Landkreis Bayreuth

Schwieriges Jahr 2020 für Landkreis Bayreuth: „Bewältigung der Pandemie ist ein immenser Aufwand“

Landrat Florian Wiedemann hat am Freitag (12. Februar 2020) den Jahresbericht 2020 vorgestellt. So war das Corona-Jahr für den Landkreis.

Auch der Landkreis Bayreuth hatte mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu kämpfen. Landrat Florian Wiedemann stellte die wichtigsten Punkte des Jahres 2020 für den Landkreis vor. Am Donnerstag (11.2.2021) waren Soldaten der Bundeswehr am Landratsamt Bayreuth. 

Schwierige Bedingungen für Landrat Florian Wiedemann

Als Florian Wiedemann das Amt des Landrats im Mai 2020 übernahm, hatte er mit schwierigen Voraussetzungen zu kämpfen. Durch die Corona-Pandemie war der Katastrophenfall ausgerufen. Zudem hatte das Klinikum Bayreuth keinen Geschäftsführer und es gab rechtliche und wirtschaftliche Hürden bei der Seilbahn im Fichtelgebirge.

Corona-Pandemie im Landkreis Bayreuth

Wiedemann wollte, dass die Corona-Fallzahlen in den Gemeinden bekannt gegeben werden. Im Zuge der Transparenz war ihm dieser Punkt wichtig. Zudem wurden im Landkreis Testzentren, mobile Impfteams und Impfzentren im vergangenen Jahr aufgebaut. „In den Altenheimen sind die Impfungen so ziemlich durch“, sagt Wiedemann.

Im Rahmen der Corona-Pandemie wurde das Gesundheitsamt sowohl räumlich als auch personell aufgestockt. 13 neue Amtsärzte, Hygieneaufseher, und sozialmedizinische Fachkräfte wurden eingestellt. Zudem wurden 18 neue Kräfte in den Kontaktverfolgungsteams eingesetzt. Weitere fünf neue Kräfte stoßen dann ab Montag, 15. Februar 2021, dazu.

„Die Bewältigung der Corona-Pandemie ist ein immenser Aufwand.“ Der Landrat lobte die schnelle Umsetzung der Impfzentren. Seit Beginn der Corona-Pandemie gab es 84 Krisenstabstreffen im Landkreis Bayreuth.

Arbeitslosenquote im Landkreis Bayreuth

„Momentan schlagen wir uns noch gut auf dem Arbeitsmarkt“, erklärt der Landrat. Mit einer Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent liegt der Landkreis Bayreuth noch immer unter dem bayernweiten Durchschnitt von 4,2 Prozent. Die Gesamtverschuldung der Gemeinden sei im Jahr 2020 auf etwa 140 Millionen Euro angestiegen.

Hilfe für Gastronomen und Kulturschaffende im Kreis Bayreuth

Wiedemann geht auch auf die Hilfen in Corona-Zeiten ein. Viele Gastronomen haben während der Lockdowns einen Liefer- und Abholservice angeboten. „Im Landkreis Bayreuth soll ein Gastronomie-Portal installiert werden“, sagt er. In diesem können sich Gastronomen registrieren. Ist man dann in der Fränkischen Schweiz unterwegs, könne so das Angebot der umliegenden Gastronomiebetriebe angeschaut werden. „Das ist ein Service für unsere Gastronomen.“

Gerade die Kulturbranche ist durch die mit der Pandemie einhergehenden Einschränkungen schwer gebeutelt. Deswegen hat das Landratsamt Bayreuth die Internetplattform „Kultur vor dem Fenster“ eingerichtet, um Künstler zu unterstützen. „Außerdem haben wir einen Kulturbeirat gegründet“, berichtet Wiedemann.

