Zuletzt aktualisiert am
Demo in Bamberg: Deutlich weniger Teilnehmer als angekündigt
Zur Demonstration von „Einigkeit für Deutschland / Projekt M1llion“ kamen am Samstag laut Polizei rund 1.500 Menschen. Bei der Gegendemonstration waren demnach etwa 4.000 Menschen dabei, 14 von ihnen formierten kurzzeitig eine Sitzblockade.
Die Demonstrationen in Bamberg sind nach Angaben der Polizei weitgehend friedlich verlaufen. Deutlich weniger Menschen als vom Veranstalter angekündigt nahmen an der Demonstration von „Einigkeit für Deutschland“ teil: In der Spitze zählte die Polizei rund 1.500 Menschen. Angemeldet waren bis zu 10.000 Teilnehmer. Bei der zeitgleich stattfindenden Gegendemonstration waren laut Polizei etwa 4.000 Menschen dabei.
Die Polizei berichtet von einer kurzzeitigen Sitzblockade durch 14 Gegendemonstranten an der Unteren Brücke. Einsatzkräfte lösten die Blockade demnach rasch auf. Insgesamt verlief das Versammlungsgeschehen laut Polizei „weitgehend störungsfrei und friedlich“.
Artikel vom 11. September
Durch Bamberg zieht am 12. September eine Demonstration. Der Veranstalter „Einigkeit für Deutschland / ProjektM1llion“ hat rund 10.000 Teilnehmende angekündigt. Zeitgleich formiert sich eine Gegendemonstration, an der sich unter anderem Bambergs Oberbürgermeister beteiligt.
Die Demo startet um 13 Uhr auf dem Parkplatz am Bamberger Volkspark. Dort versammeln sich Bürgerinnen und Bürger, die hinter dem sogenannten 11-Punkte-Plan der Initiative stehen. Ab 14 Uhr zieht der Demonstrationszug durch die Bamberger Innenstadt und endet wieder am Ausgangspunkt.
Die Forderungen der Initiative
Die Initiative beschreibt sich selbst als parteipolitisch unabhängig. „‚Einigkeit für Deutschland‘ ist keine Partei und verfolgt keine parteipolitischen Interessen. Wir verstehen uns als Bürgerbewegung für Menschen“, heißt es von der Gruppe. Auf dem offiziellen Demoplakat sind Menschen mit Deutschlandflaggen sowie der Spruch „Ein Deutschland, eine Zukunft!“ zu sehen.
Der 11-Punkte-Plan fordert unter anderem den Rücktritt der Bundesregierung und sofortige Neuwahlen. Weitere Punkte betreffen mehr direkte Demokratie nach Schweizer Vorbild, die Abschaffung der CO2-Steuer sowie niedrigere Energiesteuern für Bürger und Unternehmen. Zudem verlangt die Initiative ein bundesweites 29-Euro-Ticket, eine Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sowie die sofortige Ausweisung aller verurteilten, straffälligen und illegalen Migranten.
Gegendemo unter dem Motto „Bamberg bleibt bunt“
Mehrere Bürgerbündnisse ordnen die Initiative als rechte Bewegung ein. Deshalb mobilisieren Gruppen wie „Widersetzen Bamberg“, „Omas gegen Rechts“, „Fridays for Future“ und „Buntes Bamberg“ zum Gegenprotest. Unter dem Motto „Bamberg bleibt bunt“ startet die Gegendemonstration ebenfalls am 12. September um 14 Uhr an der Trimbergstraße gegenüber dem Marienplatz.
Die Gegendemo richtet sich nach eigenen Angaben „gegen Rechtsextreme auf unseren Straßen, gegen das Projekt M1llion, für eine offene und gerechte Gesellschaft“. Anschließend zieht auch dieser Protestzug durch die Innenstadt.
Oberbürgermeister Niedermaier bezieht Stellung
Bambergs Oberbürgermeister Sebastian Niedermaier schließt sich der Gegenkundgebung an. In einem persönlichen Statement betont er zunächst das Demonstrationsrecht.
„Demonstrieren ist ein Grundrecht. Das gilt auch dann, wenn ich die Positionen einer Kundgebung nicht teile“, erklärt Niedermaier.
Gleichzeitig äußert er Kritik an einzelnen Forderungen des 11-Punkte-Plans. „Was mir Sorgen macht, sind einfache Antworten auf schwierige Fragen und die zunehmende Spaltung unserer Gesellschaft“, sagt er weiter.
Seine Teilnahme an der Gegendemo begründet er mit dem Einsatz für Demokratie und Vielfalt, nicht mit einer Kampfansage an einzelne Menschen. „Wir dürfen uns nicht einreden lassen, dass es nur noch ‚die da oben‘ und ‚wir hier unten‘ gibt“, so Niedermaier.
Polizei bereitet sich auf angespannte Lage vor
Die Sicherheitsbehörden rechnen mit einer hochemotionalen Stimmung, sollten die beiden Lager in direkte Sicht- oder Rufweite geraten. Aus diesem Grund bereitet die Polizei ein Großaufgebot vor, um die Gruppen räumlich strikt zu trennen. Damit sollen Ausschreitungen oder Blockaden verhindert werden.
Angesichts der Größe beider Demonstrationen und der politischen Gegensätze erwartet die Einsatzkräfte ein anspruchsvoller Tag. Wie sich die Lage in Bamberg tatsächlich entwickelt, zeigt sich erst am 12. September selbst.











Polizeikontrolle Symbolbild: canva
Unfall mit Radlader in Neustadt bei Coburg ©Polizei Coburg