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Sicher zur Schule: 5 Tipps für einen unfallfreien Schulweg
In wenigen Tagen ist es so weit: Am 15. September endet für die Schülerinnen und Schüler in Bayern die Sommerpause, und auch in Bayreuth kehrt der Alltag auf den Straßen zurück. Für viele Kinder bedeutet das einen neuen oder wieder ungewohnten Schulweg – und für alle anderen Verkehrsteilnehmer die Pflicht, in den kommenden Tagen besonders aufmerksam zu sein.
Schulweg schon vor dem ersten Schultag gemeinsam üben
Der Rat der Polizei: Nicht erst am ersten Schultag losgehen, sondern den Weg vorher mehrmals gemeinsam ablaufen. Dabei zählt nicht die schnellste, sondern die sicherste Route – auch wenn sie ein paar Minuten länger dauert. Wichtig ist außerdem, mögliche Gefahrenstellen wie unübersichtliche Kreuzungen oder schlecht einsehbare Ausfahrten gemeinsam zu besprechen.
Auch die Bayreuther Polizei kennt diese Tücken gut. Polizei-Pressesprecher Alexander Zink rät Eltern deshalb, den Schulweg wirklich abzugehen, bevor die Schule wieder losgeht – gerade an unübersichtlichen Kreuzungen und vielbefahrenen Übergängen brauchen Kinder Routine.
Notinseln als erste Anlaufstelle
Wer sich unsicher fühlt oder in Bedrängnis gerät, kann in Bayreuth auf sogenannte „Notinseln“ zurückgreifen. Wie Julia Küfner, Pressesprecherin der Polizei Oberfranken, erklärt, dienen diese Anlaufstellen in der Stadt Kindern als erste Hilfe, wenn auf dem Schulweg etwas schiefläuft. Wichtig sei zudem, wirklich ruhige Wege zu wählen, auch wenn diese etwas länger sind, statt der kürzesten, aber gefährlicheren Strecke zu folgen.
Auch das eigene Verhalten der Eltern spielt eine Rolle: Kinder orientieren sich an ihren Vorbildern. Wer selbst aufmerksam und regelkonform unterwegs ist, vermittelt automatisch die richtigen Verhaltensweisen.
Sichtbarkeit wird mit der dunklen Jahreszeit wichtiger
Der Schulstart fällt in diesem Jahr fast mit dem Ende des Sommers zusammen – die Tage werden schnell kürzer. Helle Kleidung und vor allem reflektierende Elemente an Jacken, Schulranzen oder Schuhen erhöhen die Sichtbarkeit von Kindern im Straßenverkehr deutlich. Je früher ein Kind erkannt wird, desto mehr Zeit bleibt anderen Verkehrsteilnehmern zum Reagieren. Warnwesten und Reflektoren sind deshalb gerade bei Dämmerung und schlechter Sicht eine sinnvolle Ergänzung.
Elterntaxis: Auch in Bayreuth ein wachsendes Problem
Besonders gefährlich wird es oft direkt vor der Schule, wenn Eltern ihre Kinder mit dem Auto bringen. Rangierende Fahrzeuge, Halten in zweiter Reihe und versperrte Sicht sorgen für brenzlige Situationen – vor allem, wenn Kinder zwischen parkenden Autos auf die Fahrbahn treten. Die Polizei empfiehlt deshalb, Kinder zu Fuß gehen zu lassen oder sie einige Hundert Meter von der Schule entfernt aussteigen zu lassen.
Dass dieser Rat auch in Bayreuth nicht neu ist, zeigt ein Blick in unser eigenes Archiv: Schon vor zwei Jahren sprach Hauptkommissar Eike Leppert von der Polizeiinspektion Bayreuth-Stadt von einem Problem, das „vor zehn Jahren nicht in dieser Größe“ existierte.
