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Rohrbruch am Hohenzollernring: Warum die Sperrung länger dauert
Die Reparatur des Wasserrohrbruchs ist längst nicht alles: Weil die Stadtwerke die Sperrung für weitere Leitungsarbeiten nutzen, wird die Baustelle am Hohenzollernring ausgeweitet. Für Autofahrer bedeutet das eine längere Sperrung als ursprünglich angekündigt.
Update vom 6. August: Baustelle dauert bis Anfang September
Aus der Reparatur eines Wasserrohrbruchs wird nun eine größere Baustelle: Die Stadtwerke Bayreuth nutzen die Vollsperrung des Hohenzollernrings, um auch den Kreuzungsbereich zur Albrecht-Dürer-Straße zu erneuern. Dadurch verschiebt sich die geplante Freigabe von Ende August auf Anfang September.
Im Kreuzungsbereich werden rund 270 Meter Wasser- und Gasleitungen erneuert. Außerdem verlegen die Stadtwerke Leerrohre für Strom- und Telekommunikationsleitungen. Nach Angaben der Stadtwerke kostet die gesamte Baumaßnahme voraussichtlich rund 700.000 Euro.
Kein weiterer Schaden im Kreuzungsbereich
Die zusätzlichen Arbeiten stehen nicht im Zusammenhang mit einem weiteren Schaden.
„Wir wollen nicht nur den akuten Schaden beheben, sondern diesen wichtigen Kreuzungsbereich für die kommenden Jahre und Jahrzehnte zukunftssicher machen“, erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Markus Rützel.
„Wenn die Straße ohnehin geöffnet ist, wäre es weder wirtschaftlich noch im Sinne der Verkehrsteilnehmenden, diese Gelegenheit verstreichen zu lassen. Wir können die Versorgungssicherheit deutlich stärken und das Risiko erheblich reduzieren, dass der Kreuzungsbereich wegen einer Störung an unseren Leitungen in absehbarer Zeit erneut aufgegraben werden muss.“
Eine Fahrspur pro Richtung bleibt offen
Während der Arbeiten am Kreuzungsbereich soll der Verkehr dort weiter fließen. Nach Angaben der Stadtwerke bleibt jeweils eine Fahrspur stadteinwärts und stadtauswärts geöffnet. Der wegen des Wasserrohrbruchs gesperrte Abschnitt des Hohenzollernrings zwischen Josephsplatz und Romanstraße bleibt dagegen weiterhin vollständig gesperrt.
Die Reparaturarbeiten am eigentlichen Rohrbruch kommen nach Angaben der Stadtwerke gut voran. Für die zusätzlichen Arbeiten wurden weitere Bautrupps auf die Baustelle verlegt.
Durch die Zusatzmaßnahme verschiebt sich die geplante Freigabe des Hohenzollernrings laut Stadtwerke um etwa eine Woche.
Artikel vom 31. Juli
Für Bayreuth ist das ein empfindlicher Einschnitt: Der Hohenzollernring gehört zu den zentralen Verkehrsachsen der Stadt, über ihn läuft ein Großteil des Verkehrs zwischen Innenstadt und den nördlichen Stadtteilen. Wer hier täglich pendelt, muss sich ab sofort auf einen anderen Arbeitsweg einstellen.
Was in der Nacht auf dem Ring passiert ist
Am Donnerstagabend bricht vor dem Haus Deutscher Ring ein Wasserrohr. Noch in der Nacht lokalisieren die Stadtwerke die genaue Schadensstelle und beginnen mit den Tiefbauarbeiten, seit den frühen Morgenstunden laufen die Reparaturarbeiten. Vier große Mehrparteienhäuser sind seither ohne Wasseranschluss – die Stadtwerke gehen davon aus, dass sie bis 18 Uhr wieder versorgt sind.
Das eigentliche Problem liegt aber unter der Straße: Das austretende Wasser hat auf rund 200 Quadratmetern den Asphalt angehoben und weite Teile der Fahrbahn unterspült.
„Es ist viel Wasser auf dem Ring ausgetreten und hat den Asphalt auf einer Fläche von rund 200 Quadratmetern angehoben. Zudem sind weite Teile unterspült, wodurch Hohlräume unter der Straße entstanden sind. Daher müssen wir den kompletten Ring an dieser Stelle sperren, weil das Risiko zu groß wäre, dass Verkehrsteilnehmende einbrechen könnten. Uns ist bewusst, dass die Sperrung eine der wichtigsten Verkehrsachsen der Stadt erheblich beeinträchtigt. Aufgrund der entstandenen Hohlräume hat die Sicherheit jedoch oberste Priorität.“
— Jan Koch, Sprecher der Stadtwerke Bayreuth
Warum die Sperrung bis Ende August dauert
Die eigentliche Leitung ist schnell geflickt. Der Zeitfresser ist etwas anderes: der Wiederaufbau der großflächig unterspülten Straße. Dafür braucht es Spezialgerät, das gerade in der Bauhochsaison im Sommer knapp ist.
„Die Reparatur der Wasserleitung können wir vergleichsweise kurzfristig abschließen. Deutlich aufwendiger ist jedoch die anschließende Wiederherstellung der großflächig unterspülten Straße. Zudem werden wir für die Asphaltierung Spezialgerät, genauer gesagt einen Straßenfertiger, wie man ihn von Autobahnbaustellen kennt, benötigen. Gemeinsam mit unserem Partnerunternehmen arbeiten wir daran, diesen Straßenfertiger möglichst schnell zu bekommen, was in der Baustellenhochphase im Sommer eine Herausforderung ist.“
— Jan Koch, Sprecher der Stadtwerke Bayreuth
Die Umleitungen im Überblick
Der Hohenzollernring ist zwischen Josephsplatz und der Einmündung Romanstraße ab sofort komplett gesperrt. Wer aus Richtung Bahnhofstraße kommt, wird über die Albrecht-Dürer-Straße und die Friedrich-Ebert-Straße umgeleitet. In Gegenrichtung darf aus der Albrecht-Dürer-Straße nur noch nach rechts in den Hohenzollernring abgebogen werden.
