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Eishockey

Heimsieg im Tigerkäfig: onesto Tigers bezwingen Passau Black Hawks

Die onesto Tigers Bayreuth haben sich in einer spannenden Oberliga-Partie drei wichtige Zähler gesichert. Trotz einer angespannten Personallage besiegten die Gelb-Schwarzen vor 1.034 Zuschauern im heimischen Tigerkäfig die Passau Black Hawks mit 3:2 (1:0, 2:0, 0:2). Matchwinner waren neben einer starken Powerplay-Quote vor allem Saisondebütant Daniel Arendas im Tor und ein aufopferungsvoll kämpfendes Team.

Die onesto Tigers Bayreuth beginnen das neue Jahr 2026 mit einem echten Härtetest. Nach einem versöhnlichen Jahresabschluss mit einem Sieg und zwei knappen Overtime-Niederlagen wartet gleich zu Beginn ein intensiver Dreierpack in der Oberliga Süd. Innerhalb von fünf Tagen treffen die Tigers auf Selb, Passau und Peiting – drei direkte Konkurrenten im Kampf um die Playoff-Plätze. Gegen Passau konnten sie die Niederlage gegen Selb wieder wett machen.

Turbulente Vorzeichen: Torhüter-Debüt erzwingt Umplanung

Die Vorzeichen standen alles andere als ideal für das Team von Coach Suarez. Neben den Verletzten Leask, Habeck und Verelst sowie dem gesperrten Hüserich fielen kurzfristig auch Stammkeeper Maxi Meier (Erkrankung) und Conner McLeod (Einsatz in Weiden) aus.

Kurzerhand rückte Daniel Arendas für sein Saisondebüt zwischen die Pfosten. Als Backup fungierte Sebastian Dünkel, der in Absprache mit dem EHC Bayreuth einsprang. Trotz der Ausfälle starteten die Tigers selbstbewusst und drückten von Beginn an aufs Tempo.

Souveräne Führung durch starke Special Teams

Nachdem Barber, Spacek und Bollers zunächst noch am starken Passauer Schlussmann Eisenhut gescheitert waren, erlöste Aidan Brown die Fans in der 19. Minute. Bei einer angezeigten Strafe agierten die Tigers mit sechs Feldspielern clever und Brown vollendete zur verdienten 1:0-Pausenführung.

Im zweiten Drittel zeigten die Bayreuther, warum sie in Überzahl brandgefährlich sind. Zwei Strafzeiten gegen Passaus Rott nutzten die Hausherren eiskalt aus:

  • 24. Minute: Aiden Brown drückt die Scheibe nach Zuspiel von Bollers zum 2:0 über die Linie.
  • 26. Minute: Kyle Bollers selbst erhöht nach Vorarbeit von Barber auf 3:0.

Zittersieg im Schlussabschnitt

Im letzten Drittel verloren die Tigers durch unnötige Strafzeiten – insgesamt sechs kleine Strafen allein im Schlussabschnitt – den Rhythmus. Passau nutzte die Unkonzentriertheiten: Seidl (46.) verkürzte per sehenswertem Schuss in den Winkel, bevor Routinier Röthke (49.) im Powerplay den Anschlusstreffer zum 3:2 markierte.

In der Schlussphase war Verlass auf die Defensive und Daniel Arendas, die den knappen Vorsprung über die Zeit retteten. Durch diesen Erfolg festigen die onesto Tigers den 6. Tabellenplatz.

Statistik und Ausblick

Tore: 1:0 (19.) Barber (Nedved, Spacek) 2:0 (24.) Brown (Bollers, Piskor) PP1 3:0 (26.) Bollers (Barber, Spacek) PP1 3:1 (46.) Seidl (Schmidt, Reich) 3:2 (49.) Röthke (Mössinger, Schembri) PP1

Strafminuten: Bayreuth: 16 | Passau: 8

Abschluss des Dreierpacks: Auswärtsspiel beim EC Peiting

Bereits am Dienstag um 18 Uhr steht für die Tigers das nächste Auswärtsspiel an. Gegner ist der EC Peiting, aktuell Tabellenneunter der Oberliga Süd und ebenfalls mitten im Playoff-Rennen.

Peiting gewann zum Jahresende zwei der letzten sechs Partien. Besonders knapp fielen die Niederlagen gegen Memmingen (5:6) und Deggendorf (4:5) aus. In Selb erkämpfte man sich einen Punkt, Siege gab es zuhause gegen Erding und Riessersee. Zuletzt unterlag der ECP jedoch gegen Lindau.

Ex-Tiger Mayr trifft auf sein ehemaliges Team

Offensiv tragen Carson MacKinnon (18 / 21), Justin Maylan (11 / 26) und Carson Briere (16 / 17) die Hauptlast. In der Defensive ist Simon Mayr (7 / 9), früher selbst für die Tigers aktiv, der punktbeste Verteidiger.

