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Gewalt an Frauen

Orange Day 2025 in Bayreuth: Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen

Bayreuth setzt beim Orange Day ein starkes Zeichen gegen Gewalt an Frauen. In mehreren Aktionen soll gezeigt werden: Gewalt ist keine Privatsache.

Wem sind bei den Bayreuther Basketballern in letzter Zeit die orangenen Trikots aufgefallen? Sie sind kein Zufall. Die Spieler vom BBC setzen damit ein klares Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Bald sollen die T-Shirts versteigert werden. Doch es gibt noch mehr: Der Aktionstag „Orange Day“ ruft dazu auf, hinzusehen und zu handeln, denn „Frauen sollen wissen, dass sie nicht allein sind und sich Hilfe suchen können“, sagt Gabi Gossow-Look von Avalon, der Fachberatungsstelle für Opfer sexualisierter Gewalt in Bayreuth. Gemeinsam mit weiteren Initiativen wie dem weißen Ring, der Aktion saustark gegen Gewalt von Revocit, der Firma Cybex, der Caritas und mehreren weiteren, macht sie sich stark um insbesondere Frauen und Kindern, die zu Hause von Gewalt betroffen sind, zu helfen.

Hintergrund des Orange Day

Der Orange Day wurde von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen, um weltweit Bewusstsein für Gewalt gegen Frauen zu schaffen. In Bayreuth ist der Aktionstag seit zwei Jahrzehnten ein Bestandteil des Engagements gegen häusliche und sexualisierte Gewalt und jedes Jahr wird mehr Sichtbarkeit geschaffen. Im vergangenen Jahr gab es eine Plakataktion, zuvor wurden in der Innenstadt Tüten und Infomaterial verteilt. Außerdem findet jedes Jahr ein Lichterumzug durch die Innenstadt statt, um das Thema häusliche Gewalt in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken.

Lichterumzug und gesellschaftliches Aufrütteln

Orange Day ist am 25. November 2025. Um 17 Uhr findet eine ökumenische Andacht zum Thema Gewalt gegen Frauen in der Spitalkirche statt. Anschließend lädt das Aktionsbündnis um 17.30 Uhr zu einem Lichterumzug durch die Innenstadt ein. Zum Auftakt vor der Spitalkirche in der Maximilianstraße werden Oberbürgermeister Thomas Ebersberger, Christine Götschel, Leiterin der Polizeiinspektion Bayreuth-Stadt, und Bozena Schiepert, Geschäftsführerin des Caritasverbandes Bayreuth, Grußworte sprechen. Während des Umzugs, der am Brunnen vor dem Ehrenhof endet, können Teilnehmende gerne orangefarbene Kleidung oder Accessoires tragen, um im Rahmen der „Orange the World“-Kampagne ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen. Mit leuchtenden Laternen ziehen Teilnehmer durch die Innenstadt, um solidarisch Aufmerksamkeit zu schaffen. Die gesellschaftliche Verantwortung steht dabei im Zentrum:

„Gewalt ist keine Privatsache. Wir alle sind verantwortlich hinzusehen“, so Gossow-Look.

Außerdem wird auf dem Weihnachtsmarkt eine Bude als Orange Stand betrieben. Dort gibt es Info-Material, kompetente Ansprechpartnern, die alle Fragen rund um häusliche Gewalt gerne beantworten und es gibt zum Beispiel Malbücher zu kaufen, deren Erlös ans Frauenhaus gespendet wird.

Auch im Rotmain-Center wird in der ganzen Woche vom 22. bis zum 29. November eine Infofläche aufgebaut. Die Initiative „Saustark gegen Gewalt“  veranstaltet dort eine Orange Week in Zusammenarbeit mit den Bayreuther NGOs, der Polizei und weiteren können sich Passanten die ganze Woche über informieren. Auch hier und in der Innenstadt zeigt die Farbe orange, zum Beispiel durch Luftballons deutlich: Wir treten ein gegen Gewalt an Frauen.

Gabi Gossow-Look von Avalon betont: „Je größer die Wahrnehmung des Themas in der Öffentlichkeit ist, desto näher ist die helfende Hand.“

Orange Cards – praktische Hilfe für die Geldbörse

Neu 2025: Die Orange Cards, vorgestellt von Christa Bialas-Müller von der Firma Cybex, passen in jede Geldbörse und enthalten die wichtigsten Kontaktdaten für Menschen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, aber auch für deren Freundinnen oder Angehörige. Häufig berichten Frauen nämlich, dass sie auf die Hilfsangebote von Freundinnen oder Menschen im Umfeld aufmerksam gemacht wurden. Nicht nur deshalb ist es wichtig, dass auch alle, die denken, dass sie das Thema gar nicht betrifft, aufstehen, ihre Stimme erheben und achtsam sind. Denn wir alle kennen Opfer häuslicher Gewalt. Häusliche Gewalt erreicht 2024 einen neuen Höchststand: Über 265.000 Menschen sind in Deutschland betroffen: ein Anstieg um 3,8 Prozent.