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Politik in Bayreuth

Neubau für Menschen mit Behinderung in Bayreuth: „Geniales Projekt“ – das ist geplant

Der Bauausschuss des Bayreuther Stadtrates hat am Dienstag (13.4.21) ein Neubauprojekt auf der Weg gebracht. Geplant ist ein Wohnhaus für Menschen mit Behinderung.

Am Dienstag (13. April 2021) hat der Bauausschuss des Bayreuther Stadtrates über einen Vorbescheidantrag abgestimmt. Geplant ist der Neubau eines Wohnhauses für Menschen mit Behinderung. Die Fraktionen hatten eine eindeutige Meinung. Vor einigen Wochen erst hatte der Stadtrat final über den Bayreuther Haushalt 2021 entschieden.

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Im Grünen und zentrumsnah: Wohnhaus für Menschen mit Behinderung in Bayreuth

Platz genug bietet es. Die Rede ist vom Baugrundstück in Moritzhöfen. An der Ecke Moritzhöfen und Hegelstraße soll der Wohnbau für Menschen mit Behinderung entstehen. Möglich macht das ein flächengleicher Grundstückstausch zwischen der Stadt Bayreuth und dem Verein Hilfe für das behinderte Kind e.V. Dieser Verein ist bei der Realisierung des Neubaus auch federführend. Das Grundstück für das geplante Wohnhaus befindet sich damit in unmittelbarer Nachbarschaft zum Röhrensee.

So soll der Wohnbau in Bayreuth ausgestattet sein

Der berufsmäßige Stadtrat und Rechtsreferent Ulrich Pfeifer skizzierte den Mitgliedern des Bauausschusses das Projekt. Das Wohnhaus ist mit 24 stationären und zehn ambulanten Wohnplätzen geplant. Gemäß den Planungen sehe der Bau drei Vollgeschosse vor. Dazu komme das Dachgeschoss als Staffelgeschoss mit begrüntem Flachdach. Die Architektur füge sich somit harmonisch in die Umgebung des Röhrensees ein. Angefahren werden soll das Wohnhaus von der Straße Moritzhöfen. Dort finden auch Autostellplätze und eine Zufahrt für Fahrdienste Platz.

Wohnhaus in Bayreuth: „Neue Heimat“ für Familienzentrum Mama Mia

Auf einem Teil des zu bebauenden Grundstücks befindet sich aktuell das Mama Mia Familienzentrum. Der eingetragene Verein werde als öffentlich anerkannter Träger der Jugendhilfe seit 1996 von der Stadt Bayreuth gefördert, so Pfeifer. Es sei „ein wichtiger Partner der Stadt Bayreuth“ – und werde daher langfristig aufgewertet: Das aktuelle Gebäude werde abgerissen und das Mama Mia finde im Erdgeschoss des Wohnhauses für Menschen mit Behinderung eine neue Heimat, führt Pfeifer aus. Dazu gehöre auch, wie bisher, ein Spielplatz im Freien.

Pfeifer zitierte zudem den Klimabeirat der Stadt, der keine negativen Auswirkungen für das Klima befürchte. Abschließend betonte Pfeifer den sozialen Aspekt des Neubaus. Dieser Vorbescheidantrag sei der Beweis für eine „ebenso positive, wie höchst willkommene Stadtentwicklung“. Außerdem gab die Stadt Bayreuth heute bekannt, dass sie ehrenamtliche Schulweghelfer suche.

Fraktionen haben klare Meinung zum Neubau

Stefan Specht (CSU) sprach von einer „genialen Lösung“ mit Synergie-Effekt: Soziales Wohnprojekt für Menschen mit Behinderung treffe auf Mama Mia im Erdgeschoss. Thomas Bauske (SPD) stimmte Specht zu. Er sei froh, „dass nicht schon früher eine Lösung für das Grundstück gefunden wurde.“

Diese Andeutung griff Fraktionsvorsitzende Sabine Steininger (Grüne) auf. 2012 hätte es bereits Pläne zur Bebauung gegeben, eine Expertise riet damals jedoch ab. Dennoch trügen die Grünen das Projekt mit, unter der Bedingung, „dass dies kein Einfallstor für eine weitere Bebauung des Aubachtals sei“, wie Steininger anmerkte. Schön sei zudem, dass die groß gewachsene Kastanie am Grundstücksrand als Naturdenkmal ebenso gelungen integriert wurde wie die gesamte Baumreihe am Straßenrand.

So kann Bayreuth Menschen mit Behinderung noch besser integrieren

Thomas Hacker (FDP) merkte an, dass Menschen mit Behinderung für eine optimale Inklusion am besten in der Stadt untergebracht seien. Christopher Süss (JB) stimmte dem ebenso zu wie Georg Kämpf (BG). Der mahnte eine möglichst kurze Bauzeit an, damit das Mama Mia schnell seine neuen Räume beziehen könne.

Einstimmiger Beschluss

Abschließend stimmten die Mitglieder des Bauausschusses einstimmig für die Fortführung des Verfahrens. Der Wohnbau des Vereins Hilfe für das behinderte Kind e.V. nimmt somit konkrete Formen an. Mama Mia darf sich auf ein neues Zuhause an vertrautem Ort freuen.

Jürgen Lenkeit

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Jürgen Lenkeit