Coronavirus

Trotz mehr Infektionen im Winter: Virologe fordert mehr Corona-Lockerungen

Ein Münchner Virologe erwartet eine deutliche Verschärfung des Infektionsgeschehens. Man solle seiner Meinung nach allerdings dennoch weiter schrittweise Lockerungen vornehmen.

Oliver Keppler, Leiter der Virologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, spricht sich gegen weitere Verschärfungen der aktuellen Corona-Maßnahmen aus.

Man solle im Gegenteil schrittweise Lockerungen vornehmen. Das berichtet der Focus.

Virologe fordert Lockerungen trotz mehr Infektionen im Winter

Keppler sieht keine positive Entwicklung bei den Infektionszahlen in den kommenden Wintermonaten. Man müsse dagegen mit einer „deutlichen Verschärfung“ des Infektionsgeschehens rechnen, da sich das Leben „nach innen verlagere“, so Keppler auf Focus Online. Dies geht einher mit einer Warnung des Gesundheitsministeriums: „Auch das Wetter hat in den vergangenen Wochen im Kampf gegen die Corona-Pandemie geholfen“, weswegen sich viele Menschen im Freien getroffen hätten, wo die Infektionsgefahr wesentlich geringer sei.

Auch interessant: Die Uni Bayreuth verkündete die Pläne zum Umgang mit der Corona-Pandemie im Wintersemester 2021/22.

Trotz des prognostizierten Anstiegs der Corona-Zahlen fordert Keppler Lockerungen der Corona-Maßnahmen: „Wir müssen in dieser Phase der Pandemie in verschiedenen Bereichen Lockerungen versuchen, um zu sehen, was gut vertretbar ist und wo man noch Hygienemaßnahmen oder Testungen zur Absicherung beibehalten muss.“

Impfquote stützt Corona-Lockerungen

Die „gute Impfquote“, viele Genesene, eine hochwertige Testinfrastruktur sowie situationsbezogene Schutzmaßnahmen sollen die weiteren Lockerungen möglich machen, wie Keppler in dem Focus-Artikel zitiert wird.

Ohne eine hohe Impfquote könne man laut Gesundheitsministerium allerdings kein exponentielles Wachstum der Fallzahlen ausschließen. Wichtig sei nun, „gut durch den Herbst und den Winter zu kommen.“

Keine Grippewelle erwartet

Mit einer starken Grippewelle rechnet Keppler nicht. Weltweit hätte es wesentlich weniger Grippeinfektionen beim Menschen geben – auch durch die Corona-Hygienemaßnahmen.

Gefährdete Menschen sollten aber dennoch die Grippeimpfung in Erwägung ziehen, so wie sie die Ständige Impfkommission auch empfiehlt: für Menschen ab 60 Jahren, Schwangere, Vorerkrankte und medizinisches Personal.