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Künstler Ottmar Hörl sagt Bayreuth-Installation verärgert ab
Es ist ein Bruch mit einer langjährigen Tradition: Der Künstler Ottmar Hörl, dessen Skulpturen-Installationen in den vergangenen Jahren fest zum Bild der Bayreuther Festspiele gehörten, kommt in diesem Jubiläumsjahr nicht nach Bayreuth. Sein Entwurf für eine Installation auf dem Grünen Hügel überzeugte die Bayreuther Festspiele nicht – Hörl reagiert verärgert.
150 Raben-Skulpturen in Schwarz und Weiß sollten unter dem Titel „Götterdämmerung“ die Rasenfläche am Festspielhaus zur Kunst-Installation machen. Das war die Idee. Doch als wir Künstler Ottmar Hörl anrufen um zu fragen, wie die Vorbereitungen laufen, winkt er ab. „Ich werde dieses Jahr trotz Jubiläumsjahr nicht nach Bayreuth kommen,“ so Hörl. Am fehlenden Konzept lag es nicht.
Hörl gehört zu Bayreuth
Nach Wagner-Figuren, Bildnissen des Hundes Russ und im letzten Jahr auch einer Hommage an Mäzen Ludwig II hatte der Künstler eigentlich durchaus geplant, wieder eine Installation in Bayreuth zu machen. Gerade im Jahr des 150-jährigen Festspieljubiläums. In diesem Jahr sollten es Raben sein. Die Raben sollten die Wiese in einen „lebendigen, kommunikativen Resonanzraum für alle Generationen“ verwandeln. So schreibt es Ottmar Hörl in seinem Exposé.
Raben sind bewusst gewählt
Das Motiv war bewusst gewählt: Raben sind als Leitmotiv im „Ring des Nibelungen“ präsent und spielen am Ende der Oper „Götterdämmerung“ eine zentrale Rolle – dort schickt Brünnhilde die Vögel mit der Botschaft von der Rückgabe des Rings zu Wotan, bevor sie selbst in Siegfrieds Scheiterhaufen reitet.
So hätte das Hörl-Konzept 2026 ausgesehen
Hörl präsentiert in seinem Konzept schwarze und weiße Rabenpaare, bei denen jeweils ein Tier nach oben und eines nach unten blickt. Ergänzt werden sollten die Raben durch eine drei Meter hohe Beethoven-Figur – ebenfalls ein Bezug zu Wagners Biografie.
Warum gibt es dieses Jahr keine Installation?
Nach Hörls Schilderung meldeten sich zwei Mitarbeiter der Festspiele – er nennt den Pressesprecher und eine Assistentin von Katharina Wagner – bei ihm und begründeten die Ablehnung damit, das Publikum würde durch die Installation überfordert. Diese Begründung ärgert den Künstler sehr.
„Man kann dem Publikum schon etwas zutrauen. Es ärgert mich, dass man die Leute für zu blöd hält.“ — Ottmar Hörl
Hörl betont im Gespräch, er gehöre nicht zur „Sorte beleidigter Künstler“. Doch wie man in Bayreuth, vom Grünen Hügel bis zum Kulturamt, mit ihm umgegangen sei, gebe ihm zu denken. Er lasse sich nicht wie einen Dienstboten behandeln und sich vorschreiben, was er abzuliefern habe – zumal er das Projekt vollständig selbst finanziert hätte. Ihm gehe es vor allem um Wertschätzung. „Die Bayreuther sind fantastisch, nur die Administrative sind Schläfer“, betont er. Aus anderen Städten sei er einen anderen Umgang gewohnt.
Bayreuther Festspiele GmbH: keine formale Ablehnung
Auf Anfrage des Bayreuther Tagblatts äußerte sich Hubertus Herrmann, Pressesprecher der Bayreuther Festspiele GmbH, schriftlich zu dem Vorgang. Demnach sei der diesjährige Entwurf der Figuren intern im Rahmen der üblichen Abstimmungen besprochen worden. Mit dem Künstler selbst habe er, Herrmann, in dieser Angelegenheit keinen direkten Kontakt gehabt.
