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Zuletzt aktualisiert am 04. Dezember 2024 | 21:33

Stadtrat

Sport-Sparmaßnahmen: Am SVB-Bad soll doch weniger gespart werden

von Katharina Müller-Sanke zuerst veröffentlicht am 22.11. ergänzt am 28.11. 2024 und am 4. Dezember von Stefanie Schweinstetter

330.000 Euro muss die Stadt im Bereich Sport eigentlich einsparen. Im Stadtrat sind zwar konkrete Kürzungen beschlossen worden – allerdings liegen sie deutlich unter den eigentlich geplanten Einsparungen. 

Foto: Johannes Pittroff
Foto: Johannes Pittroff

Sportamtsleiter Christian Möckel hatte eine Vorschlagsliste von elf Maßnahmen vorgelegt, durch die an den Sportstätten in Bayreuth die Kosten der Stadt um insgesamt 325.000 Euro verringert werden sollten. Der Stadtrat hat in seiner Sitzung vom 27. November – wie auch schon der Haupt- und Finanzausschuss in der Vorwoche – nur einen Teil dieser Sparmaßnahmen bewilligt.

Hintergrund ist, dass Sportvereine teilweise über mehrere Jahre Zuschüsse für Baumaßnahmen beantragen, aber dann nicht verbauen. So sind mittlerweile 330.000 Euro zusammengekommen, die jeweils in den nächsten Haushalt verschoben werden müssen. Man wisse nie wann diese Baumaßnahmen durchgeführt werden, so Sportamtsleiter Möckel.

4. Dezember 2024: Schlammwasser-Aufbereitung doch wieder im Haushalt?

In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Mittwoch, den 4. Dezember 2024, gab es Neuigkeiten zu den geplanten Einsparungen beim SVB-Bad: Die Schlammwasseraufbereitung, die ursprünglich mit 150.000 Euro im Haushalt veranschlagt war und im Rahmen der Sparmaßnahmen wieder herausgenommen worden war, muss wieder in den Haushalt aufgenommen werden.

Anlage schon seit Mitte des Jahres defekt

Der Schwimmverein habe nun gemeldet, dass die Schlammwasseraufbereitung defekt sei, so Oberbürgermeister Thomas Ebersberger in der Sitzung. „Das war uns so nicht bewusst“, sagte Sportamtsleiter Christian Möckel. Die Schlammwasseranlage laufe schon seit Mitte des Jahres nicht mehr. Für den Badebetrieb habe das zunächst keine negativen Konsequenzen, erklärte Möckel. Statt schmutziges Wasser mithilfe der Schlammwasseranlage aufzubereiten, werde dieses dann direkt in die Kanalisation geleitet und durch frisches Wasser ersetzt. Das müsse aber erwärmt werden, was den Schwimmverein monatlich 8.000 Euro koste. „Das wären dann im Jahr fast 100.000 Euro. Deswegen bitte ich darum – entgegen der Sparrunde – die 150.000 Euro für die Schlammwasseranlage wieder einzustellen“, sagte Oberbürgermeister Ebersberger. Der Haupt- und Finanzausschuss sprach diese Empfehlung für den Stadtrat ohne Gegenstimmen aus.

28. November: Nach viel Kritik konstruktiv weiter

Nach der deutlichen Kritik in der letzten Sitzung zum Thema Einsparungen bei Sportvereinen im Oktober, war man sich im Ausschuss nun einig, dass Möckel und das Sportamt gute Arbeit leisten und keine Schuld an der Lage der Stadt tragen. Im Stadtrat wurden die Ablehnung der im Oktober diskutierten Einsparungen erneut bekräftigt. Damals ging es um Sonderabgaben von einem Euro pro Besucher bei den Spielen der Profimannschaften und um eine Beteiligung der Vereine für die Kosten z.B. der Flutlichtanlage.

Zuschuss zu Baumaßnahme wird verschoben

Eine Reihe von elf Einzelmaßnahmen wurde vorgestellt und abgestimmt, mit der insgesamt 325.000 Euro eingespart werden könnten. Allein 200.000 Euro der einzusparenden Kosten sollen darauf verfallen, dem Schwimmverein aktuell nicht weitere 200.000 Euro Zuschuss für die Erneuerung der Schlammwasseraufbereitung und einen neuen Kassenautomaten zu bewilligen, von dem man ja wiederum nicht wisse, wann dieser abgerufen werde. Oberbürgermeister Thomas Ebersberger betonte: Es handle sich hierbei zunächst um eine Haushaltsbereinigung und nicht um eine Maßnahme gegen den Verein.

Einsparungen beschlossen

Die Einsparung der 200.000 Euro, also die vorläufige Nicht-Gewährung des Zuschusses, wurde einstimmig beschlossen. Bei der Anschaffung von Urkunden und Ehrenpreisen sollen 8.ooo Euro eingespart werden. Bei der Pflege der Sportanlage sollen 20.000 Euro eingespart werden. Die Vereine müssten dann selbst mehr darauf achten die Sportanlagen sauber zu halten. Außerdem soll bei Strom, Bewässerung und weiteren kleinen Posten gespart werden. Betont wurde dabei, dass dies nicht auf Kosten der Übungsstunden gehen dürfe.

Debatte um Kürzung bei Jugendförderung und Grundsteuer/Straßenreinigung

Eine der geplanten Einsparung von 64.000 Euro sorgte für eine hitzige Diskussion im Gremium im Finanzausschuss letzte Woche und ist auch im Stadtrat am 27. November abgelehnt worden. Das Geld wird den Vereinen bisher bei Straßenreinigungsgebühren und Grundsteuer erlassen. Das bedeutet für die Stadt eine Belastung von 38.000 Euro. Ein Teil des Geldes sollte auch bei der Jugendförderung und der Übungsleiterförderung gekürzt werden (26.000 Euro). Stadtrat Michael Hohl (CSU) und Klaus Würl-Struller (Grüne) betonten, wenn überhaupt, dann müssten die Vereine vorgewarnt werden und eine solche Kürzung dürfe nicht sofort erfolgen. Stephan Müller (BG) hingegen widersprach der Kürzung komplett. „Ausgerechnet bei denen zu sparen, die sich ein eigenes Sportgelände leisten, ist falsch. Und es ist ein absolutes no-go, die Jugendförderung zu kürzen“.

Wo soll sonst gekürzt werden?

Laut Sportamtsleiter Möckel gebe einen gültigen Stadtratsbeschluss, wonach 330.000 Euro eingespart werden müssten. Nachdem nicht alle Sparmaßnahmen abgesegnet worden sind, müsse nun gesehen werden, wo die Einsparungen stattdessen geleistet werden könnten, so Oberbürgermeister Thomas Ebersberger. Schließlich seien viele Ausgaben der Stadt verpflichtend. „Man sieht, wie sehr sich die Verwaltung bemüht Gelder aufgrund der Beschlusslage einzusparen. Aber wenn etwas nicht geht, geht es eben nicht. Wir müssen also sehen: Kriegen wir den Haushalt insgesamt so hin oder geht das auch nicht? Und dann müssen wir in die nächste Runde treten.“ Eine neue Liste an Einsparmöglichkeiten werde es nicht geben.

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