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Podiumsdiskussion

Protest gegen AfD-Beteiligung an Podiumsdiskussionen zur OB-Wahl in Bayreuth

Podiumsdiskussionen zur OB-Wahl in Bayreuth werden von Protest begleitet: Omas gegen Rechts und weitere Initiativen kritisieren die Einladung des AfD-Kandidaten und haben für den 3. Februar Mahnwachen angemeldet.

Mahnwachen am 3. Februar angekündigt

Anlässlich der Podiumsdiskussionen zur Oberbürgermeisterwahl der Stadt Bayreuth am Dienstag, 3. Februar 2026, formiert sich Protest. Die Initiative Omas gegen Rechts Bayreuth hat gemeinsam mit Widersetzen Bayreuth und Fridays for Future Bayreuth mehrere Mahnwachen gegen die Diskussionsrunde des Stadtjugendrings angemeldet. Der Grund: Die Initiativen ärgern sich darüber, dass auch der AfD-Oberbürgermeisterkandidat zu der Podiumsdiskussion eingeladen wurde.

Protest richtet sich gegen Einladungspraxis

Die Proteste richten sich nach Angaben der Demo-Veranstalter ausdrücklich nicht gegen die Durchführung der Podiumsdiskussionen an sich. Vielmehr kritisieren die beteiligten Initiativen die Entscheidung, der AfD im Rahmen der Veranstaltungen Raum zu geben. Umso mehr gelte das, da die AfD für die nächste Woche Björn Höcke nach Seybothenreuth eingeladen hat.

Tatiana Schmid, Pressesprecherin der Omas gegen Rechts Bayreuth, erklärt dazu, es gehe darum, die Einladung der AfD öffentlich zu hinterfragen. Insbesondere verweisen die Initiativen auf frühere Diskussionen im Zusammenhang mit der Bundestagswahl 2025, bei denen das Bündnis für Klima- und Artenschutz bereits intensiv mit dem Stadtjugendring Bayreuth im Austausch gestanden habe.

Schmid äußert in diesem Zusammenhang die Erwartung, dass die beteiligten Veranstalter ein stärkeres Verantwortungsbewusstsein und mehr Zivilcourage zeigen sollten.

Rolle des Stadtjugendrings Bayreuth

Die Veranstalter der Podiumsdiskussion sehen sich aufgrund der Satzung des Bayerischen Jugendrings (BJR) rechtlich verpflichtet, alle wahlberechtigten Parteien, einschließlich der AfD, zu der Veranstaltung einzuladen.

Da es  keine offizielle, allgemeine Verurteilung der AfD als Partei durch staatliche Stellen wie das Bundesverfassungsgericht gibt, insbesondere in Bezug auf Vorwürfe wie Nationalismus oder Diskriminierung, sind die Veranstalter ihrer Ansicht nach gesetzlich verpflichtet, die AfD einzuladen.

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Geplante Mahnwachen in Bayreuth

Die Omas gegen Rechts Bayreuth haben für Dienstag, 3. Februar, zwei Versammlungen angemeldet:

  • ab 8.30 Uhr vor der Oberfrankenhalle
  • ab 18.00 Uhr vor dem Zentrum

Bei beiden Veranstaltungen ist ein Infostand vorgesehen.

Zwischen Neutralitätsgebot und gesellschaftlicher Verantwortung

Während die Veranstalter der Podiumsdiskussionen von ihrem organisatorischen und publizistischen Gestaltungsspielraum Gebrauch machen, sehen die protestierenden Initiativen darin eine Normalisierung politischer Positionen, die sie als menschen- und demokratiefeindlich bewerten.

Schon gelesen? Im letzten Jahr haben wir intensiv über die Debatte berichtet und auch mit dem Stadtjugendring ein Interview zum Thema geführt. Hier ist alles nochmal nachzulesen und -zuhören.