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ROFU Kinderland insolvent: Was die Eigenverwaltung für Bayreuth und Franken bedeutet

Die ROFU Spielwarenhandelsgesellschaft GmbH mit Sitz in Hoppstädten-Weiersbach (Rheinland-Pfalz) hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen betreibt bundesweit 104 Filialen in sieben Bundesländern und zählt rund 2000 Beschäftigte. Das zuständige Amtsgericht Idar-Oberstein ordnete ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung an. Für Franken – und insbesondere für Bayreuth – wirft die Entwicklung viele Fragen auf.

Insolvenz in Eigenverwaltung: Geschäftsführung bleibt an Bord

Im Rahmen der Eigenverwaltung bleibt die bisherige Geschäftsführung um Michael Fuchs im Amt. Ziel ist es, das Unternehmen aus eigener Kraft zu sanieren, begleitet von externen Restrukturierungsexperten. Zur vorläufigen Sachwalterin bestellte das Gericht Rechtsanwältin Annemarie Dhonau LL.M. von der Kanzlei Schiebe und Collegen. Sie überwacht das Verfahren und wahrt die Interessen der Gläubiger.

Geschäftsführer Fuchs erklärte gegenüber Medien, ein Sanierungskonzept liege bereits vor und werde nun umgesetzt. Der Geschäftsbetrieb laufe – sowohl in den Filialen als auch im Online-Shop – uneingeschränkt weiter.

Schwaches Weihnachtsgeschäft und steigende Kosten als Hauptgründe

ROFU nennt mehrere Ursachen für die finanzielle Schieflage:

  • ein enttäuschendes Weihnachtsgeschäft,
  • eine anhaltende Konsumzurückhaltung,
  • gestiegene Kosten entlang der gesamten Wertschöpfungskette,
  • sowie ein zunehmend intensiver Wettbewerb im Nonfood-Handel.

Gerade Spielwarenhändler stehen unter Druck: Online-Konkurrenz, hohe Lagerkosten und sinkende Margen treffen auch traditionsreiche Ketten.

20.000 Artikel – aber der Preisdruck wächst

ROFU Kinderland verfügt über ein breites Sortiment von mehr als 20.000 Artikeln. Dazu zählen bekannte Marken wie LEGO, Playmobil, Hasbro oder Schleich, aber auch Eigenmarken wie Besttoy, Mica Living und Mica Festival. Das Angebot reicht von Spielwaren über Bastelbedarf bis hin zu saisonaler Dekoration.

Doch genau diese Sortimentsbreite macht den Konzern anfällig für Kostensteigerungen – etwa bei Logistik, Energie und Personal.

ROFU in Franken: Elf Standorte betroffen

Nach Unternehmensangaben ist ROFU in Franken an elf Standorten vertreten. In Oberfranken sind das

  • Bayreuth
  • Dörfles-Esbach (Landkreis Coburg)
  • Kulmbach
  • Marktredwitz

Sanierung mit Investoren? Hoffnung und Risiko zugleich

In den kommenden Monaten wird sich zeigen, ob ROFU Kinderland den angestrebten Weg der „umfassenden strategischen Neuausrichtung“ erfolgreich gehen kann oder ob Einschnitte unausweichlich sind.

Für Bayreuth ist Geduld gefragt

Für Bayreuth und die Region gilt vorerst: Abwarten, aber genau hinschauen. Die Insolvenz in Eigenverwaltung ist kein sofortiges Aus – sie ist eine Chance. Doch sie ist auch ein Prüfstein dafür, welche Rolle der Standort Bayreuth künftig im ROFU-Konzern spielen wird.