Bratwurstgipfel 2020 in Bayreuth

Trotz Corona sei die Dachmarke Bayreuther Land weiter gestärkt worden. „Wir waren beim Bratwurstgipfel“, erzählt Wiedemann. Auch wenn dieser anders als gewohnt ablief, sei es dennoch eine der schönsten Veranstaltungen im Jahr 2020 gewesen. In Hollfeld wurde ein neues Gewerbegebiet eröffnet: „Hollfeld-Nord.“ Hier wachse das Interesse stetig, was wohl auch an der Nähe zur Autobahn liege. Die Gemeinde sei hier in Vorleistung gegangen, um das Gewerbegebiet einzurichten.

Wiedemann habe bei den Zweckverbänden eine schwierige Situation vorgefunden. Hier stehen noch verschiedene komplexe Entscheidungen an. Die Thermalwasserbohrung ist gut gelaufen, sagt der Landrat. Er hoffe sehr, dass da bald eine Eröffnung gefeiert werden könne. Die Bohrung sei wichtig, damit der Thermalbadbetrieb auch weiter aufrecht erhalten werden könne.

Der Landrat und das Klinikum Bayreuth

„Das Klinikum Bayreuth hat mich gleich vom ersten Tag an in Beschlag genommen“, sagt Wiedemann. „Es war der Wahnsinn und wirklich heftig, was da an Sitzungen war.“ Jedoch sei er froh, dass nun eine Doppelspitze installiert werden konnte. Der Aufsichtsrat des Klinikums soll sich nun im Jahr 2021 neu zusammenfinden.

Homeoffice im Landratsamt Bayreuth

Auch im Landratsamt Bayreuth wurde im Zuge der Corona-Pandemie die Aufforderung der Regierung Homeoffice zu ermöglichen, zügig umgesetzt. „Teilweise sind etwa 70 Prozent der Mitarbeiter im Homeoffice“, sagt Wiedemann.

Müll und Klima im Landkreis Bayreuth

Der Landrat macht auf ein Problem aufmerksam. Die Gebührenanpassung bei der Abfallentsorgung werden wohl problematisch. „Es ist kein schönes Erbe, wenn eine der ersten Handlungen des neuen Landrats die Erhöhung der Müllgebühren ist“, sagt Wiedemann. Aber es helfe eben nichts. „Es ist ein wichtiges Thema, welches wir auch angehen müssen.“

Seit 2011 hat sich im Landkreis der Anteil der erneuerbaren Energien – bezogen auf die gesamte Energieversorgung – verdoppelt. Erfreulich: Der Stromverbrauch im Landkreis Bayreuth ist gering. Es ist sogar der Landkreis mit dem drittniedrigsten Stromverbrauch in Bayern.

Bauen im Landkreis Bayreuth

„Der erste Bauabschnitt der Johannes-Kepler-Realschule ist generalsaniert“, sagt Wiedemann. Mittlerweile seien zwölf Klassenzimmer erneuert worden. „Hier bleiben wir auch weiter am Ball.“

Im Landkreis Bayreuth werden weiterhin vor allem Ein- oder Zweifamilienhäuser errichtet. Eigentums- und Geschosswohnungsbauten beschränken sich auf die größeren Städten im Landkreis.

Mobilität im Landkreis Bayreuth

Das Thema Mobilität beschäftigt den Landrat sehr. Das Bürgerbus-System im Kreis Bayreuth wird weiter ausgebaut. Bei einer Road-Show im Landkreis sei der Andrang sehr groß geworden. Bislang hätten sich neun Gemeinden zusammengeschlossen, um hier interkommunal zusammenzuarbeiten.

Die Testphase des Fifty-fifty-Taxis ist abgeschlossen und zwar mit Erfolg. Nach der Corona-Pandemie sollen die Mobilitätsbedürfnisse entsprechend angepasst werden. Außerdem führt der Landkreis im VGN-Gesamtraum das 365-Euro-Ticket für Jugendliche und Azubis ein. Auch die Elektromobilität soll unterstützt werden. „Mittlerweile gibt es etwa 60 Ladepunkte im Kreis Bayreuth“, sagt Wiedemann. Angepeilt seien 90.

Bayreuther Tagblatt - Katharina Adler

 bt-Redakteurin Online/Multimedia
Katharina Adler