Lisa Bregler Viva con Agua

Trinkwasser für alle: Was jeder von uns dafür tun kann

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Wussten Sie, dass zur Herstellung von nur einer Jeans-Hose etwa 15.000 Liter Wasser verbraucht werden, bis sie bei uns zuhause im Kleiderschrank landet? Nein? Deswegen ist es ratsam, möglichst sorgsam mit dem Gut Wasser umzugehen. In Bayreuth und Umgebung engagiert sich die Initiative Viva con Agua für die weltweite Versorgung mit Trinkwasser. Ein Video-Statement mit Lisa Bregler finden Sie über dem Text.

Ein Bewusstsein für das wertvolle Gut Trinkwasser

Lisa Bregler kommt aus Erbendorf und hat schon seit 2012 mit dem Verein zu tun, der sich dafür einsetzt, dass alle Menschen weltweit Zugang zu Trinkwasser haben. Bei Viva con Agua Bayreuth ist die 24-Jährige seit etwa zwei Jahren aktiv. Gemeinsam mit neun weiteren Mitgliedern ist sie vor allem in den Sommermonaten auf verschiedenen Konzerten und Festivals unterwegs. In diesem Jahr macht die Initiative zum Beispiel Halt bei Festung rockt in Kronach oder beim Sticky Fingers Festival in Marktredwitz. Auch in Kulturzentren, wie der Schokofabrik oder dem Zentrum in der Äußeren Badstraße sowie an Schulen, ist das Team regelmäßig mit Vorträgen und Workshops vor Ort.

Ich engagiere mich, weil ich bei den Menschen hier ein Bewusstsein dafür schaffen möchte, dass sanitäre Anlagen, wie es sie in Deutschland gibt, nicht überall selbstverständlich sind. Und, dass nicht überall sauberes Trinkwasser einfach so aus der Leitung läuft. Würde die Trinkwasserversorgung hier nicht mehr funktionieren, wäre die Gefahr groß, dass sich Krankheitserreger schneller verbreiten.

Deswegen sind wir mit Viva con Agua auf verschiedenen Veranstaltungen vor Ort um mit den Leuten ins Gespräch zu kommen und Spenden für die Regionen auf der Welt zu sammeln, die eine schlechte Trinkwasserversorgung haben. Betroffen sind zum Beispiel Uganda, Äthiopien oder Nepal.

(Lisa Bregler, Mitglied bei Viva con Agua Bayreuth)

Auf den Veranstaltungen sammelt Viva con Agua manchmal Pfandbecher ein, hat eine Spendendose aufgestellt oder organisiert verschiedene Aktionen am Stand, wie einmal am Glücksrad drehen, Jutebeutel selbst bemalen oder es werden Konzertkarten verlost. „Wir versuchen immer uns etwas Kreatives auszudenken, freuen uns aber auch immer über neue Ideen.“ Mitmachen könne jeder, der Interesse hat.

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Gesucht: Ein Raum, um sich zu besprechen

Die Termine zu den Regio-Treffen werden regelmäßig auf facebook bekannt gegeben. Einmal im Monat kommt das Team zusammen, einen festen Treffpunkt gibt es allerdings noch nicht. „Wir sind oft in Cafés“, sagt Lisa Bregler. „Aber wir sind noch immer auf der Suche nach einem Café in Bayreuth, das auch einen Nebenraum hat, wo man sich in Ruhe besprechen kann.“

Jeder hilft so viel mit, wie er Zeit und Lust hat. Hier funktioniert alles auf freiwilliger Basis und ohne Zwang. Es ist wichtig, dass jeder Bock hat.

