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Suche nach dem Oberfränkischen Wort des Jahres 2026 läuft an

Nach „Rowern“ wird ein neuer Dialekt-Liebling gesucht: Der Bezirk Oberfranken ruft Bürgerinnen und Bürger auf, Vorschläge für das Oberfränkische Wort des Jahres 2026 einzureichen.

Dialekt ist Identität 

Der Bezirk Oberfranken startet am 21. Februar, dem Internationalen Tag der Muttersprache, erneut die Suche nach dem Oberfränkischen Wort des Jahres. Ziel ist es, die regionale Sprachvielfalt sichtbar zu machen und die Mundart als wichtigen Bestandteil kultureller Identität zu stärken.

Im vergangenen Jahr setzte sich der Begriff „Rowern“ durch. Nun wird ein Nachfolger für das Dialektwort des Jahres 2026 gesucht.

„Rowern“ als Spiegel regionaler Sprachvielfalt

  „Die Kür des Oberfränkischen Wort des Jahres ist mittlerweile ein festes Ritual geworden. Es macht mir jedes Mal Freude zu sehen, welche Vielfalt unsere Sprache in Oberfranken zu bieten hat“

erklärt Bezirkstagspräsident Henry Schramm. Die Aktion zeige eindrucksvoll, welche Vielfalt die Sprache in Oberfranken bereithalte.

Das Siegerwort 2025, „Rowern“, bezeichnet einen einrädrigen Karren mit Kiste. Auch bekannt als Schubkarren. Je nach Region existieren unterschiedliche Varianten: Im Westen Oberfrankens heißt es etwa „Roban“, weiter östlich „Rowern“, im Fichtelgebirge sogar „Rodwerm“. Auch die Wortendungen folgen regionalen Mustern – ein Beispiel für die gewachsene Struktur der oberfränkischen Mundarten.

Sprachhistorisch reicht „Rowern“ bis ins 14. Jahrhundert zurück. Der Begriff leitet sich von „Radeber“ ab, zusammengesetzt aus „Rad“ und dem mittelhochdeutschen „bern“ (tragen oder führen) – sinngemäß eine „Radtrage“.

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Talk of Fame

Seit 2015 ruft der Bezirk zur Wahl des Dialektwortes auf. Mit „Rowern“ gibt es inzwischen elf ausgezeichnete Begriffe. Frühere Gewinner waren :

  • „Schnerbfl“ (2024)
  • „Meichala“ (2023)

  • „Waafn“ (2022)

  • „Erpfl“ (2021)

  • „Fregger“ (2020)

  • „Sternlaschmeißer“ (2019)

  • „derschwitzen“ (2018)

  • „urigeln“ (2017)

  • „a weng wenig“ (2016)

  • „Wischkästla“ (2015)

Die Auswahl trifft eine fünfköpfige Jury aus Sprachwissenschaftlern und Kulturschaffenden.

Aufruf zur Teilnahme

„Wir suchen nach bekannten Wörtern, aber auch nach Neuschöpfungen, die das Gemeinte besonders präzise benennen und wofür es im Hochdeutschen oftmals gar keinen Ausdruck gibt.“

betont Barbara Christoph, Leiterin der KulturServiceStelle des Bezirks.

Vorschläge für das Oberfränkische Wort des Jahres 2026 können online über die Website des Bezirks Oberfranken oder per E-Mail an kulturservicestelle@bezirk-oberfranken.de eingereicht werden.