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Lebensgefahr

Studentenwald gesperrt: Biber legt Bäume um

Der idyllische Waldweg am Finsterweihergraben im Bayreuther Studentenwald ist ab sofort gesperrt. Grund ist kein Sturm, sondern der Biber. Das Tier hat mehrere Bäume am Finsterweiher angenagt, die nun umzustürzen drohen. 

Der Weg führt direkt am Finsterweiher entlang.  Genau dort ist der Biber besonders aktiv. 15 teils große Bäume hat er in den letzten Wochen bereits stark beschädigt.

Die Gefahr geht dabei von verschiedenen Ursachen aus:

  • Die Bäume, die der Biber angenagt hat, können jederzeit umfallen
  • Die Bäume bei denen der Biber die Rinde rundherum abgefressen hat, sterben ab und werden morsch. Auch das führt dazu, dass sie früher oder später umfallen
  • Einige Pappeln stehen bereits knietief im Wasser, weil der Biber Dämme baut und so das Wasser anstaut. Auch diese Bäume können umfallen. Vom Ufer kommt man kaum mehr an sie heran.

Aktuell drohen zwei Bäume akut umzufallen. Die weiteren Gefahren sind noch nicht akut, betont Dirk Muschik. „Aber der Biber kann schnell sein. In einer Nacht kann die Situation schon ganz anders aussehen. Im letzten Jahr sind bereits Bäume gefällt worden, damit sie nicht umfallen.

Sperrung ist nur das letzte Mittel

Die Stadtförsterei versucht natürlich zu vermeiden, dass Wege gesperrt werden müssen. Aktuell schätzt sie die Gefahr aber als zu groß ein. Wann die Sperrung wieder aufgehoben werden kann, ist völlig unklar. In der kommenden Woche soll es Gespräche mit dem Umweltamt vor Ort geben, damit ein Kompromiss gefunden werden kann. Denn eigentlich gilt Naturschutzrecht.

„Das bedeutet, dass der Biber nicht vertrieben werden darf. Und das heißt auch, dass seine Bauten nicht zerstört werden dürfen“, so Stadtförster Dirk Muschik.

Solange der Biber ungestört bleibt, solange wird die Gefahr aber wohl kaum verschwinden. Eine verzwickte Situation.

Biber breitet sich aus

Laut unterer Naturschutzbehörde ist mittlerweile jedes Biotop in Bayreuth von Bibern bewohnt. Am Spielplatz in der Saas und auch am Röhrensee ist das Thema besonders präsent. Am Röhrensee sind zwei Tiere gefangen und andernorts ausgesetzt worden. Im vergangenen Jahr hat der Biber bereits einen Damm in der Hammerstatt gebaut und so dafür gesorgt, dass es eine Überschwemmung in den Wilhelmineauen gab.

Auch rund um Bayreuth am Fichtelsee sieht man vom Weg aus mehrere abgenagte Bäume. Einige von ihnen sind auch umgefallen. Die Wege hier sind allerdings noch offen.