen aus Bayreuth.

Integration 2.0: Was der IC heute leistet

Auch wenn das International Office der Uni heute viele bürokratische Hürden abnimmt, bleibt die menschliche Komponente das Herzstück des IC. Der Fokus liegt heute auf dem sozialen und kulturellen Austausch. Besonders im Visier: Doktoranden und Gastforscher, die oft zwischen den Angeboten für junge Studierende und dem festen Uni-Apparat „auf der Strecke bleiben“.

Die Kernaufgaben des Clubs im Überblick:

  • Kultureller Austausch: Organisation von Veranstaltungen, die Einheimische und internationale Gäste zusammenbringen.
  • Strategische Partnerschaft: Unterstützung der Internationalisierungsstrategie der Universität in enger Abstimmung mit der Universitätsleitung.
  • Stipendien & Preise: Der IC fördert internationale Studierende über das Deutschlandstipendium und verleiht jährlich den IC-Preis für herausragende wissenschaftliche Leistungen an sozial engagierte Nachwuchstalente.
  • Familienfreundlichkeit: Förderung eines Umfelds, in dem sich auch die Kinder der internationalen Gäste wohlfühlen.

„Welcome Parties“ und Sommerfeste: Tradition trifft Zukunft

Trotz der Modernisierung hält der IC an lieb gewonnenen Traditionen fest. Die legendären Welcome Parties bleiben fester Bestandteil des Kalenders. Ein Highlight im Vereinsjahr ist zudem das Sommerfest im Ökologisch-Botanischen Garten (ÖBG); ein Termin, der symbolisch für das steht, was der Club seit 1976 tut: Wurzeln schlagen in Bayreuth, egal woher man kommt.

Fazit

Der Internationale Club ist weit mehr als ein Kaffeeklatsch. Er ist der soziale Kleber einer weltoffenen Universität Bayreuth.