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OB-Stichwahl in Bayreuth: Der direkte Vergleich zwischen Ebersberger und Zippel
Die Ausgangslage könnte kaum spannender sein. Während Amtsinhaber Thomas Ebersberger auf seine langjährige Erfahrung und die Kontinuität laufender Großprojekte setzt, wirbt Andreas Zippel offensiv für einen „echten Wechsel“ und eine Modernisierung der Verwaltung.
Das Duell um den Chefsessel: Wer sind die Kandidaten?
Um den Bayreutherinnen und Bayreuthern die Entscheidung zu erleichtern, haben wir die wichtigsten Eckdaten der beiden Kontrahenten in der folgenden Übersicht zusammengefasst:
| Thomas Ebersberger (CSU) | Andreas Zippel (SPD) | |
| Aktuelles Amt | Oberbürgermeister |
2. Bürgermeister
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| Alter | 68 |
34
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| Berufsweg | Rechtsanwalt, langjähriger Kanzlei-Inhaber, Oberbürgermeister |
Verwaltungsjurist (Zentrum Bayern Familie und Soziales), Uni-Mitarbeiter
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| Politische Erfahrung | Stadtrat seit 1984, seither drei Mal 2. Bürgermeister |
Stadtrat, Bezirksrat, seit 2020 2. Bürgermeister
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| Kernbotschaft | Erfahrung & Stabilität statt Sympathiewerten |
Wechsel statt Weiter so
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| Erfahrung vs. Erneuerung | Ebersberger verweist auf seine direkten Drähte in die Ministerien, die für Fördergelder essenziell seien und seine über Jahrzehnte gewachsenen Verbindungen in Bayreuth und weit darüber hinaus.
Er verweist auch auf das CSU-interne Netzwerk. |
„Ich habe Herrn Ebersberger schon in fast allen Themen einmal vertreten, kenne als Verwaltungsjurist Verwaltung im Allgemeinen und unser Rathaus im Speziellen gut. Es wird leicht, sich einzuarbeiten.“
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| Schwerpunkte | Klinikum, Infrastruktur, Finanzen |
Digitalisierung, Moderation, Moderne Verwaltung
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| Ist ein Wechsel ein Problem? | Oberbürgermeister Thomas Ebersberger warnt vor den Risiken eines Wechsels in einer Phase, in der viele Millionenprojekte wie die Sanierung des Klinikums oder die Elektrifizierung der Bahnstrecken auf dem Spiel stehen. Er betont, dass ein neuer Amtsinhaber oft dazu neige, Schwerpunkte neu zu setzen, was wichtige Prozesse verzögern könne. |
Herausforderer Andreas Zippel sieht die Situation grundlegend anders. Für ihn ist ein Wechsel in einer Demokratie ein normaler Prozess, den die Verwaltung problemlos auffangen könne.
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| Mangelnde Transparenz? | Ebersberger betont er habe das Informationsangebot an die Fraktionen deutlich erhöht, dieses müsse von den Räten jedoch auch angenommen werden. Beispielsweise könnten die Bürgermeister bei den Führungskreisen mit dabei sein, was oft nicht angenommen werde. Das Angebot sei um ein Vielfaches höher gewesen als früher. |
Mangelnde Transparenz ist seit längerem ein Kritikpunkt von Andreas Zippel am Oberbürgermeister. Er selbst sagt er wolle im Falle einer Wahl stärker zwischen den Fraktionen moderieren und die Anliegen der Bevölkerung „nicht als lästig, sondern als wertvoll betrachten.“
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Wird genug angepackt?
Die Stadt Bayreuth hat unter Oberbürgermeister Thomas Ebersberger viel Geld für Sanierungen ausgegeben. Gleichzeitig ist der Schuldenstand um ein Drittel gesunken und die Wirtschaftsleistung gestiegen – sichtbar auch an den höheren Gewerbesteuereinnahmen. Aktuell werde investiert und dadurch steige der Schuldenstand natürlich wieder deutlich. Große Kostenträger sind dabei das Klinikum, die Sanierung der Berufsschule, die Investition in der Wilhelm-Pitz-Straße und die Abfinanzierung des Friedrichsforums (das vor der Amtszeit von Ebersberger beschlossen worden ist).
„Es ist klar, wenn große Baumaßnahmen kommen müssen wir Schulden aufnehmen. Aber die Schulden, die wir aufnehmen, sind alle nur Investitionen in die Zukunft. Eine langfristige Verschuldung ist manchmal eben nötig. Aber dafür hat man auch mehr Einnahmen, als wenn man nicht investiert,“ so Ebersberger.
Andreas Zippel: „Bayreuth braucht neue Impulse“
Andreas Zippel wirft Ebersberger vor, sich bei Problemen wie der Kostenexplosion am Friedrichsforum hinter der Verantwortung der Vorgänger zu verstecken.
„Niemand erwartet, dass ein Oberbürgermeister mit Klemmbrett auf die Baustelle geht und Gewerke anweist. Aber man muss den Willen haben, sich in diese Projekte einzuarbeiten und seine Rolle als Führungskraft und Moderator ausfüllen. Genau das wäre mein Anspruch als Oberbürgermeister – auch und gerade, weil ich dann Projekte übernehmen und fertigstellen werde,“ so Zippel.
Abschließende Worte:
Zippel:
„Ich möchte hier in vielen Jahrzehnten auch meinen Lebensabend verbringen. Ich werde daher meine ganze Kraft und Entschlossenheit dafür einsetzen, dass Bayreuth fit für die Zukunft wird.“
Ebersberger:
„Es könnte durchaus sein, dass er (Zippel) in einigen Jahren soweit ist, dass auch ich ihm dieses Amt zutrauen könnte.“
Fazit: Bayreuth hat die Wahl
Die Bayreuther haben am Sonntag die Wahl zwischen zwei unterschiedlichen Politikstilen: Dem erfahrenen Oberbürgermeister Ebersberger, der auf Stabilität und die Fortführung begonnener Großprojekte setzt, und dem jungen Verwaltungsjuristen Zippel, der die Verwaltung modernisieren und transparenter kommunizieren möchte.












Therapeutisch-Pädagogisches Zentrum in Hof. © NEWS5 | Stephan Fricke
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