Im Tor wechseln sich Andreas Magg (87,3 Prozent) und Tommi Steffen (89,6 Prozent) ab. Sowohl im Powerplay (17,2 Prozent) als auch im Penaltykilling (75,6 Prozent) findet sich Peiting im unteren Ligadrittel wieder. Beide bisherigen Duelle gingen denkbar knapp – einmal nach Penaltyschießen, einmal in der Verlängerung – an Bayreuth.

Spielbericht zum Derby gegen die Selber Wölfe

Lazarett vergrößert sich: Hiobsbotschaften vor und während des Spiels

Schon vor dem ersten Bully war die Stimmung gedämpft: Kurzfristig musste Coach Suarez auf den verletzten Lennard Habeck verzichten. Da auch Lars Stelzmann und Leask weiterhin nicht einsatzfähig waren, gingen die Tigers geschwächt ins Rennen.

Besonders bitter: Nach dem ersten Drittel musste auch noch Sam Verelst verletzungsbedingt passen. Sein Fehlen riss eine Lücke in das Bayreuther Spiel, die über die restlichen 40 Minuten nicht kompensiert werden konnte.

Selber Dominanz und verpasste Chancen

Dabei begannen die Tigers mutig. Bereits nach wenigen Sekunden scheiterte Barber mit der Rückhand am Selber Schlussmann Weidekamp. In der Folge übernahm jedoch Selb das Kommando. Mit hoher Geschwindigkeit und enormer Laufarbeit setzten die Hausherren die Bayreuther Defensive unter Druck.
Die Tigers hatten dennoch ihre Möglichkeiten: Bollers im Konter und Lüsch, dem die Scheibe überraschend im Slot vor die Füße fiel, verpassten die Führung. Stattdessen schlug Selb auf der anderen Seite zu. Weiß lenkte einen Schuss von Spitzner mit dem Schlittschuh über die Linie – ein umstrittener Treffer, bei dem der von Bayreuth geforderte Videobeweis ausblieb. Kurz darauf erhöhte Tramm im Powerplay auf 2:0.

Kampfgeist im Schlussabschnitt

Hüserich sicherte sich in einem Fight gegen Klughardt einen klaren Punktsieg und auch Kapitän Gelke zeigte in gewohnter Manier Präsenz. Am verdienten Sieg der Selber änderte dies jedoch nichts mehr.

Die Trainerstimmen zum Derby

Suarez (Head-Coach Tigers): „Selb war heute unglaublich stark. Wir haben alles gegeben, aber ich glaube nicht, dass viel mehr drin war. Sie waren diszipliniert und als Kollektiv kaum zu stoppen.“

Felix Schütz (Selber Wölfe): „Ich bin stolz auf die Mannschaft. Das war eines unserer besten Saisonspiele. Wir sind gut Schlittschuh gelaufen und standen hinten solide.“

Statistik zum Spiel:

Selber Wölfe vs. onesto Tigers 4:0 (2:0, 2:0, 0:0)

Selb: Weidekamp, Wiens – Gläßl, Tramm, Gauch, Raab (2), Kassay-Kezi, Müller, Hördler, Bauer – Kuqi, Nemec, Valasek, Spitzner, Weiß, Schutz (2), Tabert (2), Rubin (2), Lahtinen, Klughardt (5), Zische (2), Gelke (22)

Bayreuth: Meier, McLeod – Spacek (8), Nedved, Schusser, Pietsch, Hüserich (27), Müllejans – Bollers, Barber, Piskor, Verelst, Hammerbauer, Brown (4), Bauhof, Zimmermann, Lüsch, Pohjamo, Maschke

Schiedsrichter: Lender, Singaitis – Verhoeven, Müller-Osten

Zuschauer: 3.680 (ausverkauft)

Strafen: Selb: 37 Bayreuth: 39 PP: Selb: 1/4 Bayreuth: 0/5

Torfolge: 1:0 (14.) Spitzner (Weiß), 2:0 (15.) Tramm (Lahtinen, Schutz) PP1, 3:0 (28.) Klughardt (Weiß, Schutz), 4:0 (34.) Lahtinen (Weiß) SH

Selb mit starker Offensive und stabilem Special Team

Topscorer der Wölfe sind die drei Kontingentstürmer Christopher Schutz (20 Tore / 22 Assists), Erik Nemec (10 / 27) und Niko Lahtinen (17 / 19). In der Defensive überzeugt Thomas Gauch als punktstärkster Verteidiger (8 / 20). Im Tor setzt Selb meist auf Michel Weidekamp, der mit einer Fangquote von 91,5 Prozent zu den konstantesten Goalies der Liga zählt.

Mit 25,7 Prozent Powerplay und 79,4 Prozent Penaltykilling rangiert Selb jeweils auf Platz vier im Ligavergleich.