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Demonstration

Paukenschlag bei Corona-Demo in Bayreuth: Demonstrations-Route der „Spaziergänger“ ist weg

Unangenehme Überraschung für die Corona-Kritiker in Bayreuth: Ab 17. Januar 2022 müssen sie ihre Corona-Demos völlig neu organisieren. 

  • Corona-Kritiker in Bayreuth verlieren Demo-Route
  • Demo-Gegner melden Protest auf genau der gleichen Strecke an
  • ab 17. Januar 2022: Corona-Demo in Bayreuth muss neu organisiert werden

Dieser Schlag kam für die Corona-Demonstranten in Bayreuth völlig unvorbereitet. „Ihre“ Demonstrationsroute durch die Bayreuther Innenstadt wurde ihnen abspenstig gemacht.

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Ab dem 17. Januar 2022 darf dort ein breites Bündnis aus Gegnern der Corona-Kritiker demonstrieren – und marschieren.

Corona-Demo in Bayreuth verliert Route durch Innenstadt

Die Teilnehmer der mittlerweile wöchentlichen Corona-Demonstrationen haben einen Wirkungstreffer einstecken müssen. Sie dürfen nur noch am Montag, 10. Januar 2022, vom Markgräflichen Opernhaus aus durch die Innenstadt durch Bayreuth „spazieren“. Bei der letzten Demonstration am 3. Januar haben ungefähr 1.500 Demonstranten teilgenommen.

Ab der Folgewoche haben die Gegendemonstranten die Route für sich beansprucht. Die haben bisher an einer unbeweglichen Demonstration im Ehrenhof am Bayreuther Markt demonstrieren „müssen“. Das wird sich nun ändern: Demonstrationsanmeldungen für genau jene Route liegen dem Ordnungsamt Bayreuth vor. Für die Corona-kritischen Demonstranten ist das eine peinliche Niederlage.

Bayreuth: Überparteiliches Bündnis demnächst auf Route der Corona-Gegner

Neuer „Inhaber“ der Route ab 17. Januar ist René Liebermann. Er hatte herausgefunden, dass die „Spaziergänger“, wie er sie mit ironischer Betonung nennt, nur noch die kommende Demo am 10. Januar angemeldet hatten. „Selbst schuld“, sagt er lapidar auf bt-Anfrage. „Ich möchte verhindern, dass diese Menschen in dieser Zusammensetzung weiter lustig über den Markt in Bayreuth laufen können. Wenn jedermann die Anmeldung einer Versammlung zusteht, dann auch mir. Das habe ich in Bayreuth gemacht“, stellt Liebermann fest.

Liebermann selbst ist Kreisvorsitzender der Linken in Bayreuth. Er betont, dass es ihm jedoch viel wichtiger sei, ein überparteiliches Bündnis zu schmieden. Dafür steht Liebermann im engen Austausch mit anderen Parteien, Gewerkschaften und zivilgesellschaftlichen Gruppen.

Corona-Demo in Bayreuth: „Habe Nazis mitmarschieren sehen“

Was ihn stört ist weniger die kritische Haltung gegenüber dem Coronavirus oder der Corona-Impfung. Damit könne er leben und das sei jedermann gutes Recht. Was ihm jedoch aufstößt ist, dass rechte Gruppen die bisherigen Corona-Demos in Bayreuth unterwandert hätten, wie er sagt. „Ich habe Nazis mitmarschieren sehen“, sagt Liebermann mit Bezug auf die Demonstrationen der letzten beiden Wochen. Eine Person habe er sogar der NPD zuordnen können. Dem bt liegen Informationen vor, dass die rechtsextreme Splitterpartei Der III. Weg für die Corona-Demo in Bayreuth genauso wirbt wie für Veranstaltungen in anderen Städten.

Bei der letzten Demo hat das überparteiliche Bündnis noch im Ehrenhof gegengehalten. Polizisten hätten Liebermann bestätigt, dass sich im letzten Drittel des Protestzuges Nazis aufgehalten hätten, gibt er Auskunft über das Gespräch mit einem Polizisten am Rande der Demo. Ab dem 17. Januar geht es also für ihn vom Opernhaus durch Ludwigstraße, Friedrichstraße, Sophienstraße und Maxstraße. „Wir wollen alle Bürger ansprechen. Jeder, der den Einfluss rechter Kräfte auf die bisherigen Demonstrationen zurückdrängen wolle, sei willkommen. Auch interessant: So entwickeln sich die Corona-Zahlen in Bayreuth.

Bisher sei die bürgerliche Mehrheit „zu zurückhaltend“ gewesen, sagt Liebermann. „Wir können aber auch anders.“ Damit, dass die Corona-Kritiker aufhören zu demonstrieren, rechnet Liebermann allerdings nicht. „Wie die das jetzt organisieren, ist deren Sache, nicht meine.“