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Kultur

Stadträte wollen Public Viewing der Bayreuther Festspiele: Diese Entscheidung wurde getroffen

Die SPD-Stadtratsfraktion wollte wissen: Ist ein Public Viewing der Bayreuther Festspiele denkbar? Die Antwort fiel klar aus.

Ist ein Public Viewing der Bayreuther Festspiele in Bayreuth möglich? Diese Frage richtete die Bayreuther SPD an das Kulturamt. Die Antwort erfolgte in der Stadtratssitzung am 30.2021 Juni. Die Fraktion stellte den Antrag, nachdem bekannt wurde, dass die Festspiele definitiv stattfinden würden.

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Bayreuther Festspiele 2021 als Public Viewing?

Kulturreferent Benedikt Stegmayer äußerte sich zum SPD-Antrag bezüglich eines Public Viewings der Festspiele. „Die Infektionslage hat sich zwar gebessert, die Rechtslage ist jedoch weiter restriktiv“, sagte er dem Plenum. Restriktiv deshalb, weil „die Lizenzgeber nicht einverstanden sind“ mit einem Public Viewing. Entsprechend musste er den Antrag der SPD klar verneinen.

Er führte weiter aus: Die Produktionskosten der Opern würden komplett aus Lizenzgebühren finanziert. Einer der Lizenznehmer sei der Bayerische Rundfunk. Ein anderer Lizenznehmer seien Kinos wie das Cineplex in Bayreuth. Das Kino überträgt die Premiere der Festspiele im Kino in Bayreuth. „Würden diese Lizenzeinnahmen auch nur teilweise entfallen, so würde die Dokumentation künftig entfallen oder müsste durch die Gesellschafter der Bayreuther Festspiele finanziert werden.“ Das hieße auch: regelmäßige Kosten für die Stadt Bayreuth.

Bayreuther Festspiele als Public Viewing – über 100.000 Euro für die Tonanlage

Ein anderer Hinderungsgrund seinen die erheblichen Kosten. Alleine eine Videowand für die Seebühne in der Wilhelminenaue koste 17.000 Euro – und wäre damit noch der geringste Posten.

Auch die Akustik sei ein wichtiger Punkt. Um das „Premiumprodukt“ der Festspiele in gebührender Qualität transportieren zu können, sei eine entsprechende Tonanlage erforderlich – und die liege „im sechsstelligen Bereich“, wie Stegmayer sagte.

Bayreuther Stadtrat enttäuscht von Festspielleitung

Mitantragsteller Dr. Christoph Rabenstein zeigte sich „enttäuscht von der Festspielleitung für das geringe Maß an Entgegenkommen.“ Er kündigte an: „Wir werden künftig sehr genau hinschauen, was mit unseren Zuschüssen von der Stadt passiert.“ Da hakte Oberbürgermeister Ebersberger ein: „Die Zuschüsse seien nur für den Worst Case für etwas über 200 Zuschauer eingeplant gewesen.“

Aber Rabenstein hoffte auf etwas mehr Karten für Interessierte aus der Region als sonst, trotz nur des halben Kontingents an Festspielkarten. Vor einer Woche war bekannt geworden, wie viele Zuschauer die Aufführungen besuchen dürfen. „Sie könnten in der Region bleiben, wenn Opernfreunde von außerhalb aufgrund der Kurzfristigkeit nicht nach Bayreuth reisen könnten.“

Da es sich lediglich um einen Bericht des Kulturamtes handelte, gab es keine Beschlussvorlage, zu der die Räte abstimmen konnten.

Jürgen Lenkeit

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Jürgen Lenkeit