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Zuletzt aktualisiert am 10. Juli 2020 | 12:01

Fahrrad

Radentscheid Bayreuth fordert: „Ein Ring für alle!“ – mit Pop-up-Radweg auf dem Hohenzollernring

Auf dem Hohenzollernring in Bayreuth soll ein Pop-up-Radweg entstehen. Die Aktion ist Teil einer Kundgebung des Radentscheids Bayreuth und findet am Samstag (11.7.2020) statt. 

Bayreuth kümmert sich um Radfahrer. Symbolbild: pixabay
Bayreuth kümmert sich um Radfahrer. Symbolbild: pixabay

Die Initiative Radentscheid Bayreuth möchte am Samstag (11.7.2020) im Zuge einer Kundgebung einen Pop-up-Radweg in Bayreuth errichten. Bereits an den Tagen zuvor finden in Bayreuth Kundgebungen des Aktionsbündnis gegen Rechts und der Students for Future statt.

Radentscheid Bayreuth mit Kundgebung – und Pop-up-Radweg

Für Samstag hat die Initiative Radentscheid Bayreuth bei der Stadtverwaltung eine Kundgebung zum Thema „Ein Ring für alle!“ angemeldet. Sie findet von 9:45 Uhr bis 13:15 Uhr auf dem Stadtparkett in der Fußgängerzone Maximilianstraße statt. Im Zuge der Kundgebung ist eine Aktion „Roter Teppich“ auf dem Hohenzollernring geplant, bei der ein Pop-up-Radweg eingerichtet werden soll.

Über 4.000 Unterschriften für den Radentscheid Bayreuth

Mit der Aktion will die Initiative auf die „ungerechte und veraltete Aufteilung der Verkehrsflächen“ aufmerksam machen. Die Initiative organisiert ein Bürgerbegehren um die Situation für Radfahrer und Fußgänger zu verbessern. Schon 4.200 Bayreuther haben sich mit Ihrer Unterschrift hinter die Ziele der Initiative gestellt.

Der Pop-up-Radweg in Bayreuth

Für den temporären Pop-Up-Radweg wird eine Fahrspur zwischen „Pauschenberglein“ und der Straße „Am Mühltürlein“ gesperrt. Dadurch entsteht ein Radweg mit einer Breite von drei Metern. Der Pop-Up Radweg wird vom Autoverkehr durch Absperrungen ausreichend geschützt. „Mit dem Pop-Up Radweg wollen wir zeigen, wie eine andere Stadt aussehen könnte“, sagt Cathrin Cailliau, Aktivistin beim Radentscheid. „Wir laden alle Menschen ein, diesen Weg auszuprobieren.“

Städte wie Berlin haben in der Corona-Zeit viele Pop-Up Radwege eingerichtet. In Bayreuth wurden solche Anträge bislang durch Verwaltung und die damalige Oberbürgermeisterin abgelehnt, teilt der Radentscheid Bayreuth mit.

Verwaltung und Stadtrat „leider im Dornröschenschlaf“

„Andere Städte wie Berlin, Bogota, London oder Brüssel zeigen, wie eine zukunftsfähige Verkehrspolitik nach Corona aussehen kann. In Bayreuth liegen Verwaltung und Stadtrat leider immer noch im Dornröschenschlaf“, meint Daniel Brunnabend, Vertreter der Initiative. „Mit unserem Bürgerbegehren wollen wir die Verantwortlichen dezent wachküssen. Ein Weiter-so ist keine Option.“

Um einen Bürgerentscheid zu erreichen müssen sechs Prozent der knapp 59.000 Wahlberechtigten in Bayreuth unterschreiben. Das sind rund 3.550 Unterschriften. Allerdings rechnet die Initiative auch mit ungültigen Unterschriften. Um das Quorum sicher zu erreichen, peilt der Bayreuther Radentscheid daher 5.000 Unterschriften an. Unterschrieben werden kann weiterhin an vielen Sammelstellen im Bayreuther Stadtgebiet. Auf dieser Karte gibt es mehr Infos dazu.

„Bürgersteige so schmal, dass man hintereinander gehen muss“

Neben dem Klimaschutz sieht die Initiative viele weitere Gründe für eine Verkehrswende. Eine Stadt, die weniger autofokussiert sei, profitiere von sauberer Luft, weniger Verkehrslärm und einer höheren Lebensqualität. Von einer höheren Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum profitiere auch der lokale Einzelhandel, das hätten Studien in anderen Städten gezeigt, teilt die Initiative mit.

„Bürgersteige so schmal, dass man hintereinander gehen muss, sobald einem jemand entgegen kommt. Das muss nicht länger der Normalzustand sein“, so Daniel Brunnabend. „Klar ist leider: Von Stadtrat, OB oder Verwaltung sind keine Impulse zu erwarten.“ Daher müssten die Bürger in Bayreuth das selbst anpacken, sagt Brunnabend weiter. Die Bayreuther CSU möchte Fuß- und Radwege in Bayreuth ausbauen.

Bayreuther Tagblatt - Redaktion

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