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SpVgg Bayreuth unterstützt Aufstiegsreform: Das fordern die Regionalligisten
Fünf Meister, aber nur vier Aufstiegsplätze: Dieses Problem beschäftigt die Regionalliga seit Jahren. Die SpVgg Bayreuth schließt sich der Aufstiegsreform 2025 an und spricht sich für das sogenannte „Kompass-Modell“ aus.
Wer eine gesamte Saison lang Außergewöhnliches leistet und Meister wird, sollte aufsteigen dürfen. So einfach klingt das Prinzip, so kompliziert ist die Realität. In der deutschen Regionalliga kommen jede Saison fünf Meister ins Ziel, doch nur vier von ihnen schaffen den Sprung in die 3. Liga. Einer geht leer aus.
Wie das aktuelle Rotationssystem funktioniert
Seit der Reform von 2012 ist die Regionalliga in fünf Staffeln aufgeteilt: Nord, Nordost, West, Südwest und Bayern. Die Aufteilung löste damals das Problem langer Reisewege für Vereine im Osten und Bayern. Gleichzeitig entstand ein neues Problem. Die 3. Liga lehnte es ab, fünf Direktaufsteiger aufzunehmen, weil das zu viele Absteiger bedeutet hätte. So entstand das heutige Rotationssystem.
Konkret funktioniert es so:
- West und Südwest stellen jede Saison automatisch zwei Direktaufsteiger.
- Ein dritter Aufstiegsplatz rotiert zwischen Nord, Nordost und Bayern.
- Den vierten Platz spielen die beiden übrigen Regionalliga-Meister in einem Relegationsduell aus.
In der Saison 2025/26 steigen die Meister aus Südwest und West direkt auf, Nord kommt ebenfalls durch. Bayern und Nordost müssen gegeneinander antreten. 5 Meister, aber nur 4 Aufstiegsplätze.
„Wer über eine gesamte Saison Außergewöhnliches leistet und Meister wird, darf nicht durch zwei Relegationsspiele alles verlieren,“ sagt Lorenz Röthlinger, Geschäftsführer der SpVgg Bayreuth.
„Wir fordern die Rückkehr zum sportlichen Leistungsprinzip in allen Regionalligen: Ein Titel muss ohne Wenn und Aber zum Aufstieg führen. Nur so bleibt der Wettbewerb für Vereine, Fans und Sponsoren glaubwürdig und planbar.“
Das Kompass-Modell als Lösung
Die Initiative „Aufstiegsreform 2025“ schlägt anstelle des aktuellen Modells das sogenannte Kompass-Modell vor. Es sieht vier statt fünf Regionalligen vor, gegliedert nach Himmelsrichtungen: West, Nord, Ost und Süd, jeweils mit 20 Mannschaften. So gäbe es künftig vier Meister und vier Aufstiegsplätze. Das Prinzip wäre wieder eindeutig: Meister steigen auf.
Mit dem Beitritt von SpVgg Bayreuth, dem 1. FC Saarbrücken, Viktoria Aschaffenburg und der TSG Neustrelitz wächst das Bündnis auf 78 Klubs an. Die Initiative reicht von der Bundesliga bis zur Oberliga. Tommy Haeder, Sprecher der Reforminitiative, erklärt:
„An dem Kompass-Modell führt kein Weg mehr vorbei, insbesondere mit Blick auf die aktuelle Stimmungslage im Fußball-Deutschland.“
Offen bleibt jedoch, welche Probleme und Lösungen sich bei den Reisekosten ergeben – ähnlich wie beim ursprünglichen Modell mit drei Regionalligen. Möglicherweise ist die Vierer-Lösung jedoch ein sinnvoller Mittelweg.
DFL spricht sich klar für die Reform aus
Rückenwind kommt auch von ganz oben. Das Präsidium der Deutschen Fußball Liga (DFL) stimmte auf seiner Sitzung am 20. April 2026 einstimmig für das Kompass-Modell. DFL-Präsident Hans-Joachim Watzke erklärte anschließend auf Anfrage der Sport Bild:
„Meister müssen aufsteigen, wir halten vier Regionalligen im Kompass-Modell für richtig.“
Haeder bewertet das als wichtiges Signal:
„Die klare Positionierung der DFL ist unglaublich wichtig. Wir stehen jetzt an einem Punkt, an dem wir dieses wichtige Projekt gemeinsam über die Ziellinie bringen müssen.“
Zeitplan bis zur Umsetzung
Der Meinungsbildungsprozess in allen Regionalverbänden soll bis Ende Mai 2026 abgeschlossen sein. Danach einigen sich DFB und Regionalverbände auf ein Modell. Die Detailausgestaltung ist bis zum ersten Quartal 2027 geplant, die Umsetzung folgt bis zum zweiten Quartal 2027.
Als erste Qualifikationssaison ist 2027/28 vorgesehen. Ab der Saison 2028/29 soll die neue viergleisige 4. Liga starten.
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