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Fichtelgebirge

Ochsenkopf-Flagge am Nürnberger Hauptbahnhof kehrt zurück

von Katharina Müller-Sanke am 12. Dezember 2024, Update am 11. Dezember 2025

Eine Tradition mit fast hundertjähriger Geschichte lebt wieder auf. Lange war unklar, ob die Ochsenkopf-Flagge in Nürnberg wieder gehisst wird, sobald Schnee fällt. Jetzt ist klar: Die Hoffnung darauf hat sich bestätigt.

Im vergangenen Jahr wurde angekündigt, dass die Ochsenkopf-Fahne spätestens im folgenden Winter zurückkehren soll. Nun ist es so weit: Die symbolträchtige Tradition stärkt erneut die Verbindung zwischen Nürnberg und dem Fichtelgebirge und erinnert an die lange Wintersportgeschichte der Region.

Frühe Verbindung: Nürnberger Skifahrer entdecken den Ochsenkopf

Schon vor mehr als 100 Jahren zog es Skifahrer aus Nürnberg ins Fichtelgebirge. Der erste „Wintersportzug“ fuhr 1908 von Nürnberg nach Warmensteinach. Damit begann eine Tradition: Sobald auf dem Ochsenkopf genügend Schnee lag, wurde am Nürnberger Hauptbahnhof eine Fichtelgebirgs-Fahne gehisst, die den Winterspaß signalisierte.

Historische Wurzeln der Winterflagge

Das erste dokumentierte Hissen der sogenannten „Winterflagge“ fand im Winter 1926/27 statt. Jahrzehntelang war die Fahne ein Symbol für den Beginn der Skisaison. 2011 wurde die Tradition von der Tourismus & Marketing GmbH Ochsenkopf wiederbelebt, endete jedoch 2019 abrupt.

Vor zwei Jahren haben wir vom Bayreuther Tagblatt bei Andreas Munder vom Tourismusverband Ochsenkopf nachgefragt was mit der Fahne sei. Doch er bedauerte: Auch 2023 gebe es keine Flagge in Nürnberg. Er führt dazu zwei Gründe an: die Corona-Pandemie und der Umbau des Nürnberger Hauptbahnhofs. Dabei verschwanden die Fahnenmasten, die ein zentraler Bestandteil der Zeremonie waren.

Die Fahnenmasten sind zurück

Nun gibt es gute Nachrichten: Die Fahnenmasten wurden im Zuge der Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes an anderer Stelle wieder aufgestellt. Einer Wiederaufnahme der Tradition steht damit nichts mehr im Weg. Theoretisch.

Ende letzten Jahres war die Freude darüber groß. Eigentlich hätte man 2023 wieder eine Flagge hissen können. Doch es war zu kurzfristig. Und 2024? Da passiert wieder das gleiche!

Die schwierige Situation beim Tourismusverband hat dafür gesorgt, dass niemand im Sommer 2024 dran gedacht hat, den Termin zu vereinbaren. Andreas Munder war ja eigentlich im Ruhestand und seine Nachfolgerin hat sich offenbar nicht gekümmert.

„Als ich im Oktober wieder übernommen habe, war es leider zu spät“, sagt er. Schließlich muss der Termin mit dem Christkind und den weiteren Ehrengästen, der Musik und vielen weiteren abgestimmt werden. Das Vorhaben ist also auch für 2024 gescheitert. Denn ohne den Festakt mit dem Hissen der Fahne macht die Fahne am Bahnhof keinen Sinn.

Fichtelgebirge/Ochsenkopf: Eine starke Tourismusdestination

Die Region zählt über 1,5 Millionen Übernachtungen und rund 14 Millionen Tagesgäste pro Jahr. Sie gilt als attraktives Ziel für Naturfreunde, Familien und Aktivurlauber.

Im Winter bietet der Ochsenkopf über vier Kilometer Pisten, moderne Lifte und frisch renovierte Seilbahnen. Die Region gilt als Wiege des fränkischen Wintersports und präsentiert sich heute als moderne, vielseitige Erlebnisdestination.

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Bedeutung für die Metropolregion Nürnberg

Ben Schwarz, politischer Sprecher des Forums Heimat und Freizeit der Metropolregion Nürnberg, hob hervor, dass die Region mit ihren 15 Tourismuszielen eine unvergleichliche Kulturlandschaft bietet. Der Tourismus sei ein starker wirtschaftlicher und kultureller Motor.

Auch Andreas Munder von der Tourismus & Marketing GmbH Ochsenkopf betonte die große Vielfalt der Wintersportregion. Gemeinsam mit der Stadt Nürnberg, dem VGN und der Metropolregion wird dafür gesorgt, dass Gäste bequem per Bus und Bahn anreisen können.