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Tag der Suizidprävention: Krisendienst hilft in Bayreuth Tag und Nacht
Ein offenes Gespräch kann der erste Schritt aus einer seelischen Krise sein – und genau das bietet der Krisendienst Oberfranken an, kostenlos und rund um die Uhr. Zum Internationalen Tag der Suizidprävention am 10. September macht der Bezirk Oberfranken erneut auf das Angebot aufmerksam, das seinen Sitz in Bayreuth hat und für die gesamte Region zuständig ist.
Wer sich in einer seelischen Notlage befindet, erreicht qualifizierte Fachkräfte unter der kostenfreien Nummer 0800 / 655 3000 – an 365 Tagen im Jahr, Tag und Nacht. Das Angebot richtet sich nicht nur an Betroffene selbst, sondern ausdrücklich auch an Angehörige, Freunde und Kolleginnen und Kollegen, die sich Sorgen um jemanden machen.
Warum der Tag der Suizidprävention wichtig ist
Suizidgedanken, schwere psychische Krisen oder das Gefühl völliger Hoffnungslosigkeit können jeden Menschen treffen – unabhängig von Alter, Herkunft oder Lebenssituation. Der Internationale Tag der Suizidprävention erinnert seit Jahren daran, wie wichtig Aufklärung, das Abbauen von Stigmatisierung und niedrigschwellige Hilfsangebote sind. Denn eines gilt für jede Krise: Sie lässt sich in vielen Fällen bewältigen, wenn rechtzeitig Unterstützung kommt.
Warnsignale ernst nehmen
Suizidprävention beginnt meist lange vor einer akuten Gefährdung. Sozialer Rückzug, anhaltende Hoffnungslosigkeit, starke Verzweiflung oder offene Äußerungen von Lebensüberdruss sind Warnsignale, die Angehörige und Freunde nicht ignorieren sollten. Viele Menschen im Umfeld Betroffener sind unsicher, wie sie richtig reagieren; auch für sie ist der Krisendienst da.
Wie der Krisendienst Oberfranken hilft
Ein multiprofessionelles Team aus sozialpädagogisch, psychologisch und therapeutisch ausgebildeten Fachkräften nimmt die Anrufe entgegen, klärt die Situation und sucht gemeinsam mit den Anrufenden nach einem Weg aus der Krise. Reicht ein Telefongespräch nicht aus, kann in dringenden Fällen ein mobiles Team direkt vor Ort Unterstützung leisten. Bei Bedarf vermittelt der Krisendienst außerdem in eine vorübergehende stationäre Krisenbehandlung.
Der Bedarf ist groß: Nach Angaben des Bezirks Oberfranken stieg die Zahl der Hilfesuchenden in den ersten Jahren nach dem Start des Angebots von anfangs rund 40 Personen im Monat auf zeitweise fast 700 Anrufe monatlich – ein deutliches Zeichen dafür, wie notwendig ein solches niedrigschwelliges Angebot in der Region ist, wie die Bayerische Staatszeitung berichtete.
„Psychische Krisen gehören zum Leben vieler Menschen dazu. Niemand muss damit allein bleiben. Ein offenes Gespräch kann oft der erste wichtige Schritt sein, um Entlastung zu schaffen und gemeinsam Perspektiven zu entwickeln.“ — Henry Schramm, Bezirkstagspräsident von Oberfranken
Was bedeutet das Thema für Bayreuth und Oberfranken?
Der Krisendienst Oberfranken ist Teil des bayernweiten Netzwerks der Krisendienste und wird maßgeblich vom Bezirk Oberfranken getragen, der seinen Sitz ebenfalls in Bayreuth hat. Betrieben wird die Leitstelle von einem Verbund aus Trägern der freien und privaten Wohlfahrtspflege. Damit soll Menschen in psychischen Notlagen schnell, wohnortnah und unbürokratisch geholfen werden – ohne lange Wartezeiten auf einen Therapieplatz überbrücken zu müssen.
Psychische Belastungen sind dabei längst kein Randthema mehr: Bayernweit ist rund ein Drittel der Erwachsenen im Laufe eines Jahres von einer psychischen Störung betroffen, wie das Bayerische Gesundheitsministerium anlässlich eines früheren Aktionstags mitteilte. Auch die Krankenkassen beobachten einen klaren Trend: Bei der AOK Bayern zählen psychische Erkrankungen inzwischen zu den häufigsten Ursachen für Krankschreibungen im Freistaat, mit spürbar steigender Tendenz in den vergangenen Jahren.
Häufige Fragen
Wie erreiche ich den Krisendienst Oberfranken?
Unter der kostenfreien Rufnummer 0800 / 655 3000 ist der Krisendienst Oberfranken an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr erreichbar.
Für wen ist der Krisendienst Oberfranken da?
Für Menschen in seelischen Krisen und psychiatrischen Notfällen, aber ausdrücklich auch für Angehörige, Mitbetroffene und Menschen aus dem persönlichen oder beruflichen Umfeld Betroffener.
Kostet ein Anruf beim Krisendienst etwas?
Nein, das Angebot ist für Anrufende komplett kostenfrei und anonym.
Kann der Krisendienst auch persönlich vorbeikommen?
In dringlichen Fällen kann ein mobiles Team erfahrener Fachkräfte direkt zum Ort der Krise ausrücken, um vor Ort zu unterstützen.
Was ist der Internationale Tag der Suizidprävention?
Er findet jährlich am 10. September statt und soll für das Thema psychische Gesundheit sensibilisieren, Stigmatisierung abbauen und auf Hilfsangebote wie den Krisendienst hinweisen.












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