Gesundheit

RS-Virus bei Kleinkindern und Säuglingen: So viele Kinder werden am Klinikum Bayreuth künstlich beatmet

Das sogenannte RS-Virus befällt auch in Bayreuth immer mehr Kinder. Vereinzelt müssen sie im Klinikum sogar künstlich beatmet werden.

Das Respiratorische Syncytial-Virus (kurz RS-Virus) greift aktuell stark um sich. Besonders Kinder und Säuglinge sind von dieser Art der Atemwegserkrankungen betroffen.

Auch in Bayreuth ist das RS-Virus stark präsent. Über 70 Kinder sind an dem Virus bereits erkrankt und mussten klinisch behandelt werden.

RS-Virus bei Kindern in Bayreuth

Das Respiratorische Syncytial-Virus (kurz RS-Virus) ist bei Säuglingen und Kleinkindern bis zum Alter von drei Jahren weltweit der häufigste Auslöser von akuten Atemwegsinfektionen. Das sagt das HelmholtzZentrum in München des Deutschen Forschungszentrums für Gesundheit und Umwelt.

Aktuell ist das RS-Virus besonders weit verbreitet. Betroffen sind derzeit fast ausschließlich Kinder, obwohl das Virus auch Erwachsene befallen kann. Grund dafür könnten laut WDR schlecht trainierte Immunssysteme in Folge der Corona-Pandemie sein. In Bayreuth gab es jüngst zwei Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Auch am Klinikum Bayreuth sind bereits zahlreiche Fälle aufgetreten und dokumentiert.

Experte aus Bayreuth: Kinder vom RS-Virus besonders betroffen, „weil die Atemwege kleiner sind“

„Normalerweise treten die Fälle erst im November auf“, sagt Prof. Dr. Thomas Rupprecht, Chefarzt der Kinderklinik am Klinikum Bayreuth. Dieses Jahr wurde das erste Kind mit dem RS-Virus im Klinikum Bayreuth ihm zufolge bereits im August behandelt.

Rupprecht sagt, dass es sich nicht ausschließlich um eine Kinderkrankheit handle. „Alle Menschen sind gleichmäßig von Infektionen betroffen.“ Aber: „Die Krankheitsverläufe bei Kindern sind aber häufig schwerwiegender, weil die Atemwege kleiner sind.“ Die Symptome sind die gleichen wie bei vielen anderen Viruserkrankungen: „Fieber, Husten, Kurzatmigkeit und pfeifende Geräusche beim Atmen.“ Säuglinge könne das RS-Virus so viel Kraft kosten, dass sie nur schwer oder gar nicht trinken können. Entsprechend kann der Körper dehydrieren.

Kinder mit RS-Virus in Bayreuth künstlich beatmet

Um Einzelfälle handelt es sich dabei wohl nicht mehr. „Bei Erwachsenen hatten wir bis dato noch keinen Fall. Dafür allerdings etwa 70 Kinder“, gibt Rupprecht Auskunft. Aktuell seien 22 Kinder in Behandlung, drei von ihnen würden sogar beatmet. Zuvor sei bereits ein weiteres Kind an eine Beatmungsmaschine angeschlossen gewesen. Aktuell bietet das Klinikum Bayreuth kostenlose Corona-Tests für Besucher an – weil eine „klare Regelung fehlt“.