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Reparaturen an Schulen: Bayreuth stoppt Modellversuch und setzt auf Ticketsystem
Wer soll kleinere Reparaturen an Bayreuths Schulen organisieren – die Schulen selbst oder die Stadtverwaltung? Mit dieser Frage hat sich der Stadtentwicklungsausschuss beschäftigt. Nach einem mehr als einjährigen Pilotprojekt zeichnet sich nun eine Richtung ab.
Die Verwaltung empfiehlt, den Vorstoß von Stadtrat Christian Wedlich (CSU) für mehr Eigenverantwortung bei Reparaturen nicht weiterzuverfolgen. Stattdessen soll ein zentrales Facilitymanagement mit einem digitalen Ticketsystem entwickelt werden. Der Ausschuss folgte dieser Empfehlung mehrheitlich.
Pilotprojekt sollte Reparaturen beschleunigen
Ausgangspunkt war ein Antrag von Wedlich aus dem Jahr 2023. Ziel war es, Schulen und andere Nutzer städtischer Gebäude stärker in die Verantwortung einzubeziehen.
Kleinere Reparaturen sollten direkt vor Ort beauftragt werden können. Hausmeister erhielten dafür ein eigenes Budget und konnten Handwerksbetriebe selbst beauftragen. Der Umweg über die Verwaltung sollte entfallen.
Die Hoffnung: weniger Bürokratie, schnellere Reparaturen und eine Entlastung der Stadtverwaltung.
Zwei Schulen testeten das Modell
Um die Idee zu prüfen, startete die Stadt einen Modellversuch an der Alexander-von-Humboldt-Realschule und am Graf-Münster-Gymnasium.
Zwischen Herbst 2024 und Ende 2025 konnten die Hausmeister kleinere Reparaturen eigenständig organisieren. Die Ergebnisse fielen jedoch unterschiedlich aus.
Während das Modell an der Alexander-von-Humboldt-Realschule weitgehend funktionierte, gab es am Graf-Münster-Gymnasium Probleme bei Zuständigkeiten, Beauftragungen und Abstimmungen mit der Verwaltung.
Die Verwaltung hat den Modellversuch nicht als vollständig gescheitert bezeichnet, kam jedoch zu dem Schluss, dass er sich nicht als allgemeines Modell für alle Schulen eignet. Deshalb schlug sie dem Stadtrat vor, den Versuch zu beenden und stattdessen einen neuen Weg einzuschlagen.
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CSU: Das erfolgreiche Beispiel sollte entscheidend sein
Für die CSU zeigte der Versuch vor allem, dass Eigenverantwortung funktionieren kann.
Stadtrat Stefan Specht sprach von einem positiven Ergebnis, das weiterentwickelt werden sollte. Das Ziel des Antrags sei gewesen, Verwaltungsprozesse zu vereinfachen und insbesondere kleinere Reparaturen schneller zu erledigen. Das habe zumindest an einer Schule funktioniert.
Statt neue bürokratische Strukturen aufzubauen, sollten engagierte Schulen weiterhin kleine Budgets erhalten. Probleme einzelner Schulen seien kein ausreichender Grund, das Modell insgesamt aufzugeben.
Ähnlich argumentierte Helmut Parzen (CSU). Viele kleine Schäden könnten Hausmeister direkt beheben. Für einen tropfenden Wasserhahn oder eine defekte Jalousie brauche es aus seiner Sicht kein Ticketsystem mit mehreren Bearbeitungsschritten.
Auch Mirko Matros (CSU) brachte einen Kompromiss ins Spiel. Schulen könnten selbst entscheiden, ob sie ein Budget nutzen oder das neue Meldesystem verwenden möchten.
Johanna Schmidtmann (Grüne) regte an, Schulen, die kleinere Reparaturen eigenständig leisten können und wollen, weiterhin ein Budget zur Verfügung zu stellen. Schulen, bei denen dies nicht funktioniere, sollten dagegen auf zentrale Unterstützung zurückgreifen.
Verwaltung: Die Ergebnisse hängen zu stark von einzelnen Personen ab
Die Verwaltung kam dagegen zu einem anderen Schluss.
Baureferentin Urte Kelm verwies darauf, dass die Erfahrungen an den Schulen sehr unterschiedlich ausgefallen seien. Es gebe keine einheitliche Qualifikation für Hausmeister. Deshalb entstünden zwangsläufig unterschiedliche Ergebnisse.
Ein gesplittetes System mit verschiedenen Regeln für verschiedene Schulen halte sie für problematisch. Zudem müsse das Hochbauamt auch bei kleinen Reparaturen weiterhin Rechnungen prüfen und abrechnen.
