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Zuletzt aktualisiert am 05. Januar 2021 | 12:02

Coronavirus

Stadt und Landkreis Kulmbach schlagen Alarm: „Wir brauchen dringend Hilfe in der Corona Pandemie!“

Stadt und Landkreis Kulmbach schlagen Anfang 2021 Alarm in der Corona-Pandemie Alarm: „Wir brauchen dringend Hilfe!“ Darum geht es konkret:

Corona-Hotspots: In diesen Regionen in Oberfranken sind die Inzidenzen hoch. Symbolbild: pixabay
Corona-Hotspots: In diesen Regionen in Oberfranken sind die Inzidenzen hoch. Symbolbild: pixabay

Die Covid-19-Pandemie stellt alle gesellschaftlichen Bereiche Tag für Tag vor große Herausforderungen. Im Landkreis Kulmbach hat es insbesondere die Alten- und Pflegeheime massiv getroffen. Drei Einrichtungen haben mit hohen Zahlen an Infizierten und Kontaktpersonen zu kämpfen. Stadt und Landkreis schlagen Alarm. Mehr Corona-News haben wir HIER für Sie.

Pflegeheime dringend auf Helfer angewiesen – Aufruf der Stadt Kulmbach

Ob unter den Mitarbeitern oder den Bewohnern: Drei Viertel aller Infizierten im Landkreis Kulmbach sind in den Heimen zu finden. Im Pflegeheim „Am Rasen“ der Arbeiterwohlfahrt sind derzeit 36 Bewohner sowie 18 Mitarbeiter infiziert, in der ebenfalls von der AWO getragenen „Karl-Herold-Seniorenwohnanlage“ sind es 78 Bewohner und 36 Mitarbeiter. Und auch das Heim „Pro Seniore“ in Wirsberg vermeldet 39 infizierte Bewohner und 11 infizierte Mitarbeiter.

Corona-Pandemie: Stadt und Landkreis Kulmbach schlagen Alarm

In einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz haben Landrat Klaus Peter Söllner und Kulmbachs 2. Bürgermeister Frank Wilzok den Ernst der Lage herausgestellt. „Es werden dringend Helfer gesucht, die medizinische oder pflegerische Erfahrung haben oder die sich zutrauen, in unseren Heimen auszuhelfen, so lange Not am Mann ist“, erklärt 2. Bürgermeister Frank Wilzok.

„Es betrifft die vulnerabelste Gruppe unserer Gesellschaft. Die älteren und schwachen Bewohner unserer Heime. Hier gilt es mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln, Leben zu schützen und den Senioren gleichzeitig eine angemessene Versorgung zu bieten.“

(Frank Wilzok, 2. Bürgermeister Stadt Kulmbach)

„Unter Hochdruck und am Limit“: Kulmbach Landrat mahnt vor den Grenzen der Belastbarkeit

Seit vielen Wochen arbeiten die Beschäftigten in den Heimen von morgens bis abends, zahlreiche Mitarbeiter machen täglich Doppelschichten, um den Personalausfall aufgrund der infizierten oder der als Kontaktpersonen eingestuften Kollegen aufzufangen.

„Die Mitarbeiter arbeiten unter Hochdruck und sind am Limit. Wir können von keinem noch mehr erwarten, da alle Betroffenen schon an den Grenzen der Belastbarkeit stehen.“

(Klaus Peter Söllner, Landrat Landkreis Kulmbach)

Er hatte bereits in der vergangenen Woche alle weiteren sozialen Träger weiterer Heime gebeten, zur Verfügung stehende Kräfte in den betroffenen Einrichtungen einzusetzen. Da die Personaldecke allerdings bei allen Alten- und Pflegeheimen sehr dünn ist, ist die Rückmeldung nur gering ausgefallen.

In Zeiten des Katastrophen-Zustandes – wie derzeit in Bayern – könne der Landrat als letztes Mittel Mitarbeiter auch von Amtswegen verpflichten, in den Heimen vorübergehend zu arbeiten, um einen tatsächlichen Pflegenotstand mit aller Kraft zu vermeiden. Derzeit versuchen es Stadt und Landkreis aber noch ein letztes Mal mit einem Appell an die Freiwilligkeit und Solidarität der Bürgerinnen und Bürgern.

Katastrophen-Zustand im Landkreis Kulmbach: Helfer werden dringend gebraucht

„Aus diesem Grund wenden wir uns an die Bevölkerung. Wer aus den Bereichen Medizin oder Pflege kommt und helfen kann, der möge sich bitte bei uns melden. Zusammen mit dem Führungsstab Katastrophenschutz am Landratsamt werden wir unter dem Namen ‚Helfende Hände‘ eine Datenbank mit Freiwilligen erstellen, um diese in den betroffenen Heimen aushelfen zu lassen.“

(Frank Wilzok, 2. Bürgermeister Stadt Kulmbach)

Selbstverständlich werde darauf geachtet, dass keiner der freiwilligen Helfer auf Intensivstationen oder in den schwer vom Virus befallenen Bereichen der Heime arbeiten muss. Denn auch die nicht-infizierten Bewohner würden natürlich Pflege, Betreuung und Kontakt brauchen.

Auch alle weiteren Personen, die ihre Hilfe anbieten möchten, können sich melden. Es werden in vielen Bereichen Kräfte gesucht, ob in den Küchen, ob als Putzkräfte oder für Botendienste oder ähnliches. „Ein jeder der helfen kann und will, soll sich bitte bei uns melden. Jede helfende Hand wird nur allzu dringend benötigt“, heißt es von der Pressestelle

„In einem nächsten Schritt werden wir von städtischer Seite zusätzlich auch alle Vereine und Organisationen im Stadtgebiet anschreiben, in der Hoffnung, dass sich auch hier Freiwillige finden, die die Mitarbeiter in unseren Heimen unterstützen können und die unseren Appell breitgefächert an ihre Mitmenschen kommunizieren und so hoffentlich noch mehr Personen erreichen.“

(Jonas Gleich, Pressesprecher Stadt Kulmbach)

Appell an alle

Alle Personen, die in Stadt und Landkreis Kulmbach oder in den umliegenden Gemeinden helfen möchten, können sich per E-Mail an vanessa.gramlich@stadt-kulmbach.de oder telefonisch unter 09221/940-223 melden. Dort werden alle Helfer gelistet und koordiniert.
„Im Namen der Stadt Kulmbach, aber auch aller Betroffener und Heimbewohner möchte ich mich bereits jetzt für die Mithilfe eines jeden einzelnen bedanken. Gerade in dieser von der Pandemie gebeutelten Zeit ist die Solidarität und Loyalität von uns allen gefragt“, so Bürgermeister Frank Wilzok abschließend.

Bayreuther Tagblatt - Redaktion

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