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Fahrradfahren im Winter: So soll es in Bayreuth auf den Radwegen noch sicherer werden

Viele Bayreuther schwören auch im Winter auf ihr Fahrrad. Das Fahren soll nun sicherer werden. Dafür wird ein Experiment aus dem Vorjahr fortgesetzt.

Fahrradfahren im Winter ist nicht immer einfach – auch nicht in Bayreuth. Die Stadt verfolgt einen Plan, wie es noch sicherer werden soll. Dafür setzt sie ein Experiment aus dem Vorjahr fort.

Streusalz auf den Fahrradwegen der Stadt soll weiter eingesetzt und ausgeweitet werden. Das wurde im Bauausschuss am Dienstag (9. November 2021) beschlossen.

Streusalz für Bayreuther Fahrradwege

Im letzten Winter startete es als ein Versuch, der anfangs etwas holperte. Auf dem südlichen City-Fahrradweg vom Thurnauer Weg durch die Altstadt an Röhrensee und Kreuzstein vorbei bis zum Schulzentrum Ost wurde Streusalz statt Splitt ausgetragen. Für rund vier Wochen. Insgesamt ist die Strecke gute sechs Kilometer lang.

Das Experiment wurde deshalb für gut befunden, weil die Radreifen von Salz weniger zerschunden worden seien als vom Splitt. Deshalb wird es im kommenden Winter ausgeweitet. Das hat der Bauausschuss am Dienstag (9. November 2021) beschlossen. Einen Tag zuvor forderte der Verkehrsausschuss eine Ampel für Fahrradfahrer an einer gefährlichen Straßenkreuzung.

36 Einsätze seien laut Baudirektorin Urte Kelm gefahren worden. Der Aufwand sei doppelt so hoch wie bei herkömmlichem Rollsplitt. Aber: Die Fahrradfahrer in Bayreuth waren zufrieden. „Das war ein ganz gutes Vorgehen, um weitere Erfahrungswerte zu sammeln“, sagte etwa Zweiter Bürgermeister Andreas Zippel (SPD).

Winterdienst auf Radwegen: ein Schritt hin zur Mobilitätswende

Nun soll der Test ausgeweitet werden. Sensible Stellen entlang des langen Radweges sollen beprobt werden, um möglicherweise schädliche Auswirkungen des Salzes auf die Umgebung zu untersuchen. „Nur mit gesicherten Radwegen gelingt die Mobilitätswende“, plädierte Johanna Schmidtmann von den Grünen für das Experiment. Im Stadtrat rangen die Räte lange um ein Klimaschutzkonzept für Bayreuth. Schmidtmann setzte sogar noch eins drauf: Auch an Straßen, auf denen Salz gestreut würde, könnten Proben genommen werden. Die ausgebrachte Salzmenge auf Radwegen sei da schon fast zu vernachlässigen.

Georg Kämpf (BG), im letzten Jahr noch kritischer Begleiter der Salzstreuer, lobte nun ausdrücklich die Verwaltung für den umsichtigen Einsatz an Streusalz auf Bayreuths Radwegen. Es müsse weiter gelten: „So viel wie nötig, so wenig wie möglich.“ Stefan Huttner (FDP), selbst passionierter Radfahrer, war ebenfalls angetan von dem Streusalz-Experiment.

Streusalz auf Radwegen: So hat der Bayreuther Bauausschuss abgestimmt

Einzig Helmut Parzen (CSU) wollte sich dem Lob nicht so ganz anschließen. Der Aufwand einer Salzstreuung gegenüber Splitt sei zu groß. „Als Privater darf ich nicht mit Salz vor dem Haus streuen, als Stadt Bayreuth aber schon?“, fragte er rhetorisch.

Parzen sollte sich noch umstimmen lassen. So votierte der Bauausschuss einstimmig für die Fortführung des Winterdienstes auf Bayreuther Fahrradwegen. An einem Tag ereigneten sich in Bayreuth drei Fahrradunfälle mit mehreren Verletzten.