„Eine vollständige Entlastung gibt es dadurch nicht“, machte Kelm deutlich.
Schulverwaltung setzt auf klare Zuständigkeiten
Auch die Schulverwaltung sprach sich gegen eine Fortführung des Modells aus.
Schulreferentin Manuela Brozat sieht im geplanten Ticketsystem vor allem Vorteile bei der Organisation. Jede Schadensmeldung werde dokumentiert. Dadurch sei jederzeit nachvollziehbar, wer für die Bearbeitung verantwortlich ist und wie weit ein Vorgang fortgeschritten ist.
Leiter der Schulverwaltung Markus Gnan verwies auf die sehr unterschiedlichen beruflichen Hintergründe der rund 30 Schulhausmeister. Einen einheitlichen Ausbildungsweg gebe es nicht.
Hinzu komme ein Generationenwechsel. Gerade an den Schulen, an denen das Modell gut funktioniert habe, seien häufig besonders erfahrene Hausmeister tätig gewesen. Neue Mitarbeiter müssten die komplexen Gebäude oft erst kennenlernen.
Hochbauamt wirbt auch für digitales Ticketsystem
Besonders deutlich warb Hochbauamtsleiter Björn Chilla für ein zentrales Meldesystem.
Schäden sollen künftig digital erfasst und automatisch an die zuständigen Stellen weitergeleitet werden. Alle Beteiligten könnten den Bearbeitungsstand jederzeit nachvollziehen.
Das Ziel sei nicht mehr Kontrolle, sondern mehr Transparenz und schnellere Abläufe.
Chilla schilderte zudem die sehr unterschiedlichen Arbeitsweisen der Hausmeister. Manche würden eigenständig technische Arbeiten übernehmen, für die ihnen die notwendige Qualifikation fehle. Andere nähmen deutlich weniger technische Aufgaben wahr.
Gerade diese Unterschiede hätten gezeigt, dass ein einheitliches Verfahren notwendig sei.
Stadträte diskutieren über Bürokratie und Effizienz
Die Diskussion machte deutlich, dass beide Seiten dasselbe Ziel verfolgen: Reparaturen sollen schneller erledigt werden.
Unterschiedlich bewertet wurde jedoch der Weg dorthin.
Während CSU-Stadträte mehr Eigenverantwortung und weniger Bürokratie forderten, verwiesen Vertreter von SPD, BG und Verwaltung auf die Fürsorgepflicht der Stadt sowie auf die sehr unterschiedlichen Voraussetzungen an den Schulen.
SPD-Stadtrat Halil Tasdelen sprach sich ausdrücklich für das Ticketsystem aus. Aus eigener beruflicher Erfahrung wisse er, dass solche Systeme Abläufe beschleunigen und Zuständigkeiten klarer machen.
BG-Stadtrat Georg Kämpf mahnte schließlich, stärker auf die Einschätzung der Fachverwaltung zu hören. Die Mitarbeiter müssten später mit dem System arbeiten und hätten die praktische Erfahrung.
Neues Facilitymanagement wird geprüft
Mit dem Ende des Modellversuchs ist die Diskussion allerdings nicht abgeschlossen.
Die Verwaltung soll nun prüfen, wie ein zentrales Facilitymanagement für die städtischen Gebäude aussehen könnte. Dabei geht es nicht nur um Reparaturen, sondern auch um Wartung, Gebäudetechnik und weitere organisatorische Aufgaben.
Nach Angaben des Hochbauamtes sind diese Zuständigkeiten derzeit auf zahlreiche Dienststellen verteilt.
Ziel der Untersuchung ist es, Aufgaben zu bündeln, Abläufe zu vereinfachen und langfristig Kosten zu sparen.
Das System könne zudem, nachdem es an den Schulen erfolgreich eingeführt worden sei, auf weitere Bereiche und Zuständigkeiten der Stadt ausgeweitet werden.
Ausschuss folgt der Verwaltung
Am Ende folgte der Stadtentwicklungsausschuss mehrheitlich der Empfehlung der Verwaltung.
Mit 9 von 14 Stimmen wurde beschlossen, den ursprünglichen Antrag für dezentrale Reparaturbudgets nicht weiterzuverfolgen.
In einer zweiten Abstimmung beauftragte der Ausschuss die Verwaltung einstimmig, erste Konzepte für ein zentrales Facilitymanagement zu entwickeln und die Gremien über die Ergebnisse zu informieren.












Symbolbild © Pixabay
Symbolbild: Dîner en Blanc, Dinner in Weiß ©Erstellt mit Canva