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Stadtwerke setzen auf Streuobst- und Blühwiesen, Aufforstung und Umweltbildung
Unter der Leitung von Helena Skrobranek, zuständig für betriebliche Nachhaltigkeitsprojekte bei den Stadtwerken Bayreuth, entstehen in und um Bayreuth zahlreiche Maßnahmen, die Natur, Wasser und Menschen miteinander verbinden.
Als Energie- und Wasserversorger verfügen die Stadtwerke Bayreuth nach eigenen Angaben über mehr als 100 Hektar Grundstücksfläche. Darunter befinden sich Verwaltungsgebäude, Wasserwerke, Schalthäuser und vor allem Flächen in Wasserschutzgebieten, wo das Bayreuther Trinkwasser gewonnen wird.
„Ein Großteil unserer Projekte verfolgt das Ziel, das Trinkwasser langfristig zu schützen“, erklärt Helena Skrobranek. „Zugleich wollen wir Lebensräume für Insekten und Pflanzen schaffen – Naturschutz und Trinkwasserschutz gehen hier Hand in Hand.“
Die Projekte der Stadtwerke Bayreuth zeigen eindrucksvoll, wie Aufforstung, Blühwiesen, Streuobstprojekte und Umweltbildung miteinander verzahnt sind. Gemeinsam mit Schulen, Universitäten, Förstern und Bürgern entsteht ein starkes Netzwerk, das Natur und Wasser schützt – und Bayreuth für die Zukunft nachhaltig stärkt.
Blühwiesen und Streuobstwiesen als Schutzmaßnahme
Die Stadtwerke haben bereits rund 30.000 Quadratmeter Blühwiesen angelegt – unter anderem am Wasserwerk auf dem Eichelberg. Dort wird die Fläche nicht mehr regelmäßig gemäht, sondern der Natur freier Lauf gelassen. Das fördert die Artenvielfalt und schafft Lebensraum für Insekten.
„Unsere Projekte zeigen, dass schon kleine Veränderungen große Wirkung haben können“, sagt Geschäftsführer Markus Rützel. Damit Spaziergängerinnen und Spaziergänger die Maßnahmen besser verstehen, setzen die Stadtwerke auf Informationsschilder und Führungen am Eichelberg.
Auch Streuobstwiesen gehören zum Programm. In Laineck hegen und pflegen die Stadtwerke seit einigen Jahren eine Wiese mit alten Obstsorten, die als Futterquelle für Bienen und Vögel dienen. Diese Fläche wurde bereits mehrfach erweitert – und dieses sollen weitere 36 hochstämmige Obstbäume gepflanzt werden.
Lebensräume für Insekten und Amphibien
Ein besonderes Projekt ist das Insektenparadies an der Pudermühle. Auf dieser Fläche entstanden Totholzhaufen, ein Teich, ein Steinhaufen und eine Abbruchkante, die wertvollen Lebensraum für Insekten und Amphibien bieten.
„Schon mit einfachen Mitteln lassen sich wertvolle Lebensräume schaffen“, betont Helena Skrobranek. Auch Kinder werden aktiv eingebunden: Gemeinsam mit einer Grundschule wurde ein großes Insektenhotel gebaut und eine Hecke gepflanzt.
Im Austausch mit Expertinnen und Experten, wie etwa Gregor Aas vom Ökologisch-Botanischen Garten der Universität Bayreuth, werden diese Flächen kontinuierlich weiter naturnah gestaltet.
Umweltbildung für Kinder und Jugendliche
Die Stadtwerke Bayreuth verbinden Nachhaltigkeit mit Bildungsarbeit. Dazu zählen:
- Bau von Insektenhotels mit Schulklassen
- Umweltwettbewerbe mit Grundschulen
- Führungen durch Wasserversorgung und Kläranlage
- Ferienprogramme für Kinder
Aufforstung als Schutz für Wasser und Böden
Im Fichtelgebirge, wo ein Viertel des Bayreuther Trinkwassers gewonnen wird, steht die Aufforstung im Fokus. Grund dafür sind die Schäden durch den Borkenkäfer.
„Gerade beim oberflächennahen Wasser merken wir, dass Bäume den Boden besser filtern und so die Wasserqualität verbessern“, erklärt Skrobranek.
Auch in Lehen werden Flächen wieder aufgeforstet – insbesondere in Schutzzonen rund um die Tiefbrunnen.
Um Wälder langfristig zu schützen, setzen die Stadtwerke auf klimaresiliente Baumarten. Dabei arbeiten sie eng mit dem Botanischen Garten der Universität Bayreuth, den Bayerischen Staatsforsten und ihrer eigenen Försterin zusammen.
„Das Projekt im Fichtelgebirge ist ein Langläufer“, sagt Rützel. „Wir werden erst in Jahrzehnten echte Ergebnisse sehen – aber wir müssen jetzt die Weichen stellen.“
Informationsschilder für mehr Sichtbarkeit
Damit Spaziergängerinnen und Spaziergänger die Projekte erkennen, setzen die Stadtwerke auf einheitliche Infotafeln. Diese erläutern die Bedeutung von:
- Streuobstwiesen
- Blühwiesen
- Aufforstungsflächen
Die Schilder schaffen Transparenz und machen Nachhaltigkeit vor Ort erlebbar.











"Queens" wird in die Räume des ehemaligen "BaggersLa" in der Ludwigstraße 24 einziehen. © Michael Christensen
Maisfeld. Symbolbild © Pixabay