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Zuletzt aktualisiert am 09. April 2025 | 12:16

Stadtentwicklungsausschuss

Neuer Bericht, alte Probleme: Friedrichsforum weiter im Verzug

von Stefanie Schweinstetter

Der Stadtentwicklungsausschuss hat einen weiteren Quartalsbericht zur Dauerbaustelle Friedrichsforum erhalten. Die Hauptarbeiten sollen zwar 2025 fertig werden – aber Restarbeiten, Mängelbeseitigungen und steigende Kosten sorgen weiter für Frust im Gremium.

© Stefanie Schweinstetter
© Stefanie Schweinstetter

Einen weiteren Quartalsbericht zum Stand des Friedrichsforums hat der Stadtentwicklungsausschuss am Dienstag, den 8. April, erhalten. Wenig Überraschendes war in der Sitzung dabei: es wird wahrscheinlich teurer, es dauert wahrscheinlich länger, ging aus dem Vortrag von Maximilian Loos von der Projektsteuerung Drees & Sommer hervor.

Wann?

Der zuletzt angesetzte Termin, das Friedrichsforum werde im dritten Quartal 2025 fertig, könne nicht eingehalten werden, so Loos. „Wir sind zuversichtlich, dass wir die wichtigen Hauptarbeiten im dritten Quartal fertigstellen können. Es wird aber Restleistungen und Mängelbeseitigungen geben, die sich bis zum Ende des Jahres hinziehen können.“

Zumindest das „Nadelöhr Türen“ sei annähernd überwunden, wie Baureferentin Urte Kelm berichtete. Nun gebe es aber Probleme mit neuen Gewerken, bei der Heiz- und Kühldecke knirsche es. Hier gebe es von der ausführenden Firma keine Zusage eines konkreten Ausführungstermins. „Wir kämpfen da wöchentlich mit der Firma und haben unsere Rechtsberatung hinzugezogen“, sagte Maximilian Loos in der Sitzung. Material sei zum Teil nicht mehr lieferbar. Andere Gewerke seien aber von der Fertigstellung der Decke abhängig, weswegen sich der Bau weiter verzögere. „Wir ziehen vor, was wir vorziehen können. Die Baustelle ist sehr kleinteilig geworden. Wenn sich der Zeitplan verschiebt, passt die Baustelle bei einigen Firmen nicht mehr in den Terminplan“, erklärte Maximilian Loos. 

Wieviel?

„Es wurde weiterhin mit den 105 Millionen Euro gerechnet“, sagte Maximilian Loos. Wir hatten eine lange Liste an Nachträgen, die wir in Auftrag gegeben haben. Die 105 Millionen werden nicht reichen, wir arbeiten daran, eine neue Prognose mit dem Hochbauamt aufzustellen.“ Diese sei aber noch nicht abschließend erfolgt. Kopfschütteln im Gremium.

Mehrere Nachfragen zu einem Gutachten

Eine gewisse Müdigkeit war in den Reaktionen der Stadträtinnen und Stadträte zu spüren: „Ihr freudiger Optimismus ist ja wirklich bewundernswert, Herr Loos, können wir nur hoffen, dass er nicht enttäuscht wird“, sprach Stefan Specht (CSU) aus, was wohl die meisten Stadträtinnen und Stadträte dachten. Sabine Steininger (die Grünen) sprach von „Hiobsbotschaften“, Georg Kämpf (BG) nannte den Quartalsbericht einen „Schlag in die Magengrube“.  Mehrere Nachfragen kamen zu einem Gutachten, das im Quartalsbericht nur oberflächlich erwähnt wurde. Das Gutachten befasse sich damit, ob die ursprünglich geplante bühnentechnische Ausstattung ausreichend sei, so Urte Kelm. Da gebe es wohl zum Teil Bedenken. Als Dokument sei es im Projektteam noch nicht angekommen, man habe die Inhalte aber schon mündlich besprochen, so Loos. Mit dem Bau habe das aber nur bedingt zu tun, es gehe primär um die Ausstattung. „Alles, was die Stadt diesbezüglich bei uns in Auftrag gegeben hat, haben wir berücksichtigt“, so Loos.

Von Herzblut und Feuer und Flamme

Zufriedenstellend seien die Ausführungen des Projektteams bezüglich der Kosten und des Gutachtens nicht, so Christopher Süss (JB). Laut wurde Halil Tasdelen (SPD): „Jedes Mal wird es teurer. Da muss doch irgendjemand dabei sein, der da etwas Herzblut einbringt! Ich fühle mich veräppelt.“ Auch Parteikollege Thomas Bauske wies darauf hin, dass man frühzeitig gewusst habe, dass es bei der Sanierung eines alten Hauses Probleme geben würde. „Die Mehrheit wollte es aber so“, so Bauske.

Architekt Thomas Knerer reagierte auf den Vorwurf: „Es gab spektakuläre Änderungswünsche, unter anderem ein neues Akustikkonzept. Ich hab mir auch immer wieder gesagt: Wir können das nicht fortsetzen. Trotzdem sind wir nach wie vor Feuer und Flamme für das Projekt. Wir versuchen Ihnen transparent zu machen, mit welchen Schwierigkeiten wir kämpfen. Ich muss aber als Architekt mit den Firmen arbeiten, die mir zugeteilt werden. Ich habe mir keine einzige Firma selbst ausgesucht.“

Ein Funken Zuversicht war im Gremium aber auch zu finden. Karsten Schieseck (BG)  und Stephanie Kollmer (CSU) bekräftigten ihre Unterstützung für das Projekt. Die Stadthalle in der Friedrichstraße sei die richtige Entscheidung für die Stadtgesellschaft gewesen, so Schieseck. „Ich bin froh, dass wir keinen Neubau auf der grünen Wiese geplant haben“, sagte Stephanie Kollmer.

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