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Frau stirbt bei Unfall in der Fußgängerzone WM-Public Viewing in und um Bayreuth Jean Paul Platz soll aufgehübscht werden

Zuletzt aktualisiert am 20. Mai 2026 | 15:48

WM-Public-Viewing in Bayreuth: La-Spezia-Platz auf der Kippe

von Michael Christensen

Kommt das große Public Viewing in Bayreuth doch nicht unter freiem Himmel? Wegen verschärfter Sicherheitsauflagen steht der beliebte Standort am La-Spezia-Platz aktuell auf der Kippe. Eine Alternative ist bereits vorhanden, allerdings nicht unter freiem Himmel.

Das EM-Public-Viewing am La-Spezia-Platz 2024. © Halil Tasdelen
Das EM-Public-Viewing am La-Spezia-Platz 2024. © Halil Tasdelen

La-Spezia-Platz bleibt Wunschstandort

Schon vor mehreren Monaten hatten die Organisatoren bei der Stadt Bayreuth angefragt, ob das Public Viewing erneut am La-Spezia-Platz stattfinden kann. Dort wurde bereits zur vergangenen Europameisterschaft erfolgreich gemeinsam Fußball geschaut.

Damals war der Standort als Ausweichfläche genutzt worden, nachdem andere Bereiche bereits belegt waren. Mit Containern, Toilettenanlagen und Sicherheitsmaßnahmen lief die Veranstaltung laut Stadtrat Christian Wedlich erfolgreich und ohne größere Probleme.

Neue Sicherheitsvorgaben sorgen für Probleme

Inzwischen haben sich die Sicherheitsanforderungen allerdings deutlich verschärft. Vor allem die Vorgaben rund um die Sperrvorrichtungen. Die zuständigen Behörden verlangen Sicherheitsabstände von bis zu 30 Metern, um mögliche Gefahren durch Lkw oder andere Fahrzeuge auszuschließen.

Der La-Spezia-Platz bleibt trotz der neuen Unterkeilvorrichtungen ein Problemfall, weil die Sicherheitslage dort nicht allein mit Pitagone- bzw. Oktablocks gelöst werden kann. Erstens müsste die Stelle mit den Sperrvorrichtungen mit einem Mindestabstand von 30 Metern vorgesehen werden. Dadurch würden Teile der Opernstraße sowie der Kanal- und Luitpoldplatzstraße blockiert.

Hinzu kommt, was die Sperren tatsächlich leisten können. Sie sind DIN-zertifiziert und können sogar einen 7,5-Tonnen-Lkw bei bis zu 50 km/h zum Stopp bringen. Das stellt für den Platz eine zusätzliche Herausforderung dar, denn aus jeder Richtung gibt es viel Zulauf für den Worst-Case-Fall.

Zusätzlich liegt der Platz an einer wichtigen Verkehrsachse in direkter Nähe zum Zentralen Omnibusbahnhof (ZOH). Straßen und Zufahrten können deshalb nicht vollständig gesperrt werden, ohne massiv in den öffentlichen Verkehr einzugreifen und wichtige Einfahrtsstraßen für die Innenstadt zu blockieren. Genau dieses Zusammenspiel aus Sicherheit und Verkehrsfluss macht Großveranstaltungen am La-Spezia-Platz schwer realisierbar.

Viel Zeit bleibt allerdings nicht mehr. Für Veranstaltungen dieser Größenordnung gelten Vorlaufzeiten von mindestens vier Wochen. Da das erste deutsche WM-Spiel gegen Curaçao bereits am 14. Juni und damit in weniger als vier Wochen stattfindet, muss die Entscheidung bald fallen, ob am La-Spezia-Platz doch noch eine Lösung möglich ist und Spiele der Gruppenphase gezeigt werden können.

Reichshof als erste Alternative

Sollte der Wunschort nicht realisierbar sein, haben sich die Veranstalter vorerst für den Reichshof als Ausweichlösung entschieden. Geplant sind Übertragungen sowohl im Saal als auch im Außenbereich Richtung Maximilianstraße.

Der große Vorteil: Dort lassen sich die Sicherheitsauflagen deutlich einfacher umsetzen. Außerdem wäre die Veranstaltung unabhängiger vom Wetter, vom Bürgerfest und von möglichen Sperrzonen im öffentlichen Raum.

Bislang gibt es laut der Stadt keine weiteren Anfragen für WM-Public-Viewing (Stand 20. Mai).

