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Zugverkehr nach Nürnberg läuft wieder Neuer Imbiss „Stern“ öffnet am 15. September Berufsschule zum Schulstart doch noch nicht bezugsfertig

Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2025 | 19:05

Großrazzia

Scheinehen als Aufenthaltshilfe: Kriminalpolizei Nürnberg ermittelt in dutzenden Fällen

von Katharina Müller-Sanke

In Nürnberg ist die Polizei einer mutmaßlichen Bande auf der Spur, die in großem Stil Scheinehen zur illegalen Aufenthaltsbeschaffung organisiert haben soll. Bei einer bundesweiten Razzia erhärtete sich der Verdacht gegen mehrere Beschuldigte: die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

Symbolbild: Pixabay
Symbolbild: Pixabay

Groß angelegte Ermittlungen gegen organisierte Scheinehen

Die Kriminalpolizei Nürnberg und die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth ermitteln seit Monaten gegen eine mutmaßlich organisierte Tätergruppe, die Scheinehen zur illegalen Aufenthaltsbeschaffung arrangiert haben soll. Ziel der Struktur soll es gewesen sein, nigerianischen Staatsangehörigen durch Scheinehen mit ungarischen Partnern eine Aufenthaltskarte nach EU-Recht zu verschaffen.

Auffällige Anträge auf EU-Aufenthaltskarten

Seit Mitte 2025 stellten die Behörden eine Häufung entsprechender Anträge fest. Mehrere nigerianische Staatsangehörige hatten in Nürnberg EU-Aufenthaltskarten beantragt – stets mit dem Hinweis auf Eheschließungen mit ungarischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern. Die Ermittlungen ergaben jedoch schnell ein klares Muster: Die angeblichen Eheleute wohnten nicht zusammen, führten keine Lebensgemeinschaft und hielten sich überwiegend nicht dauerhaft in Deutschland auf. Damit erhärtete sich der Verdacht einer strafbaren Scheinehe nach FreizügG/EU.

Schon gelesen? Auf der A9 von Nürnberg in Richtung Bayreuth hat es letzte Nacht einen heftigen Unfall gegeben.

Eheschließungen in Rom und Athen – nur für den Aufenthaltstitel

Nach aktuellem Kenntnisstand rekrutierte die Tätergruppe ungarische Partner gegen Entgelt. Die Eheschließungen fanden dabei nicht in Deutschland, sondern an Standesämtern in Rom und Athen statt. Ziel: eine schnelle Heirat und anschließend der Antrag auf Aufenthaltsrecht in Deutschland.

Auffällig war zudem: Die ungarischen Partner reisten ausschließlich zu Behördenterminen ein. Abseits davon hielten sie sich nicht im Bundesgebiet auf; ein weiteres Indiz für eine systematische Vorgehensweise.

Großrazzia in vier Städten: 92 Beamte im Einsatz

Am 08.10.2025 führte die Polizei eine großangelegte Durchsuchungsaktion durch. Insgesamt 13 Objekte in Nürnberg, Bamberg, Berlin und Essen wurden durchsucht. Dabei wurden über 30 Mobiltelefone und umfangreiche Unterlagen sichergestellt. In den Wohnungen trafen die Einsatzkräfte jedoch nur drei der nigerianischen Ehepartner an. Hinweise auf einen tatsächlichen Wohnsitz der ungarischen Partner gab es nicht. Zwei Personen ohne gültige Aufenthaltserlaubnis wurden zudem zufällig entdeckt – gegen sie laufen gesonderte Verfahren.

Ermittlungen in 38 weiteren Fällen – Suche nach Hintermännern

Derzeit führen Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Ermittlungen in insgesamt 38 Fällen, darunter gegen die mutmaßlichen Organisatoren wegen Einschleusens von Ausländern nach dem Aufenthaltsgesetz. Der Fokus liegt auf den Hintermännern des kriminellen Netzwerkes.

Hintergrund: Scheinehe als Straftat

Eine Scheinehe liegt vor, wenn eine Ehe nur zum Zweck der Aufenthaltsbeschaffung geschlossen wird – ohne tatsächliche Lebensgemeinschaft. Laut Freizügigkeitsgesetz und Aufenthaltsrecht drohen:

  • Geldstrafen
  • Freiheitsstrafen bis zu mehreren Jahren
  • aufenthaltsrechtliche Konsequenzen bis hin zur Abschiebung

Fazit

Der Fall macht deutlich, wie professionell organisierte Gruppen versuchen, EU-Recht auszunutzen, um illegalen Aufenthalt zu ermöglichen. Die Ermittlungen in Nürnberg könnten bundesweite Verflechtungen offenlegen. Mit weiteren Durchsuchungen und Anklagen ist zu rechnen.

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