Eine formale Ablehnung liege nicht vor, so Herrmann. Im Zuge der internen Abstimmungen sei jedoch die Einschätzung entstanden, dass der diesjährige Entwurf „in seiner aktuellen Ausarbeitung nicht in allen Punkten die gewünschte Wirkung entfaltet“, weshalb man sich alternative oder weiterführende Ansätze gewünscht habe. Diese seien von Hörl jedoch nicht weiterverfolgt worden.
Die Raben als Exponat gibt es bei Hörl schon seit vielen Jahren. Deshalb habe man sich für die Jubiläumssaison eine Alternative gewünscht – worauf Hörl jedoch nicht eingegangen sei. Ausdrücklich betont der Pressesprecher aber: Es hätte Hörl freigestanden, die Raben dennoch auszustellen. Das streitet Hörl auch nicht ab. Er hätte sich ein Signal gewünscht – von der Stadt oder von Seiten der Festspielen, dass er und seine Kunst in Bayreuth erwünscht sind.
Was sagt Hörl zum Verhältnis von Kunst und Publikum?
Für Hörl gehören Irritationen zur Kunst dazu. Kultur sei facettenreich und vielfältig: Eine durchdachte Erholungskonzeption sei ihm dabei immer wichtig gewesen.
„Die Abwechslung ist das Grundkonzept von Kultur. Die Leute sind ein bis zwei Stunden in der Oper gefangen und werden dann vor dem Opernhaus mit etwas ganz anderem konfrontiert.“ — Ottmar Hörl
Hörl bedauert es, nicht nach Bayreuth zu kommen. Nachdem seine Kunst in den Anfängen seines Schaffens in der Stadt noch für Irritationen gesorgt hatte, ist sie in den letzten Jahren zum festen Teil des Stadtbildes geworden. „Ich bin von der Bayreuther Bevölkerung immer gut behandelt worden. Daran ist es nie gescheitert.“
Festspiele: Kunst im öffentlichen Raum als Bereicherung
Hier sind sich die Konfliktparteien einig: Kunst im öffentlichen Raum könne eine wertvolle Ergänzung des Festivalprogramms sein, heißt es vom Grünen Hügel. Pressesprecher Hubertus Herrmann erklärt dazu, Kunst im öffentlichen Raum bzw. außerhalb des Festspielhauses könne aus Sicht der Festspiele eine wertvolle Ergänzung darstellen, da sie zusätzliche Perspektiven eröffne, neue Zugänge ermögliche und den künstlerischen Diskurs rund um die Festspiele sinnvoll erweitern könne.
Häufige Fragen
Warum kommt Ottmar Hörl in diesem Jahr nicht nach Bayreuth?
Sein Konzept für eine Kunstinstallation zum 150-jährigen Festspielhaus-Jubiläum wurde von der Festspielleitung abgelehnt.
Was sah Hörls geplante Installation vor?
150 schwarze und weiße Raben-Skulpturen unter dem Titel „Götterdämmerung“ auf der Rasenfläche am Festspielhaus, ergänzt durch eine drei Meter hohe Beethoven-Figur.
Wie begründete die Festspielleitung die Ablehnung?
Nach Hörls Angaben hieß es, das Publikum würde durch die Installation überfordert.
Wie reagiert Hörl auf die Ablehnung?
Er kritisiert den Umgang der Festspiele mit ihm, betont aber, kein „beleidigter Künstler“ zu sein. Ihm gehe es vor allem um Wertschätzung für seine Arbeit.












Symbolbild: AdobeStock / Jürgen Fälchle
Im alten Bahnhof Pegnitz soll das Lab einziehen. ©Rathaus Pegnitz