Wirtschaft

Neubau der Brauerei Maisel in Bayreuth: Handelt die Stadt gegenüber Anwohnern intransparent?

Der angedachten Neubau der Brauerei Maisel in Oberobsang erhitzt die Gemüter. Der Stadtrat sieht sich mit Vorwürfen der Intransparenz konfrontiert.

Die Brauerei Maisel würde in Bayreuth-Oberobsang gerne ein neues Brauhaus errichten. Den Anwohnern passt das gar nicht.

Der Stadtrat müht sich um Transparenz gegenüber den betroffenen Anwohnern. „Konkrete Maßnahmen sind noch nicht da“, sagt Oberbürgermeister Thomas Ebersberger.

Neues Brauhaus in Bayreuth: Intransparenz der Stadt?

Die Brauerei Maisel sucht nach einem Standort zur Errichtung eines neuen Brauhauses. In Oberobsang bestehe lediglich „Interesse an diesem Grundstück“, wie Oberbürgermeister Thomas Ebersberger am 09. November im Bauausschuss erklärte. Kontroversen mit den Anwohnern aus Bayreuths Nordwesten scheinen dennoch vorprogrammiert. Denen mangelt es Transparenz der Verwaltung. Die bestreitet das. Einen Offenen Brief der Bürgerinitiative Oberobsang hat Ebersberger kürzlich beantwortet.

Die Grünen-Stadträte Sabine Steininger und Stefan Schlags haben einen Ortstermin in Oberobsang beantragt. Dort sollen „die Ausmaße der geplanten Baukörper dargestellt werden“ und der „Dialog mit den Anwohnern gesucht werden.“

Knackpunkt Flächennutzungsplan: Anwohner in Oberobsang wollen keine Brauerei

Die Stadträte zeigten sich solch einer Ortsbegehung aufgeschlossen. Das sei schließlich „Usus bei Projekten, die über das Maß hinausgehen“, wie es CSU-Fraktionsvorsitzender Dr. Stefan Specht formulierte. Es gebe derzeit „kaum ein Verfahren mit größerer Transparenz in Bayreuth.“

Das sahen Anwohner aus Oberobsang anders. Angaben von Traufhöhen über 23 Metern kursierten im Vorfeld. Sie fürchten, dass sie ein Riesenklotz vor die Haustür gestellt bekommen. Vor einigen Tagen sorgte eine Fotomontage des Brauhauses in einer Tageszeitung für Aufregung unter den Anwohnern. „Schlechte Fotomontagen ziehen die Stimmung runter“, konstatierte JB-Fraktionsvorsitzender Christopher Süss.

Die Fläche auf der Wiese zwischen Oberobsang und der B85 in Richtung Heinersreuth war ursprünglich als Gewerbegebiet vorgesehen. Eine Änderung im Flächennutzungsplan ermöglicht nun die Ansiedlung eines Industriegebiets. Das will man in Oberobsang verhindern.

Neue Brauerei in Bayreuth geplant: Ortstermin mit Anwohnern in Oberobsang kommt

Bereits eingangs der Diskussion beschwichtigte Ebersberger. „Konkrete Maßnahmen sind noch nicht da. Es gibt auch noch keine Pläne“, so der Oberbürgermeister. Es bestünde lediglich Interesse der Brauerei Maisel. Zahlreiche Anwohner aus Oberobsang waren als Zuhörer im Ausschuss anwesend.

Thomas Bauske (SPD) plädierte für ein „faires Verfahren“. Das habe schließlich jedes Unternehmen verdient – egal ob es Maisel oder anders heiße. „Wir wissen noch gar nicht, wie der Gebäudekomplex aussehen soll“, sagte Georg Kämpf von der BG. Alles andere sei „Kaffeesatzleserei“. Dieser Begriff fiel häufiger und sollte die Debatte prägen.

Am Ende folgte der Bauausschuss dem Vorschlag der Verwaltung einstimmig. Ein Ortstermin mit den Anwohnern in Oberobsang soll wie von den Grünen beantragt zeitnah folgen.