Zuletzt aktualisiert am
Stadtbusverkehr bleibt bei den Stadtwerken Bayreuth
Wer in Bayreuth Bus fährt, tut das auch in Zukunft mit den Stadtwerken: Der Stadtrat hat beschlossen, den Stadtbusverkehr ab dem 1. Januar 2027 erneut direkt an die Stadtwerke Bayreuth Verkehr und Bäder GmbH zu vergeben. Der neue Vertrag läuft zunächst zehn Jahre bis Ende 2036, eine Verlängerung um bis zu fünf weitere Jahre ist möglich.
Für die rund 6,7 Millionen Fahrgäste, die die Bayreuther Stadtbusse allein im vergangenen Jahr genutzt haben, ändert sich damit erst einmal wenig: Linien, Fahrpläne und Haltestellen bleiben wie gewohnt bestehen.
Warum keine europaweite Ausschreibung nötig war
Möglich macht die direkte Beauftragung ein rechtlich geregeltes Verfahren, die sogenannte Direktvergabe. Eine Stadt kann ihr eigenes kommunales Unternehmen mit dem Stadtbusverkehr beauftragen, wenn bestimmte gesetzliche Voraussetzungen erfüllt sind. Die Stadtwerke Bayreuth Verkehr und Bäder GmbH befindet sich vollständig im Eigentum der Stadt, und nach der europaweiten Vorabbekanntmachung sind keine Anträge anderer Unternehmen eingegangen, den Bayreuther Stadtverkehr zu übernehmen. Bereits im Vorfeld hatte der Stadtentwicklungsausschuss die Direktvergabe an die Stadtwerke einstimmig empfohlen, der Stadtrat ist dieser Empfehlung nun gefolgt.
„Ein leistungsfähiger Stadtbusverkehr ist Daseinsvorsorge. Er bringt Menschen zur Arbeit, zur Schule, zum Einkaufen, zum Arzt oder zur Uni – und er ist ein wichtiger Baustein für eine lebenswerte Stadt. Ich halte es für sehr beachtlich, was die Stadtwerke Bayreuth mit begrenzten Mitteln in einem dauerhaft defizitären Bereich leisten. Der ÖPNV ist finanziell herausfordernd, aber für Bayreuth unverzichtbar.“
— Andreas Zippel, Oberbürgermeister von Bayreuth
Auch bei den Stadtwerken selbst überwiegt die Freude über den langfristig gesicherten Auftrag:
„Wir verstehen das als großen Vertrauensbeweis. Die Stadtwerke sind ÖPNV-Profis. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen jeden Tag dafür, dass die Menschen in Bayreuth verlässlich unterwegs sind – in der Werkstatt, in der Planung, im Kundencenter und vor allem hinter dem Steuer unserer Busse. Dass wir Bayreuth weiterhin mobil machen dürfen, ehrt uns und ist zugleich ein Ansporn.“
— Markus Rützel, Geschäftsführer der Stadtwerke Bayreuth
Fahrgastrekord trotz angespannter Finanzlage
Dass der Bayreuther Stadtbus gebraucht wird, zeigen die Zahlen deutlich: 2025 nutzten mehr als 6,7 Millionen Menschen das Angebot – das vierte Wachstumsjahr in Folge. Besonders spürbar ist der Andrang an der Universität: Zwischen Innenstadt und Campus fahren zu Spitzenzeiten inzwischen bis zu zehn Busse pro Stunde, zusätzliche Gelenkbusse helfen, die Nachfrage abzufedern.
Der Erfolg hat allerdings seinen Preis. Der Stadtbusverkehr lässt sich schon länger nicht kostendeckend betreiben und wird bislang über Gewinne aus dem Energie- und Wassergeschäft der Stadtwerke querfinanziert. Wie stark dieses Modell unter Druck steht, wurde zuletzt bei den Warnstreiks in der Tarifrunde TV-N im Frühjahr deutlich: Schon eine moderate Lohnerhöhung würde das jährliche Defizit im Stadtbusverkehr laut Geschäftsführer Markus Rützel von rund vier auf 5,5 Millionen Euro steigen lassen. Genau diese wachsenden Defizite waren es auch, auf die die Stadtverwaltung im Vorfeld der aktuellen Entscheidung hingewiesen hatte.
Elektrifizierung als nächste große Aufgabe
Ein zentrales Zukunftsthema bleibt die Umstellung der Busflotte. Ziel der Stadt ist es, den Stadtbusverkehr perspektivisch lokal emissionsfrei zu machen. Die Stadtwerke erarbeiten dafür derzeit ein Elektrifizierungskonzept, das zeigen soll, welche Fahrzeuge benötigt werden, wie Ladeinfrastruktur und Betriebshof vorbereitet werden müssen und welche Kosten damit verbunden wären. Sobald belastbare Zahlen vorliegen, sollen sie dem Stadtrat vorgestellt werden.
„Unser Ziel wäre es, den ÖPNV in der Zukunft auch noch weiterzuentwickeln – verlässlich, klimafreundlich und finanzierbar. Uns ist aber natürlich allen klar, dass wir bei jedem weiteren Schritt sehr genau darauf achten müssen, was fachlich sinnvoll, wirtschaftlich tragfähig und finanziell möglich ist.“
— Andreas Zippel, Oberbürgermeister von Bayreuth;
Klar ist für die Stadt schon jetzt, dass eine Umstellung der Flotte ohne Fördermittel von Bund und Freistaat nicht zu stemmen wäre: Eine Elektrifizierung sei ein enormes Investitionsprojekt, bei dem Land und Bund in der Pflicht stünden.
Häufige Fragen
Wer betreibt den Stadtbusverkehr in Bayreuth ab 2027?
Weiterhin die Stadtwerke Bayreuth Verkehr und Bäder GmbH. Der Stadtrat hat die Direktvergabe an das kommunale Unternehmen für zehn Jahre bis Ende 2036 beschlossen, mit Option auf eine Verlängerung um bis zu fünf weitere Jahre.
Ändert sich für Fahrgäste etwas?
Nein, das bestehende Stadtbusangebot mit den aktuellen Linien und Fahrplänen bleibt zunächst unverändert bestehen.
Warum gab es keine europaweite Ausschreibung?
Weil die Stadtwerke Bayreuth Verkehr und Bäder GmbH vollständig der Stadt gehören und nach der europaweiten Vorabbekanntmachung kein anderes Unternehmen Interesse an einem eigenwirtschaftlichen Betrieb angemeldet hat, war eine sogenannte Direktvergabe rechtlich möglich.
Wie viele Menschen nutzen den Bayreuther Stadtbus?
2025 waren es mehr als 6,7 Millionen Fahrgäste – das vierte Wachstumsjahr in Folge.
Wird die Bayreuther Busflotte auf E-Busse umgestellt?
Die Stadtwerke arbeiten an einem Elektrifizierungskonzept für einen lokal emissionsfreien Busverkehr. Konkrete Zahlen zu Fahrzeugen, Infrastruktur und Kosten sollen dem Stadtrat vorgestellt werden, sobald sie vorliegen.












Drogen Symbolbild: Pixabay
Schlägerei Angriff Symbolbild @bt-Redaktion erstellt mit KI