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Kulturdenkmal

Rollwenzelei Bayreuth gerettet: Innerfamiliäre Lösung soll Kulturerbe sichern

Die Rollwenzelei in Bayreuth, das historische Gasthaus und Refugium des Dichters Jean Paul, scheint gerettet. Die Enkelin der Besitzerin soll sich in Zukunft um die Rollwenzelei kümmern.

Das historische Gasthaus: Bedeutung der Rollwenzelei für Bayreuth

Die Rollwenzelei ist nicht nur ein Gasthaus, sondern ein wichtiges Kulturdenkmal und untrennbar mit dem Namen Jean Paul verbunden. In den musealen Räumen, der ehemaligen Einkehr- und Dichterstube,  der berühmte Schriftsteller viel Zeit beim Schreiben und auch im Biergarten soll er fröhliche Stunden erlebt haben.

Zuletzt gab es viele Fragezeichen was den Fortbestand der Rollwenzelei angeht. Die Eigentümerfamilie hatte offenbar mit dem Gedanken gespielt, das Gebäude zu verkaufen. Besonders in diesem Jahr, in dem sich der 200. Todestag Jean Pauls jährt, war der Erhalt der Immobilie ein großes Thema in der Stadt Bayreuth.

Landtagsabgeordneter Franc Dierl (CSU) sprach am 15. Dezember 2025 von einer „innerfamiliären Lösung“ für die Rollwenzelei.

Verein soll Dichterstube weiterhin tragen

„Wir sind Herrn Dierl sehr dankbar für sein Engagement“, sagt Christine Sommer-Fiederer gegenüber der bt-Redaktion. Die innerfamiliäre Lösung ist zweifellos ein großer Erfolg für alle Beteiligten. Sophie Sommer, die Enkelin der Besitzerin der Rollwenzelei Gertrud Sommer, wird sich in Zukunft um die Rollwenzelei kümmern. „So können wir als Familie aus eigener Kraft das Haus mit dem Museum weiterführen“, sagt Christine Sommer-Fiederer. Das Museum soll selbstverständlich erhalten bleiben und weiterhin vom „Verein zur Erhaltung von Jean Pauls Einkehr- und Dichterstube in der Rollwenzelei“ e.V. getragen werden.

MdL Dierl und OB Ebersberger: Erleichterung über familiäres Engagement

Franc Dierl war von Christine Sommer-Fiederer, der Tochter der Eigentümerin und Vertreterin des „Vereins zur Erhaltung von Jean Pauls Einkehr- und Dichterstube in der Rollwenzelei e. V.“, um Unterstützung gebeten worden.

Dierl betonte, dass er gemeinsam mit Oberbürgermeister Thomas Ebersberger intensiv an einer zukunftssicheren Lösung gearbeitet habe. Hierfür wurde eigens ein Expertengremium einberufen. Auf Dierls Initiative hatte der Bayerische Landtag sogar 60.000 Euro für eine Machbarkeitsstudie zur künftigen Nutzung zugesagt.

Über die neue Lösung zeigt sich Franc Dierl erleichtert:

„Wer, wenn nicht die Angehörigen selbst, könnten gewissenhafter und liebevoller für die Zukunft ihres Familienbesitzes sorgen“, so Franc Dierl.

Oberbürgermeister Thomas Ebersberger lobte das private bürgerliche Engagement in Bayreuth: „Der Erhalt dieses wertvollen Kulturgutes […] ist nun gewährleistet.“