Schon gelesen? In der Albrecht Dürer Straße ist gestern ebenfalls ein Wasserrohr gebrochen.
Aus Richtung Nürnberger Straße/Dürschnitz führt die Umleitung über Wieland-Wagner-Straße, Königsallee und Friedrich-Ebert-Straße. Alternativ kommt man schon an der Kreuzung Nürnberger Straße/B 2 über die Dr.-Konrad-Pöhner-Straße, die Universitätsstraße und den Wittelsbacherring zum Hohenzollernring. Wer aus Richtung Kulmbach kommt, wird weiträumig über Hohenzollernring und Wittelsbacherring geleitet. Zusätzlich ist der Josephsplatz aus Richtung Wölfelstraße nicht mehr befahrbar, hier gilt die Umleitung über die Alexanderstraße.
Diese Bushaltestellen sind betroffen
Auch der Stadtbusverkehr der Stadtwerke Bayreuth muss sich umstellen:
Bei den Linien 302 (Richtung St. Johannis) und 307 (Richtung Aichig) entfallen die Haltestellen Opernhaus, Oberfrankenhalle und Wahnfried. Die Haltestelle Wieland-Wagner-Straße wandert auf Höhe der Jet-Tankstelle in die Königsallee. Bei der Linie 304 fallen Opernhaus, Oberfrankenhalle, Dürschnitz und Hofgarten weg, ab der Haltestelle Stadtwerke geht es wieder auf dem regulären Linienweg weiter; stadtauswärts verlegt sich die Haltestelle Stadtwerke in die Jean-Paul-Straße.
Auf der Linie 312 Richtung Thiergarten entfallen stadtauswärts Opernhaus, Oberfrankenhalle und Hospitalstift, stadteinwärts Dürschnitz, Oberfrankenhalle und Luitpoldplatz; die Haltestelle Prieserstraße wandert zur gleichnamigen Haltestelle der Linie 315. Die Pendellinie 316 zwischen Hauptbahnhof und Universität verliert in beiden Richtungen die Haltestellen Oberfrankenhalle, Dürschnitz, Hofgarten und Stadtwerke. Beim Nacht- und Frühnetz der Linie 326 entfallen Opernhaus, Oberfrankenhalle, Dürschnitz, Hofgarten, Stadtwerke und Luitpoldplatz, auch hier zieht die Haltestelle Prieserstraße zur Linie 315 um.
Warum der Ring gerade jetzt zum Dauerthema wird
Der neue Rohrbruch ist nicht der einzige Wasserschaden dieser Woche in der Bayreuther Innenstadt: Erst am Donnerstagnachmittag hatte ein weiteres Leck in der Albrecht-Dürer-Straße, direkt an der Kreuzung zum Hohenzollernring, für Verkehrsbehinderungen gesorgt – dort blieb die Wasserversorgung zwar für alle Gebäude erhalten, doch eine volle Freigabe der Fahrspur wird frühestens Ende der kommenden Woche erwartet. Zwei Rohrbrüche binnen weniger Stunden im selben Straßenzug – das ist selbst für ein Leitungsnetz mit Bestand ungewöhnlich. Möglicherweise ist die Trockenheit und die damit zusammenhängenden Bodenbewegungen die Ursache. Bestätigt ist das aber nicht.
Häufige Fragen
Wie lange ist der Hohenzollernring gesperrt?
Die Stadtwerke Bayreuth rechnen mit einer Vollsperrung zwischen Josephsplatz und Romanstraße bis voraussichtlich Anfang September.
Wie komme ich jetzt am besten durch die Stadt?
Je nach Richtung führen die Umleitungen über Albrecht-Dürer-Straße, Friedrich-Ebert-Straße, Wieland-Wagner-Straße, Königsallee, Wittelsbacherring oder Alexanderstraße. Die genaue Route hängt davon ab, aus welcher Richtung man kommt.
Sind auch die Stadtbusse betroffen?
Ja. Mehrere Linien (302, 304, 307, 312, 315, 316, 326) fahren wegen der Sperrung Haltestellen wie Opernhaus, Oberfrankenhalle, Dürschnitz oder Hofgarten nicht an, einige Haltestellen werden vorübergehend verlegt.
Warum dauert die Reparatur so lange, obwohl das Rohr selbst schnell geflickt ist?
Weil das ausgetretene Wasser die Fahrbahn auf rund 200 Quadratmetern unterspült hat. Für die Asphaltierung brauchen die Stadtwerke einen Straßenfertiger, wie er sonst auf Autobahnbaustellen zum Einsatz kommt – und der ist in der sommerlichen Bausaison schwer zu bekommen. Außerdem erneuern die Stadtwerke auch Leitungen im Kreuzungsbereich zur Albrecht-Dürer-Straße. Daher verlängert sich die Sperrung nach Angabe der Stadtwerke um etwa eine Woche bis Anfang September.











Die Arbeiten laufen in mehreren Bauabschnitten ab. Dadurch bleibt die Erreichbarkeit für Anwohnerinnen und Anlieger durchgehend gewährleistet. Karte mit OpenStreetMap erstellt © openstreetmap.org/copyright
Artenvielfalt im Gartendenkmal mit Heimatstaatssekretär Martin Schöffel und dem Grünen-Landtagsabgeordneten Tim Pargent ©StMFH