Zeitdruck vermeiden und genug Zeit einplanen
Gerade in den ersten Schultagen sollten Eltern ausreichend Zeit einplanen. Wer unter Zeitdruck steht, neigt eher dazu, das Anschnallen zu vergessen oder die Straße zu schnell zu überqueren. Ein paar Minuten mehr sind gut investiert, wenn dafür der Schulweg sicherer wird.
Vorsicht an der Schulbushaltestelle
Besondere Aufmerksamkeit gilt an Schulbushaltestellen. Fährt ein Bus mit eingeschaltetem Warnblinklicht an eine Haltestelle heran, darf er nicht überholt werden. Hält er mit Warnblinklicht, ist nur ein Vorbeifahren mit Schrittgeschwindigkeit und ausreichendem Abstand erlaubt – das gilt auch für den Gegenverkehr auf derselben Fahrbahn.
Der Grund: Kinder verhalten sich an Haltestellen oft anders, als Erwachsene es erwarten würden. Sie laufen möglicherweise noch schnell zum Bus oder wollen direkt nach dem Aussteigen die Straße überqueren. Der Appell der Polizei an Autofahrer im Bereich von Schulbushaltestellen: Fuß vom Gas, aufmerksam bleiben und jederzeit mit einem Kind auf der Fahrbahn rechnen.
Kontrollen und Präsenz vor Bayreuther Schulen
Die Polizei Oberfranken zeigt in den ersten Schultagen verstärkt Präsenz vor Schulen und steht Schülerinnen und Schülern als Ansprechpartner zur Verfügung. Ergänzend dazu bietet die Behörde die Präventions-Filmreihe „Wally und Rob – im Straßenverkehr TOP!“ an, die kindgerecht Themen wie das sichere Überqueren der Straße oder den toten Winkel aufgreift. Die Broschüre mit weiteren Tipps und den Videos stellt das Polizeipräsidium Oberfranken online zur Verfügung.
Zusätzlich beteiligt sich die Polizei Oberfranken an einer landesweiten Kontrollaktion des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, für Sport und Integration: Vom 15. bis 18. September kontrolliert die bayerische Polizei verstärkt rund um Schulen, Kindergärten und Schulwege die Gurt- und Kindersicherungspflicht.
„Anschnallen rettet Leben“
— Kristina Biertümpfel, Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration
Wer im Landkreis Bayreuth einen Schulweg für besonders gefährlich hält, kann sich zudem direkt an den Verkehrssicherheitsbeauftragten des Landratsamts Bayreuth wenden, der Schulwege und ihr Umfeld auf Wunsch überprüft.
Häufige Fragen
Wann beginnt das neue Schuljahr in Bayern 2026?
Die Sommerferien enden am 14. September 2026, der erste Schultag ist Dienstag, der 15. September 2026.
Was gilt beim Überholen eines haltenden Schulbusses?
Ein Schulbus mit eingeschaltetem Warnblinklicht darf beim Heranfahren an eine Haltestelle nicht überholt werden. Hält er an der Haltestelle, ist ein Vorbeifahren nur mit Schrittgeschwindigkeit und ausreichendem Abstand erlaubt – auch im Gegenverkehr.
Warum rät die Polizei von Elterntaxis direkt vor der Schule ab?
Rangierende Fahrzeuge, Halten in zweiter Reihe und versperrte Sicht erhöhen die Unfallgefahr, vor allem wenn Kinder zwischen Autos auf die Fahrbahn treten. Die Polizei empfiehlt, einige Hundert Meter entfernt zu parken und den Rest des Wegs zu Fuß zurücklegen zu lassen.
Wie viele Schulwegunfälle gab es zuletzt in Bayreuth?
Die Zahl ist rückläufig: 2018 wurden in Bayreuth neun Schulwegunfälle registriert, 2022 waren es nur noch drei.
Wann kontrolliert die Polizei die Gurtpflicht rund um Schulen?
Vom 15. bis 18. September 2026 kontrolliert die bayerische Polizei landesweit verstärkt die Gurt- und Kindersicherungspflicht rund um Schulen, Kindergärten und Schulwege.













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