Auch andere Events betroffen

Die Diskussion betrifft nicht nur das Public Viewing. Auch andere Kulturveranstaltungen und Feste in der Innenstadt kämpfen aktuell mit ähnlichen Problemen. Wedlich nennt unter anderem die geplante Festmeile am Luitpoldplatz zum 150-jährigen Jubiläum der Festspiele sowie Veranstaltungsflächen rund um das Bürgerfest.

Abgestellte Lkw oder Traktoren als Absperrung reichen laut Wedlich nicht mehr aus. Dass solche Behelfslösungen dennoch vorkommen, zeigte zuletzt der Faschingsumzug, wo Fahrzeuge einzelne Gassen blockierten.

Die Stadt Bayreuth erklärt dazu, dass zertifizierte Sperren nicht immer verfügbar seien und deshalb im Einzelfall auch alternative Maßnahmen zum Einsatz kämen.

„Für den La-Spezia-Platz kommen aus fachlicher Sicht solche temporären, alternativen Veranstaltungsschutzsperren nicht in Frage, da die aufgrund der gegebenen Infrastruktur (Luitpoldplatz / La Spezia Platz) ein Einsatz von zertifizierten Sperren zur angemessenen Sicherung und zum Schutz des Platzes vorgesehen ist und somit auch benötigt wird.“

Die Kostenfrage

Zusätzlich geht es auch um die Kostenfrage. Die Sicherheitsmaßnahmen seien inzwischen ein erheblicher finanzieller Faktor, so Wedlich. Er fordert deshalb, dass die Stadt Bayreuth einen Teil dieser Kosten übernimmt, da die Vorgaben bundesrechtlich geregelt seien. Für Besucher könnten sich steigende Sicherheitskosten sonst indirekt bemerkbar machen – etwa durch höhere Preise bei Veranstaltungen und Festen.

In einer Anfrage vom 22. April 2026 teilte die Stadt Bayreuth dem Bayreuther Tagblatt die Kosten für Sicherheitssperren mit. Für ein Pitagone- oder Oktablock-Element fallen 30 Euro für die gesamte Veranstaltungsdauer an, für einen Betonblock 60 Euro. „Es werden lediglich die Personalkosten des Stadtbauhofes verrechnet.“

Beim diesjährigen Frühlingsfest beliefen sich die Kosten für den Veranstalter beispielsweise auf 120 Euro (= vier Absperrelemente). Für eine Veranstaltung am La-Spezia-Platz wäre die Anzahl deutlich höher und damit auch die Kosten. Das Verleihsystem, das die Stadt anbietet, ist aber für die Stadt am Ende jedoch ein Nullsummengeschäft.

Trotzdem kosten Veranstaltungen in Bayreuth im Vergleich zum vergangenen Jahr inzwischen mehr. Warum? „Unter anderem mangels Rechtssicherheit wurde im letzten Jahr auf eine Kostenumlage verzichtet“, antwortet die Stadt. Nach Prüfung sei die Umlage der Kosten auf Veranstalter rechtlich möglich und in diesem geringen Umfang auch verhältnismäßig.

Im Haupt- und Finanzausschuss am 20. Mai wird die Verwaltung im Licht eines Antrags von Wedlich dem Gremium genau dies erläutern. Anschließend wird darüber abgestimmt, ob Bayreuth dieses Modell weiter verfolgen wird.

Doch wer soll am Ende dafür aufkommen? Sollen die Steuerzahler die Kosten tragen, um Veranstaltungen zu entlasten? Sollen Veranstalter die Kosten übernehmen und die Sperren je nach Bedarf von Stadt zu Stadt ausleihen? Oder sollen Veranstalter gar eigene Sperrvorrichtungen anschaffen und transportieren?

Die Oktablocks und Pitagone-Elemente kosteten die Stadt Bayreuth und damit die Steuerzahler bei der Beschaffung im Frühjahr 2025 mehr als 300.000 Euro. Keine kleine Summe.

FAQ

Wo soll das Public Viewing aktuell stattfinden?

Derzeit wird der La-Spezia-Platz noch geprüft. Der Reichshof gilt jedoch als bevorzugte Lösung für das Public Viewing in Bayreuth, falls der Standort am La-Spezia-Platz wegfallen sollte.

Warum ist der La-Spezia-Platz problematisch?

Grund sind verschärfte Sicherheitsauflagen und fehlende Abstandsflächen für moderne Fahrzeugsperren.

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