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Silvester 2025 in Bayreuth: Intensive Nacht für Feuerwehr und Polizei
Ein brennender Müllcontainer, Schlägereien in der Innenstadt und ein Angriff mit einem Schlagring: Die Einsatzkräfte in Bayreuth blicken auf eine arbeitsreiche Silvesternacht zurück. Während die Feuerwehr von einer „durchschnittlichen“ Nacht spricht, meldet die Polizei mehrere Verletzte und Festnahmen.
Während die meisten Bayreuther das neue Jahr 2026 friedlich begrüßt haben, waren die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr und der Polizeiinspektion Bayreuth-Stadt im Dauereinsatz. Die Bilanz der Nacht fällt gemischt aus: Trotz zahlreicher Straftaten und Verletzungen blieben gravierende Sicherheitsstörungen aus.
Feuerwehr: Zehn Einsätze und glimpfliche Brände
Die Freiwillige Feuerwehr verzeichnete insgesamt zehn Einsätze, die in direktem Zusammenhang mit Feuerwerkskörpern standen. „In drei Fällen war das Feuer bei unserem Eintreffen bereits erloschen“, berichtet Pressesprecher Felix Lindner.
Die Schwerpunkte der Feuerwehr-Nacht:
- Hugenottenstraße & Meistersingerstraße: Hier mussten brennende Mülltonnen gelöscht werden, um ein Übergreifen auf Gebäude zu verhindern.
- Unternschreez: Eine brennende Hecke drohte auf ein Haus überzugreifen, konnte aber rechtzeitig gelöscht werden.
- Gesamtschaden: Die Polizei schätzt den Sachschaden durch brennende Abfallbehältnisse auf ca. 1.000 Euro.
Polizei: Gewalt und verletzte Beamtin
Die Polizeiinspektion Bayreuth-Stadt zieht eine deutlich unruhigere Bilanz. Zwar wurde die Böllerverbotszone in der gut besuchten Innenstadt weitgehend beachtet, dennoch kam es zu mehreren Körperverletzungen und Widerständen.
Angriffe auf Passanten und Einsatzkräfte
Bereits um 21:30 Uhr eskalierte eine Situation in der von-Römer-Straße. Ein 24-jähriger Hallenser zündete in der Verbotszone Böller. Als ihn Passanten darauf ansprachen, zog er einen Schlagring und bedrohte sie. Die Polizei stellte den Mann später in der Kanalstraße und fand bei ihm zudem ein Klappmesser sowie illegale Pyrotechnik aus dem Ausland. Gegen ihn bestand bereits ein Waffenbesitzverbot.
Besonders bedauerlich: Eine Polizeibeamtin wurde leicht verletzt, als sie gegen 00:30 Uhr am Rathaus von einem Teil einer Feuerwerksbatterie getroffen wurde. Ein 44-Jähriger hatte die Batterie versehentlich umgestoßen. Ein heißer Splitter verfing sich in den Haaren der Polizistin und verursachte Verbrennungen an der Kopfhaut.
Schwere Verletzungen und Schlägereien
- Scheffelstraße: Pünktlich zum Jahreswechsel schlug ein 21-Jähriger aus Speichersdorf einem 45-Jährigen mit der Faust ins Gesicht. Das Opfer kam mit Verdacht auf Jochbeinbruch ins Klinikum.
- Hedwigstraße: Gegen 01:00 Uhr griff ein 24-Jähriger unvermittelt eine Gruppe von vier 15-Jährigen an. Alle Jugendlichen erlitten leichte Verletzungen im Gesicht.
- Mistelbach: Eine 17-Jährige erlitt durch in der Nähe explodierende Böller Brandlöcher in der Kleidung und klagte über Ohrenschmerzen.
Schüsse aus dem Auto und aggressive Gäste
Auch Verstöße gegen das Waffengesetz hielten die Beamten in Atem. In der Innenstadt schoss ein 24-jähriger Kulmbacher mit einer Schreckschusspistole aus seinem Fahrzeug. Da er keinen Waffenschein besaß, wurde die Pistole sichergestellt; zudem wird die Führerscheinstelle informiert.
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Gegen 04:30 Uhr endete die Nacht für einen 28-jährigen Gast einer Diskothek in der Gewahrsamszelle. Nachdem ihm der Sicherheitsdienst zwei Schnapsflaschen abgenommen hatte, verhielt er sich massiv aggressiv gegenüber Gästen und der Polizei. Er weigerte sich, den Platz zu verlassen, und musste schließlich abgeführt werden. Insgesamt verbrachten zwei Personen die Nacht in polizeilichem Gewahrsam.
Fazit der Einsatzkräfte
Trotz der Vielzahl an Vorfällen ziehen die Rettungskräfte eine positive Bilanz hinsichtlich der Zusammenarbeit. Die Feuerwehr lobt die besonnenen Bürger, während die Polizei die weitgehende Einhaltung der Verbotszonen hervorhebt. Dennoch zeigen die zahlreichen Anzeigen wegen fahrlässiger Körperverletzung und Verstößen gegen das Waffengesetz, dass der Jahreswechsel für viele Einsatzkräfte alles andere als ruhig verlief.











© NEWS5 | Ferdinand Merzbach
Feuerwerkskörper Symbolbild: pixabay