Zuletzt aktualisiert am
Sekunden ohne Sicht: 54-Jährige prallt frontal gegen Mauer
Die tief stehende Sonne hat am Mittwochmorgen in Münchberg einen Unfall ausgelöst. Eine 54-jährige Autofahrerin wurde in der Ottostraße so stark geblendet, dass sie von der Fahrbahn abkam und frontal gegen eine Mauer prallte. Sie musste verletzt ins Krankenhaus.
Der Fall aus dem Landkreis Hof zeigt eine Gefahr, die jetzt im Herbst auch Pendler in Bayreuth und ganz Oberfranken betrifft: Morgens und abends steht die Sonne so flach, dass sie Autofahrern für Sekunden komplett die Sicht nehmen kann.
Unfall in Münchberg: Was in der Ottostraße passiert ist
Die 54-Jährige war mit ihrem VW in der Ottostraße in Richtung Kirchenlamitzer Straße unterwegs. Dann blendete sie die Sonne. Laut Polizeiinspektion Münchberg kam sie daraufhin nach rechts von der Straße ab und fuhr frontal gegen eine Mauer und einen Geländerpfosten.
Beim Aufprall lösten beide Airbags aus. Die Frau verletzte sich im Brustbereich. Ein Rettungswagen brachte sie ins Krankenhaus in Münchberg. Den Schaden an ihrem Auto schätzt die Polizei auf rund 14.000 Euro.
Tief stehende Sonne: Unterschätzte Gefahr im Herbst – auch rund um Bayreuth
Blendung durch die Sonne wirkt harmlos, ist es aber nicht. Nach Zahlen des ADAC registrierte die Polizei bundesweit im Jahr 2024 insgesamt 2456 Unfälle mit Verletzten, bei denen die tief stehende Sonne die Ursache war.
Besonders riskant ist der Berufsverkehr. Wenn die Sonne morgens auf- und abends untergeht, trifft das Licht in einem sehr flachen Winkel auf die Windschutzscheibe. Gefährlich wird es laut ADAC vor allem in Kurven, auf Kuppen und an Tunnel- oder Unterführungsausfahrten. Ampeln, Schilder, Radfahrer und Fußgänger sind dann leicht zu übersehen.
Wie schnell das geht, rechnet der ADAC Hessen-Thüringen vor: Wer mit Tempo 50 unterwegs ist, fährt in einer einzigen Sekunde mindestens 14 Meter im Blindflug.
So schützen sich Autofahrer vor Blendung durch die Sonne
Ganz vermeiden lässt sich das Risiko nicht. Mit ein paar einfachen Maßnahmen sinkt es aber deutlich:
Klare Sicht schaffen
Schmutz und Schlieren auf der Windschutzscheibe streuen das Sonnenlicht und verstärken die Blendung. Eine saubere Scheibe – innen wie außen – ist deshalb laut ADAC das A und O. Die Sonnenblende sollte früh heruntergeklappt werden.
Sonnenbrille mit Bedacht einsetzen
Eine Sonnenbrille hilft gegen grelles Licht, hat aber einen Haken: Schattige Bereiche wirken damit noch dunkler. Der ADAC rät, sie abzunehmen, sobald die Blendung vorbei ist.
Tempo runter, Abstand rauf
Wer geblendet wird, sollte langsamer fahren und mehr Abstand halten. Auch das Auto davor könnte plötzlich bremsen, weil der Fahrer nichts sieht. Eingeschaltetes Abblendlicht macht das eigene Auto zudem für den nachfolgenden Verkehr besser sichtbar, wie der ADAC Hessen-Thüringen erklärt.
Häufige Fragen
Was ist beim Unfall in Münchberg passiert?
Eine 54-jährige Autofahrerin wurde am Mittwochmorgen in der Ottostraße von der tief stehenden Sonne geblendet. Sie kam von der Fahrbahn ab und prallte gegen eine Mauer und einen Geländerpfosten.
Wurde bei dem Unfall jemand verletzt?
Ja. Die Fahrerin verletzte sich im Brustbereich und kam mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus in Münchberg. Andere Verkehrsteilnehmer waren nicht beteiligt.
Wie hoch ist der Schaden?
Die Polizei beziffert den Schaden am Auto der Frau auf rund 14.000 Euro.
Wann ist die Blendgefahr durch die Sonne am größten?
Vor allem im Herbst und Frühjahr, morgens und abends im Berufsverkehr. Dann steht die Sonne besonders flach – auch auf den Straßen rund um Bayreuth.
Was hilft gegen Blendung durch tief stehende Sonne?
Eine saubere Windschutzscheibe, die heruntergeklappte Sonnenblende, angepasstes Tempo und mehr Abstand zum Vordermann. Eine Sonnenbrille hilft, sollte aber nach der Blendung wieder abgenommen werden.
Schon gelesen? Unfallschwerpunkt Landstraße: Polizei Oberfranken warnt












Symbolbild Propellermaschine ©canva
© bt-Redaktion