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Oberbürgermeisterwahl

OB-Wahl: Frank Hofmann will für die BG antreten – „Ich möchte für meine Stadt arbeiten“

Frank Hofmann geht entschlossen in den Wahlkampf um das Amt des Oberbürgermeisters der Stadt Bayreuth. Als Einzelunternehmer ohne Angestellte stemmt er beruflich vieles allein. Dennoch betont er: „Ich möchte für meine Stadt arbeiten.“

Die Entscheidung für die OB-Kandidatur fiel nicht spontan. Schon seit seiner Wahl in den Stadtrat bereitete sich Hofmann intensiv vor. „Ich war sogar bei Sitzungen, in denen ich gar nicht Mitglied war – einfach um zu verstehen, was gesprochen wird“, erklärt er.

Im März des Vorjahres wurde die Idee bei einer Klausurtagung erstmals intern diskutiert. Der einstimmige Beschluss zur Kandidatur fiel jedoch erst vor wenigen Tagen. „Am Mittwoch war die Vorstandssitzung, am Donnerstag haben wir es den Mitgliedern vorgestellt – das war mir besonders wichtig“, betont Hofmann. „Wir haben 196 Mitglieder, mit denen ich eng verbunden bin.“

Für Hofmann ist Bayreuth ein ganz besonderer Ort. „Ich fühle mich hier einfach wohl.“ Die Größe, das kulturelle Angebot, die Lebensqualität – all das mache Bayreuth liebenswert. „Man kommt in 15 Minuten von einer Ecke zur anderen.“

Frank Hofmann bringt es auf den Punkt: „Ich trete an, weil ich Bayreuth weiterentwickeln will. Es geht nicht um persönliche Interessen – sondern um unsere Stadt.“

Noch nicht prominent – aber mit großem Netzwerk

Hofmann räumt ein, dass er noch nicht überall bekannt ist. „Nicht so wie ein amtierender OB oder ein zweiter Bürgermeister“, sagt er. Doch er setzt auf seine 30-jährige Berufserfahrung und sein Netzwerk: „Es gibt viele, die mich kennen – aber ich muss natürlich noch bekannter werden.“

Der Wahlkampf soll genau das leisten: sichtbar werden, Gespräche führen, Vertrauen aufbauen.

Hofmann lebt im Stadtteil St. Johannis und ist als selbstständiger Immobilienkaufmann tätig. Außerdem ist er im Förderverein der Wilhelminenaue, im Beirat des Haus- und Grundbesitzervereins Bayreuth sowie als 2. Vorsitzender des VdK St. Johannis tätig.

Die Wahl zum Oberbürgermeister der Stadt Bayreuth findet im Frühjahr 2026 statt. Auch CSU und Grüne haben ihre Vorschläge für das Amt des Oberbürgermeisters/der Oberbürgermeisterin bereits bekannt gegeben.

Starke Unterstützung aus der Fraktion

Fraktionsvorsitzender Stephan Müller findet klare Worte: „Ich finde, wir haben einen sauguten Kandidaten.“ Die Bayreuther Gemeinschaft (BG) stehe geschlossen hinter Hofmann. „Wir werden ihn im Wahlkampf treu unterstützen – das machen wir gern.“

Fraktionschef Müller lobt Hofmanns Arbeitsweise: „Er ist immer gut vorbereitet und weiß über fast alles Bescheid. Andere sind da oft weniger informiert.“

Auch deshalb sei Hofmann der richtige Kandidat für das Amt.

Die zweite Vorsitzende, Anja Antoniali-Leistner, ergänzte: „Uns war wichtig, dass er zu uns passt. Dass er verbindlich ist, bürgernah und die Stadt gut nach außen vertritt.“

Schriftführer Thomas Schmid: „Wir brauchen niemanden, der laut herumposaunt. Wir brauchen jemanden, der Ahnung hat, sich gewissenhaft reinarbeitet – und da ist Frank aus unserer Sicht genau der Richtige.

„Wenn Sie eine Überschrift brauchen: fleißig, ehrlich und authentisch“, so Beisitzer Thomas Bader.

Verwurzelt in Bayreuth

„Ich bin seit 47 Jahren in Bayreuth, weil ich hier geboren wurde“, sagt Hofmann, „ich bin verheiratet und habe zwei Kinder.“

Mit Ausbildungen in Bankwesen, Immobilien, Gebäudemanagement und Barrierefreiheit ist er fachlich breit aufgestellt. Letzteres liegt ihm besonders am Herzen – inspiriert durch seinen Zivildienst bei einem querschnittsgelähmten Psychologen.

Kritik an der aktuellen Stadtpolitik

Hofmann möchte als OB unabhängig agieren: „Der OB ist laut Geschäftsordnung Vorsitzender des Stadtrats und darf keiner Fraktion angehören. Das möchte ich auch so leben.“

Er kritisiert, dass derzeit oft nur CSU-Mitglieder bei Erfolgen sichtbar seien – auch wenn andere die Anträge gestellt haben. „Das finde ich falsch.“

Hofmann versteht sich als Teamplayer und Vermittler: „Ich möchte unsere Stadt gemeinsam nach vorne bringen.“ Den Austausch mit anderen Fraktionen sieht er als Selbstverständlichkeit.

„Man muss nur das Gespräch suchen – das ist die Aufgabe eines Oberbürgermeisters.“

Schluss mit Verwaltungsstillstand

Immer wieder würden Anträge mit Verweis auf „laufende Verwaltungsangelegenheiten“ abgeschmettert. Für Hofmann ein Problem: „Oft verschwinden Anliegen so in der Schublade. Ich möchte, dass der Stadtrat die Möglichkeiten bekommt, die ihm laut Geschäftsordnung zustehen.“

Wohnen: „Bezahlbare Wohnungen sind dringend nötig“

Als Mitglied im Aufsichtsrat der GEWOG kennt Hofmann die Lage: „3.200 Wohnungen haben wir, aber das reicht nicht.“ Die Baukosten seien hoch, viele Investoren zögerten. Neue Bundesmittel könnten Abhilfe schaffen: „Ich hoffe, dass damit Projekte endlich realisiert werden.“

Bildung ist Kernanliegen

Ein zentrales Thema für Hofmann ist die Bildung. „Wir müssen unsere Schulen und Kitas in einen Top-Zustand bringen.“ Er nennt konkret das Richard-Wagner-Gymnasium: „Seit 2019 passiert nichts. Das ist die komplette Amtszeit des aktuellen OB.“

Auch andere Schulen wie die Wirtschaftsschule oder die Luitpoldschule seien betroffen. Hofmann: „Das möchte ich ändern.“

Themenvielfalt im Wahlprogramm

Neben Bildung stehen Barrierefreiheit, Stadtgrün, Stadtentwicklung und Sportstätten im Fokus. Hofmann: „Wir müssen das Mikroklima verbessern – etwa mit Fassadenbegrünung.“ Auch der Sportbereich solle stärker berücksichtigt werden.

Bis zur Nominierung am 9. Oktober will das Team die Stadtratsliste finalisieren und das Programm erstellen. „Wir haben mit vielen neuen und jungen Kandidatinnen und Kandidaten gesprochen“, sagt Hofmann. Gleichzeitig sollen auch erfahrene Namen vertreten sein – „und einige Überraschungen“.