(Lisa Bregler, Mitglied bei Viva con Agua Bayreuth)

Auf die meisten der Festivals würde die 24-Jährige auch privat gehen, erzählt sie. Deswegen sei es umso besser, mit Viva con Agua vor Ort etwas Gutes für die Umwelt anzustoßen. Die gelernte Krankenschwester verbringt fast ihre gesamte Freizeit mit Viva con Agua. „So zwanzig Stunden können bei mir in der Woche schon zusammenkommen. Aber es sind Themen, mit denen ich mich gerne beschäftige“, sagt sie. Über Nachhaltigkeit informiere sie sich gerne. Und Musik liebe sie sowieso.

Eine eigene Regio-Crew für Bayreuth und Umkreis

Die Crew von Viva con Agua Bayreuth.

Die Crew von Viva con Agua Bayreuth. Foto: @vcabayreuth / facebook

„Viele aus der Regio-Crew kommen aus meinem Freundeskreis“, sagt sie. Die Mitglieder von Viva con Agua Bayreuth sind im Dreieck Hof – Bayreuth – Weiden aktiv. Viele hätten den Verein schon aus früheren Festivalzeiten gekannt. Da die nächsten Vereine allerdings erst in Nürnberg oder Bamberg angesiedelt sind, kamen sie zu dem Entschluss, hier selbst eine neue Regio-Crew zu gründen, erzählt sie. Die Haupt-Initiative ist 2006 ursprünglich in St. Pauli in Hamburg entstanden und wird seitdem in vielen Städten von Berlin, über Mainz und Regensburg bis nach Saarbrücken vertreten. Doch nicht nur in Deutschland setzen sich Menschen ehrenamtlich zum Schutz des Trinkwassers ein, auch in Barcelona, der Schweiz oder in Uganda gibt es Viva con Agua inzwischen. Einmal im Jahr kommen alle Regio-Crews bei einem gemeinsamen Netzwerktreffen zusammen.

„Agua Rock“ in Marktredwitz im Juni

Einmal im Jahr findet die Veranstaltung „Agua Rock“ statt, die das Team selbst organisiert. Diesmal werden am 1. Juni im Mythos in Marktredwitz drei Bands spielen. Der Eintritt fließt in verschiedene Trinkwasser-Projekte von Viva con Agua. Wenn man auf Festivals unterwegs sei, vernetze man sich schnell und lerne immer wieder neue Leute kennen, die künftige Veranstaltungen mit ermöglichen. Natürlich freue sich das Team von Viva con Agua  immer über Hinweise und Anfragen zu neuen Veranstaltungen, sagt die 24-Jährige.

Der „Virtuelle Wasserverbrauch“ & warum man auf ihn achten sollte

Grafik Virtueller Wasserverbrauch bei Rindfleisch

Virtueller Wasserverbrauch bei Rindfleisch, Grafik: Viva con Agua

Lisa Bregler, rät im Alltag auf den sogenannten „Virtuellen Wasserverbrauch“ zu achten. Doch was meint das eigentlich? „Der virtuelle Wasserverbrauch, ist der unsichtbare Wasserverbrauch der benötigt wird, um zum Beispiel eine Jeans herzustellen. Dabei geht es unter anderem um das Wasser, das die Baumwolle zum wachsen braucht, oder das Wasser, das in der Industrie im Anschluss eingesetzt wird“, erklärt sie. Für nur eine Jeans seien 15.000 Liter Wasser im Einsatz, bestätigt Lisa Bregler. Daher solle man genau überlegen, ob man eine zu kleine Jeans nicht lieber auf dem Flohmarkt weiter verkaufe, wo sie ein anderer nochmals zwei Jahre tragen kann, anstatt sie einfach in den Müll zu werfen.

Im Bereich der Lebensmittel ist der virtuelle Wasserverbrauch vor allem bei Rindfleisch extrem. Deswegen sollte man entweder lieber zu pflanzlichen Produkten greifen oder das Fleisch mehr zu schätzen wissen und nur selten genießen.

(Lisa Bregler, Mitglied bei Viva con Agua Bayreuth)

Mehr Informationen findet ihr bei Viva con Agua Bayreuth auf facebook oder auf Instagram.