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Tigers-Insolvenz: Stadt will wichtiges Inventar kaufen
Die Tigers-Insolvenz bedeutet nicht das Ende des Eishockeys in Bayreuth. Die Stadt will sich rechtzeitig wichtiges Inventar aus der Insolvenzmasse sichern. Nur so lässt sich die kommende Saison ohne teure Neuanschaffungen stemmen.
Im Februar 2026 hatte Onesto den Ausstieg aus dem Bayreuther Eishockeyteam verkündet. Ein neuer Besitzer übernahm das Team zwar, aus wirtschaftlichen Gründen ging es jedoch bald darauf in die Insolvenz. Am Ende stand die Liquidation der Profimannschaft: Der Insolvenzverwalter veräußert die verbliebenen Vermögensgegenstände.
Im Zuge der Tigers-Insolvenz verkauft der Insolvenzverwalter nach und nach Vermögensgegenstände der Mannschaft, darunter Teile der Küche und der Kabine, die noch im Eisstadion stehen. Die Profimannschaft ist zwar Geschichte, das Eishockey in Bayreuth soll jedoch weiterhin bestehen bleiben. Genau deshalb plant die Stadt, wesentliche Teile aus der Insolvenzmasse zu übernehmen.
Gutachter erfasst das komplette Tigers-Inventar
Bereits im Mai erstellte ein Gutachter im Eisstadion eine vollständige Liste aller Materialien und Gegenstände im Besitz der Onesto Tigers Eishockey Spielbetrieb GmbH. Das teilt Oberbürgermeister Andreas Zippel mit, und zwar als Reaktion auf einen Dringlichkeitsantrag der SPD-Fraktion.
In einem Antrag vom 20. Juli forderte SPD-Stadträtin und Fraktionsvorsitzende Christiane Angerer, wesentliche Bestandteile für den Betrieb des Eisstadions rechtzeitig aus dem Besitz der Tigers in die Hände der Stadt zu überführen. So soll ein lückenloser Weiterbetrieb zur kommenden Saison EHC Bayreuth ab September gelingen, ganz ohne unnötige Neukäufe.
„Ein Verlust dieser Bestandteile würde die Fortführung und die nachhaltige Sicherung des Eishockeystandorts erheblich erschweren“, heißt es im Antrag.
In einem Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt, schildert Oberbürgermeister Zippel den bisherigen Ablauf zur Sicherung der wichtigen Gegenstände und erläutert, welche Schritte vor Beginn der kommenden Saison noch anstehen.
Die Stadt ist schon dran
Neu ist das Thema für die Verwaltung nicht. „Wir können Ihnen heute mitteilen, dass am 20. Mai 2026 im Eisstadion ein Gutachten über die Insolvenzmasse erstellt wurde“, schreibt Zippel.
Die Erfassung übernahm eine vom Insolvenzverwalter Peter Roeger von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH beauftragte Firma, im Beisein des Sportamtsleiters Bayreuth. Dabei wurden alle Materialien und Gegenstände im Eigentum der Onesto Tigers Eishockey Spielbetrieb GmbH lückenlos aufgelistet.
Direkt im Anschluss erstellten sowohl das Sportamt als auch das Grundstücksamt intern eine eigene Liste. Sie enthält jene Materialien, die aus Sicht der Stadtverwaltung übernommen werden sollten, um Spielbetrieb und Kioskbetrieb zur kommenden Eissaison sicherzustellen.
Am 21. Mai teilte die Stadt der Gutachterfirma sowie dem Insolvenzverwalter mit, dass ihr diese Gegenstände nach Auflistung und Bewertung zur Verfügung gestellt werden sollen. Auf dieser Grundlage kann die Stadt nun die nötigen Schritte für einen möglichen Kauf einleiten. Am 15. Juli erhielt die Stadt Bayreuth schließlich die offizielle Gebotsliste für das Tigers-Inventar.
Wie geht es jetzt weiter?
In einem Telefonat am 20. Juli einigte sich die Stadt mit dem zuständigen Verantwortlichen der Firma Martin & Partner auf das weitere Vorgehen, berichtet Zippel weiter. Zunächst meldet die Stadt Bayreuth formlos alle Gegenstände, an deren Erwerb sie Interesse hat. Anschließend soll die Preisfindung erfolgen, damit die Stadt ein fundiertes Angebot abgeben kann.
Steht der konkrete Preis fest, soll laut dem Oberbürgermeister die Verwaltung zeitnah den Stadtrat informiert. Je nach zeitlichem Ablauf geschieht das entweder im Ferienausschuss am 11. August oder in einer der ersten Stadtratssitzungen nach der Sommerpause im September.
Angesichts der bekanntlich knappen Kassen der Stadt Bayreuth ist zu erwarten, dass nur die für den Weiterbetrieb wesentlichen Gegenstände erworben werden. Denkbar ist eine Priorisierung der Gegenstände mit Blick auf den Angebotspreis.












Symbolbild: Brennendes Auto ©Pixabay
Pkw und Sattelzug prallten frontal zusammen. © News5/ Ferdinand Merzbach