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Soll Deutschland Getränke mit Zucker stärker besteuern?
Deutschland sei laut Bayerischer Krebsgesellschaft Spitzenreiter beim Konsum zuckerhaltiger Getränke in Europa. Die Gesellschaft sieht darin ein ernstes Gesundheitsrisiko und fordert die Politik zum Handeln auf.
Die Bayerische Krebsgesellschaft (BKG) spricht sich klar für eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke in Deutschland aus. Hintergrund ist der aktualisierte Europäische Kodex gegen Krebs, den die Weltgesundheitsorganisation (WHO) von zwölf auf 14 Empfehlungen erweitert hat. In Bayern erkranken laut BKG jährlich rund 65.000 Menschen neu an Krebs, deutschlandweit sind es rund eine halbe Million.
Zucker und Krebs: Ein unterschätztes Risiko
Übergewicht gilt als bedeutender Risikofaktor für zahlreiche Krebsarten, darunter Darmkrebs, Brustkrebs nach den Wechseljahren und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Studien zeigen, dass regelmäßiger Konsum zuckerhaltiger Getränke das Risiko für Übergewicht, Typ-2-Diabetes und bestimmte Krebsarten erhöht.
Die Zahlen sind deutlich: Laut der Verbraucherorganisation Foodwatch nehmen Deutsche täglich fast 26 Gramm Zucker allein über Getränke zu sich. Das übersteigt sogar den Zuckerkonsum durch Süßwaren mit 20 Gramm pro Tag. Ein halber Liter Cola oder Limonade enthält bereits rund 50 Gramm Zucker.
„Diese Kalorien werden meist zusätzlich aufgenommen, ohne ein entsprechendes Sättigungsgefühl auszulösen“, erklärt Prof. Dr. med. Volker Heinemann, BKG-Präsident.
Steuer auf zuckerhaltige Getränke: Europa macht es vor
Großbritannien, Frankreich, Portugal, Irland und Belgien haben bereits eine Zuckersteuer eingeführt. Auswertungen belegen: Nach Einführung der Steuer sank der Konsum, und Hersteller reduzierten den Zuckergehalt ihrer Produkte.
Heinemann zieht daraus eine klare Schlussfolgerung: Unsere europäischen Nachbarn hätten bewiesen, dass eine Zuckersteuer wirke. Deutschland solle nachziehen, um den Konsum zu reduzieren und Prävention wirksam zu stärken.
Der Europäische Kodex gegen Krebs: Was ist neu?
Der aktualisierte Kodex legt erstmals einen stärkeren Fokus auf Umweltfaktoren. Luftverschmutzung und Umweltbelastungen werden ausdrücklich als Krebsrisiken benannt. Neu ist auch die Empfehlung, öffentliche Verkehrsmittel, das Fahrrad oder Fußwege häufiger zu nutzen.
Beim Alkohol formuliert der Kodex nun klarere Worte: Statt moderatem Konsum wird jetzt möglichst vollständiger Verzicht empfohlen, da bereits geringe Mengen das Krebsrisiko erhöhen können. Erstmals warnt der Kodex zudem vor E-Zigaretten und Vapes als potenziellem Krebsrisiko.
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BKG: Politik muss Rahmenbedingungen schaffen
Die BKG begrüßt die Erweiterung des Kodex und sieht darin einen Impuls für eine stärkere Krebsprävention in Bayern. Heinemann betont, dass neben individuellem Verhalten auch die Politik gefordert sei. Gesunde Entscheidungen müssten durch politische Maßnahmen erleichtert werden.
Weitere Informationen zur Krebsprävention bietet die Bayerische Krebsgesellschaft auf ihrer Website.
FAQ
Was fordert die Bayerische Krebsgesellschaft?
Die BKG fordert eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke in Deutschland, um den Konsum zu senken und Krebsprävention zu stärken. Vorbild sind europäische Länder wie Großbritannien und Frankreich, wo solche Steuern bereits wirken.
Warum ist Zucker ein Krebsrisiko?
Zuckerhaltige Getränke fördern Übergewicht, das wiederum das Risiko für mehrere Krebsarten erhöht, darunter Darm-, Brust- und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Deutsche nehmen täglich fast 26 Gramm Zucker allein über Getränke zu sich.
Was ist der Europäische Kodex gegen Krebs?
Ein Leitfaden der WHO mit 14 Empfehlungen zur Krebsvorsorge im Alltag. Neu sind unter anderem Hinweise zu Umweltfaktoren, E-Zigaretten und ein klareres Nein zu Alkohol. Der Kodex richtet sich an Einzelpersonen und die Politik.












Am Sonntagnachmittag fanden am Tatort Spurensicherungsmaßnahmen statt. © News5/Lars Haubner
Von links nach rechts: Polizeipräsident Armin Schmelzer, der neue Dienststellenleiter Peter Hübner mit Ehefrau Heike Hornfeck-Hübner, der scheidende Dienststellenleiter Olaf Heber, Kreisrat und Landtagsabgeordneter Stefan Frühbeißer sowie Polizeivizepräsident Florian Mayer. © Polizei Oberfranken